Kaufbeuren feiert ihre Heilige

Seit der Heiligsprechung durch Papst Johannes Paul II. am 25. November 2001 feiern alljährlich viele Gläubige im Todes-monat der Kaufbeurer Ordensschwester einen fest- lichen Gedenktag. Auch in diesem Jahr fand das Crescentiafest unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und unter Beteiligung von Fahnenabordnungen aus Kaufbeuren und Umgebung statt.

Das Crescentiafest begann mit einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Martin. Hauptzelebrant war der Regionaldekan und Dekan des Dekanats Kaufbeuren, Reinhold Lappat aus Buchloe unter Mitwirkung von Stadtpfarrer Adolf Nießner. Der Kirchenchor unter der Leitung von Dekanatskirchenmusiker Daniel Herr-mann führte zusammen mit einem Streicherensemble die „Missa S. Fausti – Militis et Martyris“ aus dem Opus IV Nr. 2 des Irseer Benediktinerpaters Meinrad Spieß in einer überarbeiteten Version des Kaufbeurer Lehrers Christof Walter auf. Mit dem Werk von Spieß, einem Zeitgenossen der heiligen Crescentia, war Walter in mühevoller Arbeit eine wunderbare Anpassung der Messe aus dem 18. Jahrhundert in die heutige Zeit gelungen. Chor, Solisten und Orchester fungierten sowohl als eigenständige Klangkörper als auch in Ergänzung zueinander und verliehen der Komposition einen festlichen Glanz. In seiner Ansprache an die Gemeinde spannte Lappat einen Bogen von Martin Luther King („Ich hatte einen Traum“) über die „träumende Schwester Crescentia“ bis zu jedem einzelnen heute und sparte sich selbst angesichts der momentan besonders schwierigen Situation in der katholischen Kirche dabei nicht aus: „Da träume ich von einem Aufbruch, von einer erneuerten Kirche“. In Anbetracht der heutigen Selbstzufriedenheit gerate man leicht in Routine, welche uns zu Funktionären werden lasse. Platz für Träume und große Ziele sei da kaum noch. Doch umso wichtiger seien Träume und Visionen, die nicht vor den täglichen Problemen kapitulierten. Crescentia habe sich ihre Träume und Visionen trotz widrigster Lebensumstände erhalten, ihre Ziele dabei nie aus den Augen verloren und den Menschen mit gutem Rat geholfen. Im Anschluss an den Gottesdienst zog eine Prozession, in deren Mitte eine Reliquie der heiligen Crescentia getragen wurde, mit den Geistlichen, den Schwestern des Klosters sowie den Fahnenabordnungen und vielen Gläubigen unter Begleitung des Musikvereins „Harmonie“ Oberbeuren von der Kirche bis in den Klosterhof.wb

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