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Ab sofort: Maßnahmen jetzt regelmäßig auf der Tagesordnung im Kaufbeurer Stadtrat

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Luftaufnahme Freibad Neugablonz 2022
Im Freibad Neugablonz kann weiterhin durch die lokale Solarthermieanlage geheizt werden. Erst wenn diese durch wenig Sonne nicht mehr ausreicht, würde ab einer Minimaltemperatur unter 20 Grad Celsius wieder geheizt werden. © Krusche

Kaufbeuren – Erdgas nimmt den größten Anteil am Energieverbrauch der Stadt Kaufbeuren ein mit einem Schwerpunkt auf der Beheizung von Gebäuden. Durch verschiedene Maßnahmen langfristiger und kurzfristiger Art soll der Energieverbrauch nun um bis zu 15 Prozent reduziert werden.

Die Stadt Kaufbeuren verbrauchte im Durchschnitt der vergangenen Jahre 21,5 Millionen Kilowattstunden jährlich, 18 Millionen Kilowattstunden davon als Erdgas. „Dass wir sparen müssen, liegt auf der Hand,“ meinte daher Helge Carl, Leiter des Bau- und Umweltreferats der Stadt Kauf­beuren, gegenüber dem Stadtrat im Ferienausschuss. Man wolle aber nicht jeden Tag über neue Maßnahmen nachdenken. Die CSU-Stadtratsfraktion hatte einen Antrag an die Verwaltung gestellt, eine Aufstellung möglicher Einsparvorschläge zu erarbeiten.

Auch der Deutsche Städtetag hatte einen Katalog an Einsparmaßnahmen auf kommunaler Ebene vorgelegt. Da mit deutlichen Einbußen des Komforts zu rechnen sein werde, waren im Vorfeld die Schul- und Kitaleitungen, die Sportvereine und der Personalrat der Stadtverwaltung über mögliche Einsparmaßnahmen informiert, aber keine Widerstände registriert worden.

Langfristige Maßnahmen

Die energetische Sanierung und Modernisierung von Gebäuden der Stadt gehört seit Jahren zu den immer wiederkehrenden Aufgaben der Hochbauabteilung. Auch weiterhin werde man alte Wohnungen modernisieren und sanieren, so Helge Carl. Mit moderner Gebäudetechnik werde ein effizienter Heizungsbetrieb sichergestellt.

Für Stromeinsparungen werde seit zehn Jahren die Stadtbeleuchtung schrittweise auf verbrauchsarme LED-Technik umgerüstet. Inzwischen seien 75 Prozent umgerüstet und weitere Leuchtpunkte in Planung. Darüber hinaus schule die Stadt regelmäßig die Hausmeister und Gebäudeverantwortlichen zu energieeffizientem Gebäudebetrieb.

Kurzfristige Maßnahmen

Auf Vorschlag der Verwaltung und nach Zustimmung aller Fraktionen im Stadtrat wurde jetzt beschlossen: Für das Freibad in Kaufbeuren steht durch den Energieverbund mit dem Eisstadion weiterhin lokale Abwärme zum Heizen zur Verfügung, die nicht abgeschaltet werden kann. Für das Freibad Neugablonz kann weiterhin durch die lokale Solarthermieanlage geheizt werden.

Erst wenn dies durch wenig Sonne nicht mehr ausreicht, würde ab einer Minimaltemperatur unter 20 Grad Celsius wieder geheizt werden. Nach dem Ende der Freibadsaison soll für das Hallenbad Jordanpark ab Mitte September die Temperatur im Schwimmerbecken auf 25 Grad eingestellt werden. Um Strom einzusparen, wird ab sofort die Außenbeleuchtung von repräsentativen öffentlichen Gebäuden abgeschaltet.

Ab dem Beginn der Heizperiode (1. Oktober) sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden: In allen öffentlichen Gebäuden, Schulen und Bädern, wird die Raumtemperatur auf maximal 20 Grad reduziert, die Warmwasserbereitung wird sofort abgeschaltet. In Kindergärten wird auf diese Maßnahmen ausdrücklich verzichtet. Für den Fall eines Gaslieferstopps durch Russland sieht der Gasnotfallplan der EU-Kommision allerdings sogar eine reduzierte Zimmertemperatur von 19 Grad vor.

In Turnhallen wird von der bisherigen angestrebten Raumtemperatur von 19 Grad auf 17 Grad reduziert und die Warmwasserbereitung abgeschaltet. Bei Ligaspielen und Veranstaltungen mit auswärtigen Gästen besteht auf Anfrage die Möglichkeit für eine taggenaue Zuschaltung der Warmwasserbereitung zum Duschen. Klimatechnik soll überall dort abgeschaltet werden, wo lediglich Komfortgründe dafür sprechen. Der Betrieb von individuellen, mobilen Elektroheizgeräten wird untersagt.

In seiner Stellungnahme für die CSU-Fraktion schlug Christian Sobl vor, die Energieeinsparungen der Stadt regelmäßig auf die Tagesordnung des Stadtrates zu setzen. Auch Bürgermeister Oliver Schill (Grüne) mahnte, nach den beschlossenen Sofortmaßnahmen weiter über langfristige Maßnahmen nachzudenken.

Oberbürgermeister Stefan Bosse versprach, die regelmäßige Aufnahme des Themas auf die Tagesordnung des Stadtrates, zumal man damit kurzfristiger auf Änderungen reagieren könne.
Von Wolfgang Krusche (Lesen sie dazu auch den Kommentar von Wolfgang Krusche!)

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