Espachstift wird von Corona-Welle erfasst

Kaufbeuren: Im Seniorenheim nach Corona-Ausbruch „stündlich eine neue Lage“

Seniorenheim Espachstift Kaufbeuren
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Das Espachstift ist nach über 60 positiven Corona-Tests lokaler Hotspot.

Kaufbeuren – „Wir haben fast stündlich eine neue Lage!“ So fasste Ernst Schönhaar als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Espachstift der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde die Situation im Seniorenheim gegenüber dem Kreisbote zusammen. Er drückte damit aus, dass trotz abgeschotteter Situation weitere Fälle im Heim durchaus auftreten können. In dem Kaufbeurer Seniorenheim sind knapp 25 Prozent der Heimbewohner und Beschäftigten infiziert. Eine ältere Bewohnerin ist mit der Infektion verstorben.

Mit Stand Mittwochabend um 18 Uhr haben sich laut Heimleitung insgesamt 66 Personen in der Einrichtung mit dem Virus infiziert. Das Heim hat aktuell 112 Bewohner und 150 Beschäftigte. „Wir stehen in permanentem Kontakt mit dem Gesundheitsamt“, so Heimleiter Christian Jakob. Aktuell befinden sich nach seinen Worten drei Bewohner im Krankenhaus. Dabei handelt es sich um Personen, die im Rahmen der durchgeführten Reihentestung alle ein negatives Testergebnis bekommen hatten. Erst nach ihrer Einlieferung im Krankenhaus ergaben die neuerlichen Tests bei zwei Personen am Montagabend und der dritten Person am Mittwoch ein positives Ergebnis.

Ohne Symptome

„Es ist jedoch wichtig festzustellen“, so Schönhaar, „dass über die Hälfte der als positiv getesteten Personen ohne Symp­tome ist.“ Sie hätten lediglich im Rahmen der Reihentestung ein positives Testergebnis gehabt. Die Heimleitung hatte nach Bekanntwerden im Rahmen einer ersten Ermittlung mit Bezug zu ihrem Heim am vorletzten Wochenende die ohnehin strikten Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Ab diesem Zeitpunkt traten ein Aufnahmestopp und ein absolutes Besuchsverbot in Kraft. Der „Patient Null“, also der Urheber und Auslöser der Infektionskette, ist laut Schönhaar und Jakob nicht mehr ausfindig zu machen.

Lokaler Hotspot

Das Gesundheitsamt verfolge dennoch nach besten Möglichkeiten alle Wege. „Aus unserer Sicht handelt es sich um einen lokalen, eingrenzbaren Hotspot“, so der Pressesprecher des Landratsamtes, Thomas Brandl. Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse reagierte zwar betroffen, sagte aber auch: „Nach Rücksprache mit den Verantwortlichen des Espachstifts bin ich überzeugt, dass alles dafür getan wird, weitere Infektionen zu vermeiden und die Bewohner zu schützen. Eine erhöhte Infektionsgefahr für die gesamte Stadt sehe ich nicht gegeben, da wir einen eingrenzbaren Hot­spot haben. Meine Gedanken sind bei den Bewohnern, Mitarbeitern und Angehörigen“.

von Wolfgang Becker

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