Kaufbeurer Bernhard »Bam« Epple läuft die 218,8 Kilometer schneller als erwartet

6.500 Euro für den guten Zweck 

Ultraläufer Bernhard Epple
+
Ultraläufer Bernhard Epple (grünes T-Shirt) wird von Helfern auf seinem langen Weg begleitet.

Kaufbeuren – Nach 28 Stunden und 29 Minuten war es vollbracht: Der Ultraläufer Bernhard Epple kam unter tosenden Beifall am Spitalhof Kaufbeuren an. Viele Interessierte, Wegbegleiter und Freunde waren gekommen, um den Zieleinlauf hautnah mitzuerleben. Erschöpft, aber unendlich glücklich beendete Bam, wie er von vielen auch nur genannt wird, seine Tortur. 218,8 Kilometer, so lang ist die Schlosspark-Radrunde, hatte er für einen guten Zweck zu Fuß überwunden.

Am Freitagmittag um 12 Uhr setzte sich Bam in Bewegung. Er war bereit, hatte sich die vergangenen Wochen und Monate auf dieses Event akribisch vorbereitet. Immer an seiner Seite waren die sogenannten Supporter, die Helferinnen und Helfer, die nicht mehr von ihm wichen. Schon beim Start strahlte die Sonne. Das Wetter spielte nicht nur dem 49-Jährigen, sondern auch den Unterstützern und Organisatoren vollends in die Karten. „Ich konnte diesen Lauf richtig genießen“, blickte Epple freudestrahlend zurück. Kein Regen in Sicht, ein phantastischer Sternenhimmel in der Nacht, und der befürchtete Nebel in den Morgenstunden blieb aus – besser hätten die Bedingungen für diesen Benefizlauf nicht sein können. „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich zu spät dran bin“, so Bam. Es lief schon fast zu perfekt. Die ganze Zeit über hatte er eine Ablenkung. Die Gesprächsthemen gingen nicht aus. Das hatte er sich so gewünscht, auch wenn er phasenweise nur zugehört hat. Hin und wieder gesellten sich einige Läufer dazu und liefen abschnittsweise mit.

Bam absolvierte die Schlossparkrunde, eigentlich eine Fahrradstrecke, gegen den Uhrzeigersinn. Von Kaufbeuren machte er sich auf über Aitrang, Görisried, Unter­thingau in den Süden des Ostallgäus. Über Nesselwang, Füssen, Schwangau, Steingaden und Rettenbach am Auerberg ging sein Weg weiter in den Norden des Ostallgäus über Waal, Buchloe, Lamerdingen, Türkheim, Pforzen bis ins Ziel, dem Spitalhof in Kaufbeuren. Dort wurde sogar extra ein „Welcome-Bam-Biergarten“ errichtet. Bastian Mögele, Vorsitzender der Hilfsorganisation ZimRelief, begleitete Bam etappenweise viele Kilometer auf dem Fahrrad. Die erfreuliche Nachricht, dass während des Laufs sogar die Spendenbereitschaft weiterhin wuchs, beflügelte Bam, dessen Fußsohlen mittlerweile brannten. „Das war für mich der geilste Moment als ich hörte, dass die Summe nach oben schoss.“ Selbst für einen Zwischenstopp in einem Kneippbecken bei Kilometer 200,5 war noch Zeit, ehe Epple gelöst Richtung Kaufbeuren lief.

Aus den Händen von Bastian Mögele, Vorstand von ZimRelief, erhält Ultraläufer „Bam“ Epple Medaille und Dankesurkunde. Arno Jauchmann (im Hintergrund) moderierte.

Der Empfang wird genauso unvergessen bleiben wie die Spendensumme. Am Ende sind rund 6.500 Euro zusammengekommen. „Das ist einfach irre“, strahlte Bam über das ganz Gesicht, während er die vielen Glückwünsche entgegennahm. Der gesamte Erlös fließt in ein von ZimRelif initiiertes Projekt in Simbabwe. „Takunda Shungru Trust“ unterstützt und fördert gehörlose Kleinkinder und Jugendliche. Für Epple waren die 219 Kilometer der Höhepunkt in seiner bisherigen Laufbahn als Ultraläufer. „Das ist nicht mehr zu toppen.“

Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

B12-Ausbau: Aktionsbündnis fordert geringere Ausbaubreite
B12-Ausbau: Aktionsbündnis fordert geringere Ausbaubreite
Morgen fahren keine Schulbusse in Kaufbeuren
Morgen fahren keine Schulbusse in Kaufbeuren
Erste Abschlussfeier an der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe Buchloe
Erste Abschlussfeier an der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe Buchloe

Kommentare