Das ehemalige Gasthaus »Sonne« ist jetzt ein Dorfgemeinschaftshaus

Mit neuem Leben gefüllt

Dorfgemeinschaftshaus
+
Im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft fand die offizielle Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses in Hirschzell statt. Stadtpfarrer Bernhard Waltner (v.li.) und sein evangelischer Amtskollege Alexander Röhm segneten den Probenraum des örtlichen Musikvereins – sehr zur Freude des Stifterehepaares Katharina und Wolfgang Wiedemann, Schwabens Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner und von Oberbürgermeister Stefan Bosse.
  • VonKai Lorenz
    schließen

Hirschzell – Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Einweihung und Segnung des neuen Dorfgemeinschaftshauses. 

Mit großer Freude wurde gefeiert, schließlich ist ins ehemalige Hirschzeller Dorfgasthaus „Sonne“, das vor 15 Jahren geschlossen wurde und danach lange Zeit leer stand, wieder neues Leben eingekehrt. Dank des Unternehmer-Ehepaars Katharina und Wolfgang Wiedemann und dem unbeugsamen Engagement der Hirschzeller ist nach langwierigen Renovierungs- und Umbauarbeiten, die selbst erfahrene Planer und Handwerker vor echte Herausforderungen stellte, am Ende ein wahres Schmuckstück entstanden, das den Kaufbeurer Stadtteil enorm aufwertet.

Katharina Wiedemann kaufte im Jahre 2016 das damals mit einigen Bauschäden ramponierte Gebäude mit dem Ziel, den Hirschzeller Bürgern, den Vereinen und örtlichen Gruppen eine neue Heimat zu bieten. Es sollte neues Leben einziehen und ein fester Ortsmittelpunkt als Anlauf- und Versammlungsstätte für alle geschaffen werden. Nachdem das marode Gebäude in die „Katharina und Wolfgang Wiedemann Stiftung“ überführt war, gab es mehrere Bürgerversammlungen mit reichlich Diskussionsstoff, in denen das dem Ehepaar Wiedemann vorschwebende Projekt eines Dorfgemeinschaftshauses vorgestellt und Details festgelegt wurden.

Ab 2017 legten die Hirschzeller mit viel Energie und Eigenleistung los. Rund 5000 freiwillige Arbeitsstunden wurden in der Folgezeit geleistet. An die zwei Millionen Euro mussten in die Hand genommen werden, um aus Altem Neues zu schaffen.

Am vergangenen Freitag war es nun so weit, mit Liedern und Tänzen der Hirschzeller Grundschüler und einer musikalischen Uraufführung, der für das Ehepaar Wiedemann komponierten „Hirschzeller Sonnenpolka“ durch den örtlichen Musikverein, wurde die offizielle Einweihung festlich angestimmt. Stadtpfarrer Bernhard Waltner und sein evangelischer Amtskollege Alexander Röhm stellten anschließend das gesamte Gebäude unter den Segen Gottes.

Schwabens Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner war sichtlich angetan und voll des Lobes, was bürgerliches Engagement und Zusammenhalt zu leisten vermag. „Es geht einem das Herz hier auf“, so die ersten Worte seiner Rede. Genau zum rechten Zeitpunkt sei das Ganze fertig geworden. Denn gerade jetzt brauche man solche Stätten der Begegnung. Zuviel sei während der Corona-Krise in letzter Zeit auseinander gegangen. Und so müsse ganz einfach wieder organisiert werden, damit etwas passiert und los ist. Deshalb sei es richtig, zu diesem Zeitpunkt solch eine Stätte gesellschaftlichen Lebens zu eröffnen. Die Menschen müssten wieder ins Gespräch kommen und so ein Stück Heimat zu neuem Leben erwecken.

Im weiteren Verlauf seiner Ansprache bezeichnete Regierungspräsident Lohner das in Hirschzell neu entstandene Dorfgemeinschaftshaus als leuchtendes Vorbild für bürgerliches Zusammenwirken. Schließlich sei hier, ohne einen einzigen Cent an staatlichen Förderungen bekommen zu haben, eine geradezu visionäre Idee, Bürger zusammenzubringen und den Gemeinschaftssinn zu stärken, hervorragend umgesetzt worden.

Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse würdigte das hier Geschaffene als wahre Musterlösung. Man habe - auf Förderprogramme verzichtend - den richtigen Weg eingeschlagen. „Wir sind unseren eigenen, den „Hirschzeller und Wiedemann´schen Weg“ gegangen - und das war gut so“.

Es sei zunächst eine Vision gewesen, ein derart altes und marodes Gebäude zu neuem Glanz zu erwecken. „Das Vorhaben ist gelungen und die Stadt hat das Ganze begleitet“, so Kaufbeurens Stadtoberhaupt. Die von der Stadt in dieses Projekt beigesteuerten 600.000 Euro seien gut angelegt. Das Ehepaar Wiedemann habe mit diesem Gemeinschaftshaus etwas Großartiges für die Allgemeinheit geschaffen und dem Ganzen „die Krone aufgesetzt“. Er selber sei davon überzeugt, dass dieses Haus zu seinem zweiten Wohnzimmer werde und er noch sehr oft bei allen möglichen Veranstaltungen hier sein werde.

Als Zeichen der Verbundenheit und Anerkennung für das hier Geschaffene überreichte Bosse dem Ehepaar Wiedemann eine kunstvoll gestaltete Wandkachel der Stadt Kaufbeuren.

Im weiteren Verlauf ergriff noch der Vorsitzende Harald Kirschner vom Musikverein Hirschzell und der Erste Schützenmeister der „Prinz-Alfons-Schützen“ das Wort. Beide würdigten dabei die gelungenen Räumlichkeiten im Obergeschoss des Gebäudes, die als Musikprobenraum und hochmoderne Schießstände genutzt werden können.

Tags darauf - am vergangenen Samstag - war dann die gesamte Ortsgemeinschaft zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Dabei konnte das Haus allen interessierten Bürgern vorgestellt werden.

von Klaus-Dieter Körber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wild-Bader gefährden Elbsee
Kaufbeuren
Wild-Bader gefährden Elbsee
Wild-Bader gefährden Elbsee
Eine gebührende Bleibe für Udo
Kaufbeuren
Eine gebührende Bleibe für Udo
Eine gebührende Bleibe für Udo
61-jährige Kaufbeurerin stirbt nach Frontalzusammenstoß
Kaufbeuren
61-jährige Kaufbeurerin stirbt nach Frontalzusammenstoß
61-jährige Kaufbeurerin stirbt nach Frontalzusammenstoß
Til Schweiger dreht Szenen seines neuen Kinofilms in Kaufbeurer Altstadt
Kaufbeuren
Til Schweiger dreht Szenen seines neuen Kinofilms in Kaufbeurer Altstadt
Til Schweiger dreht Szenen seines neuen Kinofilms in Kaufbeurer Altstadt

Kommentare