1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kaufbeuren

Einzelhandelskonzept legt Fokus auf Altstadt und Neugablonz 

Erstellt:

Kommentare

Die Altstadt von Kaufbeuren als 3D-Modell
Die Altstadt von Kaufbeuren als 3D-Modell. © Krusche

Kaufbeuren / Neugablonz – In einem mehr als 200 Seiten langen Markt- und Standortgutachten, das dem Bauauschuss vorgestellt wurde, werden dem Einzelhandel in Kaufbeuren und Neugablonz gute Chancen eingeräumt. Das gelte, wenn sich die Stadt bei der Weiterentwicklung auf die Altstadt und das Stadtzentrum Neugablonz konzentriert.

Das letzte Konzept für die Entwicklung des Einzelhandels in Kaufbeuren stammte aus dem Jahr 2013. Seitdem hat sich vieles im Einzelhandel durch Online-Handel, Digitalisierung und äußere Rahmenbedingungen verändert. Ende 2019 wurde von der Stadt das Büro für Standort-, Markt- und Regionalanalyse Dr. Heider beauftragt, das vorliegende Konzept zu aktualisieren. Diese Aktualisierung lag Ende 2020 vor, und Kaufbeurer Institutionen, Parteien und die Aktionsgemeinschaft wurden 2021 um Stellungnahme gebeten. Die Eckpunkte des Konzeptes wurden nun im Bauausschuss vorgestellt und sollen weiter aktuell gehalten werden.

Die Standortrahmendaten wie Einwohnerzahl, Beschäftigungszahlen und Wohnbauentwicklung haben sich seither positiv entwickelt. Die in der Innenstadt Kaufbeuren ansässigen Betriebe weisen derzeit nur noch etwa 33 Prozent der Gesamtverkaufsfläche in Kaufbeuren auf. 2012 lag er noch bei 38 Prozent. Das Stadtteilzentrum Neugablonz hält, wie bereits 2012, immer noch knapp elf Prozent aller Einzelhandelsbetriebe Kaufbeurens bereit. Der Verkaufsflächenanteil in den Gewerberandlagen stieg erkennbar an. Derzeit sind dort 18 Prozent der Einzelhandelsbetriebe Kaufbeurens ansässig.

Als Leitlinie für das aktuelle Einzelhandelsentwicklungskonzept wurde eine weiterführende Priorisierung auf die Innenstadt Kaufbeurens und das Stadtteilzentrum Neugablonz empfohlen, zusammen mit einer bedarfsorientierten Weiterentwicklung als zentrale Versorgungsbereiche. Auch müsse weiterhin auf eine überörtliche Einzelhandels­attraktivität gesetzt werden. Das Sortimentskonzept weist für potentielle Einzelhandelsansiedlungen zentrenrelevante Sortimente wie Kleidung, Drogeriewaren oder Bürobedarf aus, bei denen der Transport ohne Auto möglich ist. Dem entgegen stehen Sortimente wie Baumarktartikel, Gartenbedarf und Möbel, wo zum Abtransport ein Fahrzeug benötigt wird.

Die Handlungsfelder zur Stärkung der Innenstadt Kaufbeurens sind laut Dr. Heider, eine Fortführung des Flächenmanagements, eine Inhaberberatung zur Aktivierung der Betriebspotentiale, eine konsequente Umsetzung der vorgestellten Konzeptes bei der Bauleitplanung, ständige Steigerung der Aufenthaltsqualität, sowie weiterhin ein Image Marketing und gemeinsame Werbemaßnahmen.

Attraktiv und funktionsfähig

Für das Stadtteilzentrum Neugablonz wurde als besonderer Handlungsbereich die Fortführung der Gebäudemodernisierungen, ein weiterer Ausbau der Digitalisierung in den Betrieben, die Weiterführung der Erneuerung und Aufwertung im öffentlichen Raum, sowie die Weiterführung des Quartiersmanagements hervorgehoben.

Das Einzelhandelsentwicklungskonzept verspricht bei einer zentralen Ausrichtung aller Aktivitäten auf die historische Altstadt und das Stadtteilzentrum Neugablonz gute Chancen, trotz wachsender Herausforderungen den Einzelhandels-und Versorgungsstandort Kaufbeuren attraktiv und funktionsfähig zu halten.
Von Wolfgang Krusche

Auch interessant

Kommentare