Lesen erlebbar machen

Bundesweiter Vorlesetag 2020 am Marien-Gymnasium mit unerwarteten Lesern

Vorlesetag am Marien-Gymnasium mit OB Bosse
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Oberbürgermeister Stefan Bosse erklärte in der coronagerecht ausgestatteten Turnhalle des Marien-Gymnasiums, dass er schon als Kind ein begeisterter Leser gewesen sei.

Kaufbeuren – Seit 2004 findet an jedem dritten Freitag im November der bundesweite Vorlesetag statt. Ins Leben gerufen hatten ihn die Wochenzeitung „Die Zeit“, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bundesbahn. Das Marien-Gymnasium Kaufbeuren nimmt seit 2014 alle zwei Jahre an diesem Projekt teil – so auch an diesem 20. November. Trotz Corona.

Bundesweit fand der Vorlesetag bereits zum 17. Mal statt, 2020 unter dem Jahresmotto „Europa und die Welt“, welches Raum für viel eigenes kreatives Gestalten lässt. Und Jahr für Jahr greifen mehr Menschen begeistert zu einem Buch, um anderen vorzulesen. Als die Idee für den Aktionstag vor 17 Jahren geboren wurde, beteiligten sich gerade einmal 1.900 Menschen. Mittlerweile sind es rund 700.000 Teilnehmende, die in ganz Deutschland vorlesen und zuhören. 2020 waren es immerhin 570.616. Trotz Corona.

Das Konzept des Vorlesetags ist einfach: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen und auch an ausgefalleneren Vorleseorten wie Tropfsteinhöhlen, Sternwarten, Eselgehegen oder Schwimmbädern. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Deutschlehrer Dr. Ulrich Klinkert, der diesen Tag am Marien-Gymnasium organisiert hatte, fand „Lesen erlebbar machen, das ist die Grundidee des Vorlesetags“. Möglichst jeder Klasse sollte am Aktionstag eine Stunde Vorlesen geschenkt werden. Am interessantesten ist es natürlich, wenn als Vorleser jemand Unerwartetes das Klassenzimmer betritt. Deshalb wurden auch dieses Jahr zusätzliche Gäste von außen eingeladen, möglichst mit einer umfangreichen eigenen Lesebiografie:

Oberbürgermeister Stefan Bosse erklärte, schon als Kind ein begeisterter Leser gewesen zu sein, der „alles gelesen hat, zumindest was Buben so gelesen haben.“ Und er glaubt auch, dass ihm das genützt hat: „Ich habe mir dadurch einen großen Wortschatz angeeignet und die Fähigkeit, mich ausdrücken zu können.“ Ev Waldmann von der Stadtbücherei in Neugablonz nahm die Gelegenheit wahr, ein neues Buch vorzustellen, dem sie viele Leser wünscht. Und Günther Pietsch, Leiter des Kaufbeurer Kulturamts, setzte einen seiner Lieblingsautoren gekonnt in Szene.

Ist das Tragen der Maske an sich schon anstrengend, so ist das Vorlesen mit Maske noch mühsamer. Die Sorgen der Vorleser, ob sie gut verstanden oder selbst durchhalten würden, waren jedoch unbegründet. Die Schülerinnen hörten aufmerksam zu, genossen die Abwechslung vom Stundenplan und die Vorleser selbst waren schließlich zwar etwas erschöpft, aber zufrieden.

Mehr Informationen zum Bundesweiten Vorlesetag finden Sie unter www.vorlesetag.de.

von Ingrid Zasche

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