Schlechte Sicht im Kaufbeuren Eisstadion - Informationsveranstaltung bringt wenig Erkenntnis

Hoffen auf den Runden Tisch

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Viele Stühle blieben im Stadtsaal leer. Die beiden Initiatoren der Initiative „Bessere Sicht im Kaufbeurer Eisstadion“, Dr. Bernhard Lehmann (links) und Simon Wißmiller, sparten bei ihren Ausführungen nicht mit Kritik.

Die schlechten Sichtverhältnisse im Kaufbeurer Eisstadion sorgen weiterhin bei Fans und Zuschauern für Unmut. Doch es geht voran.

Die Stadt Kaufbeuren, das Kommunalunternehmen und auch der ESV Kaufbeuren selbst wollen gemeinsam mit der Initiative „Bessere Sicht im Kaufbeurer Eisstadion“ nach Lösungen finden. Dazu fand am Montagabend eine Bürgerinformationsveranstaltung im Stadtsaal statt, bei der Besucher und Interessierte ihre Sichtweise darlegen konnten. Doch der erwartete Ansturm blieb aus. Nur rund 30 interessierte Zuhörer, darunter auch einige Stadträte, verfolgten die rund 90-minütige Runde.

„Wir haben die Norm eingehalten und sogar übererfüllt“, machte gleich zu Beginn  Oberbürgermeister Stefan Bosse in seinen Ausführungen deutlich. Dabei seien sogenannte Zwischenstufen im Bereich der Stehplatztribünen denkbar, „wenn wir die finanziellen Möglichkeiten dazu haben.“ 

Baureferent Helge Carl und Architekt Dimitrios Kogios von „asp“ Architekten aus Stuttgart gaben einen kurzen Abriss über den Bau der Arena und auch die Unterschiede beziehungsweise Änderungen gegenüber dem Bau des Stadions in Weißwasser, was als Referenzobjekt galt. 

Sehr kritisch äußerte sich Dr. Bernhard Lehmann, Mitinitiator der Initiative „Bessere Sicht im Eisstadion Kaufbeuren“. Er machte seinen Ärger Luft, in dem er die ganze Problematik nochmals aufrollte und nochmals klar stellte: „Es gibt viele unzufriedenen Fans, die nicht mehr ins Stadion gehen.“ Als Beweis  hierfür verweist er auf verschiedene Internet-Foren. In den letzten Wochen und Monaten wurde hier viele Meinungen abgegeben. Thomas Petrich, geschäftsführender Vorstand des ESVK, meinte in Richtung Lehmann: „Wir werden nie auf einen anonymen Post im Internet reagieren. Warum kommt man nicht persönlich auf uns zu? Warum nennt man nicht Ross und Reiter? Auch wir haben ein Interesse daran.“ Für ihn sei die Situation teilweise zu „krass“ dargestellt und in erster Linie „schädlich für die Stadt Kaufbeuren und auch für den Verein.“ Dass die Situation nicht optimal sei, dafür gehe man ja in den Dialog. 

Auch Karl-Heinz Kielhorn äußerte sich zur aktuellen Situation. Man habe die angedachten Zwischenstufen seit längerem auch im Fokus. Auch er macht in Richtung der Initiative deutlich, „dass es besser gewesen wäre, dass man sich an den Verein oder die Verantwortlichen direkt gewandt hätte. Wir fühlen uns überrollt.“ Kielhorn will aber alles dafür tun, an Lösungen zu arbeiten und mitzuhelfen, die Fans zufrieden zustimmen. OB Bosse schlug sogar eine Umfrage unter den Stadionbesuchern vor, um damit Reaktionen auf die schlechten Sichtverhältnisse einzuholen.

Bereits am morgigen Mittwoch, 18. September, wird die Initiative zusammen mit dem Sachverständigen Dr. Stefan Nixdorf die Pläne der erdgas schwaben arena anschauen, bevor es dann an den Runden Tisch geht. Auch Architekt Kogios befürwortet dieses Treffen. „Es ist wichtig, hier für Aufklärung zu sorgen.“ Daran wird auch Simon Wißmiller teilnehmen. Der Mitinitiator der Initiative hofft inständig auf eine Lösung, weil es für ihn selbst "keinen Spaß mehr macht, ins Stadion zu gehen". Der Kreisbote wird berichten.

Von Stefan Günter

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