Rund zehn Millionen Euro fließen in Sanierung am Gartenweg

Alten- und Pflegeheim der Hospitalstiftung wird ertüchtigt

Seniorenheim der Hospitalstiftung am Gartenweg
+
Hohe Investitionen: Das Seniorenheim der Hospitalstiftung am Gartenweg rüstet sich für die Zukunft. Der linke Gebäudeteil soll abgerissen werden.

Kaufbeuren – Das städtische Alten- und Pflegeheim der Hospitalstiftung soll weiterentwickelt werden. Die Pläne dazu stellte Christian Mandl vom Hochbauamt jüngst dem Bauausschuss des Stadtrats vor. Das Heim wurde 1965 im Gartenweg erbaut. Nunmehr zeigt sich nicht nur Sanierungsbedarf, darüber hinaus ist in zwei Gebäudeteilen ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr gegeben. Die Verwaltung schlägt vor, sowohl eine erforderliche energetische Maßnahme und die Verbesserung des Brandschutzes als auch eine Sanierung mit Erweiterungsbau mit Kosten von etwa 10,1 Millionen Euro schrittweise im Rahmen eines Gesamtkonzeptes bis 2024 zu realisieren.

Mandl wies eingangs seiner vorgestellten Pläne auf die historische Bedeutung der Gründung der Hospitalstiftung im Jahr 1249 hin. Das 1965 erbaute Heim wurde in den Folgejahren immer wieder abschnittsweise erweitert, wie beispielsweise die beiden 1995 und 2 002 errichteten Gebäude entlang der Beethovenstraße. Heute sind insgesamt sieben Gebäude für die aktuell 190 Bewohner vorhanden. Bei der Sanierung und einer vorgesehenen Erweiterung spielen auch denkmalgeschützte Bauten wie das im Besitz der Stiftung befindliche Moosmanghaus – hier sind 20 Demenzkranke geschlossen untergebracht – und die Nähe zur ehemaligen Spitalkirche St. Dominikus sowie zum Stadtsaal eine Rolle.

Aufenthaltsqualität höher

Der Abteilungsleiter erläuterte die vorgesehenen Maßnahmen im Detail. Vorgesehen ist, den ohnehin sanierungsbedürftigen Westflügel abzureißen, da er weder den Anforderungen an den Brandschutz noch dem Raumangebot mit Barrierefreiheit entspricht. Dadurch würde ein neuer Innenhof entstehen, das Umfeld der Kirche und des Moosmanghauses mit einbezogen sowie der Erlebniswert und die Aufenthaltsqualität der umgebenden Denkmäler deutlich gesteigert. Im Gegenzug soll das bestehende Südgebäude entlang des Gartenweges mit einem Neubau erweitert werden. Nach einer ersten Kostenschätzung würden sich die Kosten für Abbruch und Erweiterung des Anbaus auf rund 8,4 Millionen Euro beziffern. Insgesamt würden danach 21 Bewohner mehr aufgenommen werden können.

Energetische Sanierung und Brandschutz

Für die energetische Sanierung des Nordflügels wurde seitens des Bauausschusses bereits 2019 grünes Licht für die Planung erteilt. Neben der Sanierung des Daches mit Einbau einer PV-Anlage – sie deckt 57 Prozent des Eigenbedarfs – werden auch die Fassade gedämmt und die Fensteröffnungen in den Pflegezimmern vergrößert, um den Bewohnern einen besseren Ausblick zu ermöglichen. Für diese Maßnahmen sind 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Auch der Brandschutz im Bestand soll ertüchtigt werden, da die Wünsche der Nutzer nach wohnlicher Atmosphäre nicht immer mit brandrechtlichen Auflagen vereinbar sind. Eine Planung existiert noch nicht, die Schätzung geht von etwa 600.000 Euro aus.

Zeitplan

Während die energetische Sanierung im Frühjahr 2021 beginnen und nach einem Jahr beendet sein könnte, ist für die Sanierung und Erweiterung des Südgebäudes ein Zeitfenster von 2022 bis 2024 vorgesehen. Parallel dazu könnten auch die Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Heimleiter Wolfgang Scupin erläuterte die aus der Sanierung resultierende Kostensituation bezüglich der Heimentgelte. Für nicht geförderte Investitionen ergibt sich demnach für den Eigenanteil pro Bewohner eine Erhöhung von durchschnittlich 13 Euro auf 16,49 Euro täglich. Doch auch andere Einrichtungen würden durch bauliche Anpassungen infolge gesetzlicher Regelungen in den nächsten Jahren Erhöhungen bei den Entgelten erwarten lassen. Der Ausschuss gab seine einstimmige Empfehlung für die vorgestellten Pläne.

von Wolfgang Becker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kaufbeurer Weihnachtsweg lädt zum Spaziergang ein
Kaufbeurer Weihnachtsweg lädt zum Spaziergang ein
Geschäfte in Marktoberdorf bieten eine Woche tolle Rabatte!
Geschäfte in Marktoberdorf bieten eine Woche tolle Rabatte!
Kaufbeuren: Größter echter Adventskranz der Welt steht
Kaufbeuren: Größter echter Adventskranz der Welt steht
„Lockdown Lager“ gegen die Durststrecke mit Karikatur des Ministerpräsidenten
„Lockdown Lager“ gegen die Durststrecke mit Karikatur des Ministerpräsidenten

Kommentare