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Neue Bebauung werde Arten gefährden, sagt Amphibien-AG

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Von: Angelika Hirschberg

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Kröte auf Hand
Wie sieht sie aus, die Zukunft für die Kröten am Kaiserweiher? © Bund Naturschutz Kaufbeuren

Kaufbeuren – Die Freien Wähler des Bezirks Schwaben wollen per Antrag im Bezirkstag eine nachhaltige Wohnbebauung auf den bezirkseigenen Flächen „Am Kaiserweiher“ auf den Weg bringen.

Wie der stellvertretende Bezirkspräsident und ehemalige Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut mitteilte, soll der Bezirk Grundstücke am Kaiserweiher der Stadt Kaufbeuren für ein Kooperationsprojekt zur Verfügung stellen. Jetzt aber regt sich Widerstand aus den Reihen des Bund Naturschutz. In einem offenen Brief kritisierte Tilman Wernicke, Sprecher der Amphibien-AG, die Pläne der Freien Wähler.

Der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (FW) hingegen begrüßte den Antrag der Freien Wähler und die Vorstellungen von Johann Fleschhut in Sachen Wohnbebauung am Kaiserweiher. Tilman Wernicke richtete im Namen der Amphibien AG des Bund Naturschutz Kreisgruppe Kaufbeuren jedoch klare Worte an die beiden Politiker: „Mit großer Sorge haben wir den aktuellen Bericht im Kreisbote zu weiterer Wohnbebauung gelesen“, heißt es darin.

Denn: „Seit mehr als 25 Jahren retten wir die Kröten und Frösche am Kaiserweiher und bemühen uns, die Amphibienpopulation, eine der größten in Bayern, zu erhalten.“ Im Brief betont Wernicke, dass der Verein für sein Bemühen erst jüngst mit dem Umweltpreis des Bezirks ausgezeichnet wurde.

Er erinnert auch daran, dass der Stadtrat Kaufbeuren erst im vergangenen Jahr das geplante Baugebiet im Westen gestoppt habe. „Denn durch diesen Baugebiets-Ringschluss wäre die Amphibien-Population unweigerlich und auf Dauer ausgelöscht worden.“

Dabei stellt sich die Amphibien-AG nicht grundsätzlich gegen eine nachhaltige Weiterentwicklung Kaufbeurens. Wie die Freien Wähler wollen auch die ehrenamtlichen Naturschützer „Mehrgenerationenhäuser in barrierefreier, familienfreundlicher und bezahlbarer Ausführung“, wie es der Antrag der Freien Wähler vorsieht.

Doch sie verweisen hierbei auf „weniger kritische, zentrumsnahe Flächen“ und raten der Politik „dringend, den Antrag nochmals kritisch zu hinterfragen, auch im Hinblick auf die sehr problematische Verkehrs­erschließung über den überlasteten Kreisel am Kempter Tor.“ Wernicke und die Vorstandschaft der Ortsgruppe Kaufbeuren im Bund Naturschutz bitten außerdem, frühzeitig in die Planung miteinbezogen zu werden.

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