Erste Sitzung des Beirats für Vielfalt und Offene Gesellschaft

Für ein buntes Kaufbeuren

Beirat für Vielfalt und Offene Gesellschaft
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Viele Stimmen, ein Ziel: Die Mitglieder des Beirats wollen sich für eine offene Gesellschaft in Kaufbeuren einsetzen.
  • Mahi Kola
    VonMahi Kola
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Kaufbeuren – Ein Beirat der anderen Art fand sich kürzlich zu seiner ersten Sitzung im Stadtsaal ein: Der Kaufbeurer Beirat für Vielfalt und Offene Gesellschaft (früher: Integrationsbeirat) hat sich laut Oberbürgermeister Stefan Bosse namensgetreu dem Thema Vielfalt und Offenheit verschrieben.

So kommt das Gremium nicht nur mit einem neuen Namen, sondern auch einem neuen Selbstverständnis daher.

Dass es sich um eine „Herzensangelegenheit des Stadtrats“ handle, sich für ein buntes Kaufbeuren stark zu machen, stellte der OB in der Sitzung klar. „Wir wollen signalisieren, dass wir Vielfalt nicht nur hinnehmen, sondern aktiv unterstützen“, so Bosse. „Lasst uns gemeinsam Augen und Wege öffnen für die Belange der Menschen in unserer Stadt“, appellierte OB Bosse. Der Beirat solle als „Wissensgremium“ verstanden werden, das mit einem breiten Erfahrungsschatz dem Stadtrat beratend zur Seite steht, so Martin Valdés-Stauber als Beauftragter für Vielfalt und Offene Gesellschaft. Es gehe laut Valdés-Stauber auch darum, gemeinsam das Selbstbild der Stadt zu formen, darüber zu reden, wie die Bürger sich ein lebenswertes Kaufbeuren vorstellen und es dahingehend zu gestalten. Auch im Gremium könne jeder seine Position beziehen, dabei gelte es aber, „konsensorientiert“ vorzugehen, „nicht das Spaltende, sondern das Gemeinsame“ in den Vordergrund zu stellen. Der Beirat könne so „an den Themen arbeiten, die uns alle bewegen“, unterstrich auch Bosse das Potenzial des Gremiums.

Name ist Programm

Dass der Name des Beirats für Vielfalt Programm ist, stellte sich während der Sitzung deutlich heraus. In der Vorstellungsrunde des Gremiums, dem 28 Mitglieder angehören, teilten die vielfältig zusammengesetzten Beiratsmitglieder Erwartungen und Ideen in der gemeinsamen Arbeit. Begegnung und Raum für gegenseitigen Austausch zu schaffen, war dabei für viele ein großes Anliegen. Das Gefühl vieler junger Menschen, „zwischen zwei Welten zu stehen“, beschrieb etwa Thigis Kirushnathasan, dessen Eltern aus Sri Lanka kommen. Es sei besser, etwas voneinander zu lernen, statt sich zu ignorieren, meinte Stefani Konsulova. Tamur Khan, der eine Schulung zum Sprecher gegen Diskriminierung macht, wünschte sich, dass die Beiratsmitglieder als Ansprechpartner wahrgenommen werden, auf die die Bürger offen zugehen können. Arthur Müller, Schulleiter der Konradinschule, sprach von einer Sensibilisierung für Vielfalt, die in der Schulgemeinschaft täglich stattfinde. Eine Leitkultur, die für Weltoffenheit und Toleranz stehe, müsse man sich unermüdlich gemeinsam erarbeiten, fand Bernhard Pohl (Freie Wähler).

Klar Stellung beziehen

Die Mitglieder wollen sich für eine Gemeinschaft einsetzen, in der niemand wegen seiner Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung diskriminiert wird. Eine Gemeinschaft, in der Vielfalt Bereicherung bedeutet. „Wir wollen uns gegen all jene wehren, die Chancengleichheit gefährden: Lasst uns benennen, wenn jemand gegen unsere demokratischen Werte verstößt“, appellierte Valdés-Stauber an alle Bürger, klar Stellung zu beziehen. Die Arbeit des Gremiums beinhaltet zum Beispiel Projekte gegen Menschenfeindlichkeit, religiösen Fundamentalismus und Extremismus. Ende September will der Beirat an der interkulturellen Woche mitwirken, im Oktober soll als große, öffentliche Veranstaltung ein Dialogforum zur Weltoffenen Kommune stattfinden. Die Einreichung von Projektanträgen soll außerdem künftig von zwei verschiedenen Einrichtungen im Beirat statt wie bisher nur einer erfolgen. Im Herbst hat der Beirat sein nächstes Treffen geplant.

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