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Doppelt hält besser

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Zugtaufe
Doppelte Zugtaufe in Kaufbeuren mit Schwung und Schampus: Es freuten sich OB Stefan Bosse (vorne), MdL Bernhard Pohl und BRB Geschäftsführer Arnulf Schuchmann (beide dahinter). © Wolfgang Krusche

Kaufbeuren – Die Eisenbahnfreunde Kaufbeuren e.V. (EFK) haben das 175-jährige Jubiläum der ersten Zuganbindung von Kaufbeuren zum Anlass genommen, mit großer Unterstützung durch die Stadt Kaufbeuren sowie der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren am Sonntag ein Bahnhofsfest zu organisiern. Von der kleinen Modelleisenbahnanlage über die Kindereisenbahn zum Mitfahren, bis hin zu den Originaltriebwagen von DB und BRB konnte alles besichtigt werden. Höhepunkt war die Segnung und Namenstaufe von zwei Zügen, eine bisher in Deutschland einmalige Doppel-Zugtaufe. Neugierige konnten hinterher die Führerstände der Triebwagen besichtigen.

1847 fuhr ein geschmückter Zug durch einen Triumphbogen in den Kaufbeurer Bahnhof ein. Damals, nur zwölf Jahre nach der ersten Zugfahrt des „Adlers“ von Nürnberg nach Fürth, wurde Kaufbeuren mit damals etwas mehr als 4.000 Einwohnern an das europäische Eisenbahnstreckennetz angebunden. Heute fahren die Züge im 20-Minutentakt nach München oder Augsburg.

Bahnhofsfest

In der Expressguthalle des Bahnhofs in Kaufbeuren war die Modelleisenbahnanlage der Eisenbahnfreunde Kauf­beuren vom „Bahnhof Pforzen“ sowie die östliche Bahnhofseinfahrt des Kaufbeurer Bahnhofs mit der markanten historischen Wertachbrücke zu sehen. Auf dem Bahnhofsvorplatz drehte die Kindereisenbahn der EFK ihre Runden. Weiter waren historische Feuerwehrfahrzeuge zu sehen und ein historischer Bus aus der Schweiz fuhr interessierte Besucher in das Feuerwehrmuseum, wo neben der Feuerwehrausstellung das Diorama vom Zugunglück in Aitrang zu besichtigen war.

Zugtaufe
Doppelte Zugtaufe in Kaufbeuren. Es freuen sich: (v.li.) BRB Geschäftsführer Arnulf Schuchmann, MdL Bernhard Pohl, Geschäftsführerin der BEG Bärbel Fuchs, Oberbürgermeister Stefan Bosse, ein Vertreter der DB Regio Bayern und Eisenbahnfreunde-Vorstand Markus Peschel. © Wolfgang Kursche

Segnung und Taufe

Der Höhepunkt des Bahnhofsfestes war eine – in Deutschland einmalige – Doppel-Zugtaufe, unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisters Stefan Bosse und vor zahlreichen Zuschauern. Ein roter DB Regio-Zug und ein blau-weißer Zug der Bayerischen Regiobahn BRB wurden zunächst von Pfarrer Holger Laske, Vikarin Patricia Müller und Stadtpfarrer Bernhard Waltner in einer ökumenischen Zeremonie gesegnet.

Zugtaufe
Segnung der beiden Züge im Bahnhof Kaufbeuren. © Krusche

Im Anschluss daran äußerte Schirmherr Bosse in seinen Grußworten seine Zufriedenheit über eine bestehende Eisenbahnanbindung Kaufbeurens. Man müsse zwar noch in Buchloe umsteigen, aber wichtig sei ihm, dass es attraktive Angebote gebe. Die neuen Züge seien einladend und er dankte den beteiligten Bahnlinien für ihr Kommen. Er konnte auch mit Neuigkeiten aufwarten: „Der letzte Stand war, dass die Bahn den Bahnhof verkaufen wollte. Neu ist, dass der Bahnhof nicht verkauft wird. Weil er im Jahr 2026 barrierefrei wird, will ihn die Bahn behalten und selbst weiterentwickeln.“ Bosse bat die Kaufbeurer Bürger noch um etwas Geduld, aber er sei zuversichtlich, dass das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Der bayerische Landtagsabgeordnete und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl (FW) erinnerte daran, dass schon noch Aufgaben auf die Bahn warten, denn das Allgäu sei das größte „Dieselloch“ Deutschlands. „Eine starke Wirtschafts- und Tourismusregion braucht die mittelfristige Elektrifizierung der Bahnstrecken“, verlangte Pohl. Unter Beifall der Besucher forderte er auch von der Bahn den „Mitternachtszug“ am Freitag, Samstag und Sonntag.

Im Anschluss taufte MdL Pohl den roten DB Regio-Triebwagen vom Typ VT 633 auf den Namen „Kaufbeuren“, enthüllte den Schriftzug und das Wappen und taufte den Zug mit Sekt.

Schirmherr Stefan Bosse taufte den blau-weißen Triebwagen der BRB vom Typ LINT ebenfalls auf den Namen „Kauf­beuren“, enthüllte den Schriftzug und das Wappen dort und besprühte in bester Formel-1 Manier den Zug mit Sekt. Alle Beteiligten wünschten den Zügen allzeit eine gute Fahrt.

Von Wolfgang Krusche

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