Keine Einweihung, dafür Segnung

Feierlicher ökumenischer Segen für Kaufbeurens neues Feuerwehrhaus

Feuerwehrkommandant und Stadtbrandrat Helmut Winkler vor Feuerwehrautos
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Feuerwehrkommandant und Stadtbrandrat Helmut Winkler begrüßte den engen Teilnehmerkreis vor der Kulisse der Feuerwehrautos.

Kaufbeuren – „Nachdem wir nun schon fast ein Jahr lang – seit dem 23. November 2019 – unsere Einsätze von hier aus starten, soll das neue Feuerwehrhaus wenigstens endlich gesegnet werden, wenn wir schon wegen Corona keine festliche Einweihung veranstalten können“, meinte Feuerwehrvorstand Hubert Weikmann am vergangenen Freitagabend. Anstelle des für Freitag vorgesehenen Festes und eines Tages der offenen Tür am Samstag fand nun im neuen Gerätehaus lediglich eine kurze Andacht mit Segen statt. „Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, kündigte Stadtbrandrat Helmut Winkler in seiner Begrüßung an. „Wenn irgend möglich, wollen wir die Feierlichkeiten und den Tag der offenen Tür am 11. und 12. Juni 2021 gebührend nachholen.“ 

Die Teilnahme war notgedrungen auf einen engen Kreis beschränkt: Der Feuerwehr-Kommandant und Stadtbrandrat Helmut Winkler, die Vorstandschaft des Feuerwehrvereins, allen voran Hubert Weikmann, der katholische Stadtpfarrer Bernhard Waltner, der evangelische Pfarrer Alexander Röhm, der Feuerwehr-Seelsorger Alfred Schöllhorn, die Fahnenabordnung der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren, die Zugführer, die Mitarbeiter der Feuerwehr-Werkstatt – sowohl städtische Angestellte als auch Freiwillige – sowie Oberbürgermeister Stefan Bosse.

Der katholische Stadtpfarrer Bernhard Waltner (am Pult) und der evangelische Pfarrer Alexander Röhm (rechts) erteilten gemeinsam den Segen.

Für die Mannschaften wurde ein Video von der Segnung gedreht. Da sie wegen der Corona-Vorschriften nicht dabei sein durften und außerdem ein Teil von ihnen parallel zur Andacht ohnehin gerade Leistungs- und Atemschutz-Prüfungen absolvieren musste, sollten sie wenigstens nachträglich auf dem Bildschirm zusehen sein. Immerhin war diese Segnung eine wichtige Veranstaltung für die Frauen und Männer, die immer wieder in gefährlichen Einsätzen ihre Gesundheit oder gar ihr Leben riskieren. Da darf der Segen von oben nicht fehlen.

Nach dem Segen, den die beiden Pfarrer gemeinsam erteilten, überbrachte OB Stefan Bosse von der Stadt Brot und Salz als „Gaben des Himmels“, wie es bei einer Hauseinweihung Sitte ist. Zusätzlich enthielt der Brotkorb ein Säckchen voller Cents als Symbol dafür, dass die Stadt bereit ist, ihre Feuerwehr als verlässlicher Partner jederzeit auch finanziell zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass die Ausrüstung immer auf dem neuesten Stand ist.

Segnung des neuen Feuerwehrhauses: Spinde mit Safe und akkurater Trennung von Einsatz- und Privatkleidung.

Beim anschließenden Rundgang durch das Haus erhielten gewissenhaft alle Räumlichkeiten und Ausrüstungsgegenstände ihren eigenen Spritzer Weihwasser. Feuerwehrseelsorger Schöllhorn trug den Weihwasserkessel, in den Pfarrer Waltner immer wieder den Weihwassersprenger eintauchte. Der Weg führte im Erdgeschoss durch die Werkstatt, die modernen Umkleideräume für Frauen und Männer mit modernen Spinden, die Reinigungsräume für die Atemschutzgeräte und die Wäscherei, die Lager für säuberlich in Kisten sortierte verschmutzte Einsatzkleidung und frische Wechselbekleidung sowie die Funkzentrale. Im Treppenhaus lächelt der überlebensgroßer Playmobil-Feuerwehrmann „Helmi“ hinter Glas auf die Vorbeigehenden herab. Im Obergeschoss befinden sich Besprechungszimmer, Büros und Aufenthaltsräume. Den Aufenthaltsraum für die Jugendfeuerwehr durften die Jugendlichen selbst gestalten, mit rotem Teppich, bunten Sitzsäcken, einer Kickerstation und einer fast psychedelisch anmutenden Wandbemalung. Außerdem befinden sich oben eine Kantine mit leistungsfähiger Küche sowie zwei große Schulungsräume und die Kleiderkammer. Die Dachterrasse, mit Grill, schließlich bietet einen großartigen Blick auf Kaufbeuren. Lediglich der Schlauchturm mit Schlauchwaschanlage, wo auch Abseil-Manöver und Leitereinsätze geübt werden können, wurde nicht bestiegen.

Im Treppenhaus lächelt der überlebensgroße Playmobil-Feuerwehrmann „Helmi“ hinter Glas auf die Vorbeigehenden herab.

„Durch das neue Haus wurden viele Abläufe sehr optimiert“, erläutert Hubert Weikmann. „Das vereinfacht manches bei unseren Einsätzen. Schade nur, dass wir so wenig Mädchen und junge Frauen im Team haben, obwohl alle für sie erforderlichen Einrichtungen großzügig vorhanden und unsere Jungs nette Kollegen sind.“ Vielleicht macht ja das komfortable neue Feuerwehrhaus doch noch dem oder der einen oder anderen Lust, sich der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren anzuschließen...

von Ingrid Zasche

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