Neues Konzept für Baudenkmal am Kemptener Tor

Kaufbeuren: Früheres Färberhaus soll für Wohnungen nutzbar werden

Das frühere Färberhaus Kaufbeuren
+
Das frühere Färberhaus soll saniert und mit Wohnungen ausgebaut werden. Ganz hinten ist der alte Stadel zu sehen.

Kaufbeuren – Ein auf der Denkmalliste der Stadt Kaufbeuren stehendes Haus soll saniert und mit entsprechendem Umbau einer Wohnraumnutzung zugeführt werden. Stadtplaner Werner Fehr stellte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses die groben Pläne des Investors anhand einer Vorlage vor. Das frühere Färberhaus an der Ecke Kemptener Tor und Mindelheimer Straße soll im Bestand und auch mit einem Neubau insgesamt 15 Wohneinheiten erhalten. Die denkmalgeschützte Scheune bleibt ebenfalls erhalten, wird aber um einige Meter nach Norden versetzt. „Wir halten das Konzept für planerisch gelungen“, sagte der Stadtplaner.

Das Projekt war schon einmal für einen Umbau vorgesehen, wie Ernst Schönhaar (CSU) anmerkte. Er wollte wissen, was sich gegenüber dem im November 2017 vorgelegenen und im Gestaltungsbeirat nicht akzeptierten Vorentwurf jetzt geändert habe. Baureferent Helge Carl bestätigte dies und sagte: „Das Projekt war gänzlich anders und die jetzige Planung ist besser“. Der Bestand sei geschützt und weitere Nutzung untergebracht. Damals seien Gastronomie und ein Hotel vorgesehen gewesen, jetzt gebe es zu „einhundert Prozent Wohnnutzung“. „Es handelt sich um eine Nachverdichtung“, so Carl.

15 Wohneinheiten

Der jetzige vorläufige Entwurf sieht vor, im Bestand des ehemaligen Färberhauses mit nördlich angeschlossenem Rückgebäude neun Wohnungen zu etablieren. Der jetzige, nicht in die Denkmalliste eingetragene, Zwischenbau wird abgerissen und an dieser Stelle entsteht laut Fehr ein Neubau mit sechs Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern in Größen von 70 bis 80 Quadratmeter Wohnfläche. Der Stadel am Ende des Komplexes wird nach Norden versetzt und saniert. Die drei Gebäude bilden keine durchgehende Einheit mehr, sondern sind zukünftig durch einen Zwischenraum voneinander getrennt. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat die Maßnahme in dieser Form bereits abgesegnet.

Bernadette Glückmann (FW) fragte nach der zukünftigen Stadelnutzung. Sie sei laut Fehr nicht als Wohnraum, sondern eher als Abstellraum vorgesehen. Für den Baureferenten ist diese „Umnutzung vertretbar“. Ulrike Seifert (Grüne) fand insgesamt das „Konzept unvollständig“ und äußerte Zweifel, ob alle früher geforderten Maßnahmen eingearbeitet sind. Dem widersprach Carl und stellte klar, dass es sich im Gestaltungsbeirat um ein völlig anderes Projekt gehalten habe und dieses daher nicht von großer Relevanz gewesen sei.

Robert Klauer (KI) fand es positiv, dass eine Nutzung im Fachwerk­obergeschoss erfolgt und bedauerte, dass dies beim früheren Stachus-Gebäude nicht möglich war. Tobias Würfel (GenKF) bezeichnete den Entwurf als „sehr gelungen“, weil denkmalgeschützte Bauten sich mit der Moderne vereinen.

Während es der Vorentwurf 2017 nicht bis in den Bauausschuss schaffte, wurde dem Vorhaben jetzt mehrheitlich gegen zwei Stimmen die Zustimmung erteilt.

von Wolfgang Becker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zwischen Rad- und Schutzstreifen unterscheiden
Zwischen Rad- und Schutzstreifen unterscheiden
Corona-Zahlen im Seniorenheim Espachstift gehen nach unten
Corona-Zahlen im Seniorenheim Espachstift gehen nach unten
Mord in Kaufbeuren: 29-jähriger Angeklagter muss lebenslang hinter Gitter
Mord in Kaufbeuren: 29-jähriger Angeklagter muss lebenslang hinter Gitter
Neues Technologietransferzentrum für Kaufbeuren bei Pro-micron
Neues Technologietransferzentrum für Kaufbeuren bei Pro-micron

Kommentare