Freifläche Eisstadion: »Mehr Aufenthaltsqualität in der Kernstadt«

Spielflächen und Generationenschaukel

Plan Jordanpark
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Entwurf des Areals: Mit Wegen und Bepflanzungen werden die Spielflächen für Kleinkinder (o. re.) und größere Kinder (unten) getrennt. Oben links ist der geplante Zugang zum Jordanbach zu sehen.
  • Wolfgang Becker
    VonWolfgang Becker
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Kaufbeuren – „Der Jordanpark ist ein ‚Bürgerpark‘, der von den Bürgern der Stadt über den Gartenbauverein angelegt wurde“, erläuterte Baureferent Helge Carl eingangs der vorgestellten Pläne den Bauausschussmitgliedern in der jüngsten Sitzung. 

In der Vorberatung des Ausschusses ging es um das Nachnutzungskonzept für einen Teil des rund ein Hektar großen Areals, das nach dem Abriss des alten Eisstadions als Frei­fläche existiert. Hier sollen verschiedene Spielflächen entstehen. „Mit diesem Schritt wollen wir hin zu mehr Aufenthaltsqualität“, so Carl. Da bis Jahresende aus einem staatlichen Corona-Förderprogramm eine Förderung von 80 Prozent der Gesamtkosten von rund 750.000 Euro möglich ist, drängt die Zeit. Doch die CSU-Fraktion wünschte sich zusätzlich eine Toilettenanlage auf dem Areal, was für erheblichen Diskussionsbedarf sorgte.

Der Referatsleiter erläuterte die in einem ersten Schritt vorgesehene Planung, die bis Herbst 2022 umgesetzt sein könnte und somit ab 2023 zur Verfügung stünde. Während der Jordanpark in seinem jetzigen Bestand in die Bauabschnitte 1 und 2 aufgeteilt wird – ein Parkpflegewerk soll einmal die Rückführung des Parks in die ursprüngliche Konzeption ermöglichen – wird der im Fokus stehende Bauabschnitt 3 in die südliche Fläche 3a und die nördliche Fläche 3b aufgeteilt. Die bereits beschlossene Zielplanung sieht auf den zur Verfügung stehenden Flächen Spielplätze, multifunktionale Veranstaltungsflächen mit einer kleinen Bühne sowie eine Außengastronomie mit WC vor. In der aktuellen Sitzung ging es ausschließlich um den südlichen Bauabschnitt 3a, der im Juli beauftragt worden war. Nach Abzug der Förderung verbleiben für die Stadt etwa 200.000 Euro Kosten, was nach den Worten von Carl „einen überschaubaren kommunalen Eigenanteil für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Kernstadt“ bedeute.

„Miteinander spielen“

Neben einem neuen Hauptweg nach historischer Vorlage in Nord-Süd-Richtung sollen untergeordnete Wege entlang des Jordanbachs sowie Sitzmöglichkeiten entlang der Wege entstehen. Der neue Spielbereich ist für unterschiedliche Altersgruppen ausgelegt: einem Aktivbereich (ab sechs Jahren) und einem Bereich für Kleinkinder (bis sechs Jahre). Die unterschiedlichen neuen Spieleinrichtungen regen vor allem die Bewegung an, beispielsweise Klettern, Rutschen, Schaukeln, Wippen und Balancieren. Die geplante Generationenschaukel und die breite Wippe können von allen Altersgruppen genutzt werden und fördern das „miteinander Spielen“. Außerdem wird ein Zugang zum Bach für spielende Kinder und Parkbesucher geschaffen. Für ein Naturerlebnis am Bach wird das Ufer an einer Stelle abgeflacht und mit Naturstein-Findlingen ausgestaltet. Auf dem Gelände des bestehenden Spielplatzes werden die Spielgeräte abschließend zurückgebaut und andernorts weiter genutzt. Der frei werdende Bereich wird dann als Freizeitwiese für Gymnastik, Yoga, Ballspiele und Picknick umgestaltet. Die später entstehende Multifunktionsfläche soll vorbereitet werden.

Toilettenanlage zusätzlich

Grundsätzlich war sich der Ausschuss fraktionsübergreifend über die Gestaltung des Geländes einig und lobte diese ausdrücklich. „Wir halten das für ein gelungenes Gesamtkonzept“, formulierte es Tobias Würfel für die Generation KF, „Förderung nutzen, heißt nachhaltig wirtschaften.“ Doch der Antrag von Ernst Schönhaar seitens der CSU nach einer zusätzlichen „qualitativ guten Toilettenanlage“ löste eine längere Diskussion aus. Unterstützung bekam er von seinen Fraktionskollegen Helmut Folter und Johannes Böckler. Letzterer schlug vor, eine mit Kran versetzbare Toilette wie am Parkhaus-Süd zu installieren. Carl verwies darauf, dass eine WC-Anlage betreut werden muss, und empfahl stattdessen, eventuell die bestehenden Toiletten am Parkstadion „kostenschonender aufzumöbeln“. Die Planung und der Förderantrag für eine dauerhafte Lösung seien aus seiner Sicht für die Verwaltung bis Jahresende nicht machbar. Zudem gelte jede geförderte Lösung verbindlich für 25 Jahre und ein Provisorium sei nicht förderfähig. Eine jetzt geschaffene feste Anlage könne sich eventuell nachteilig auf die geplante Konzeption des Biergartens mit eigenen Toiletten auswirken, argumentierte Dr. Ulrike Höhne-Wachter (FW).

Oberbürgermeister Stefan Bosse wünschte sich zwar eine Verschiebung in den Bauabschnitt 3b, erreichte aber letztendlich, dass nach einer möglichen Lösung „3a-plus“ bis zur Stadtratssitzung am 21. Dezember gesucht wird. Er sagte auch zu, dass der Wunsch von Robert Klauer (KI) für einfaches Kneippen mit einer Haltestange am Wasserzugang geprüft werde.

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