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Plädoyer für soziales Handeln

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Von: Mahi Kola

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Ehrenring an Johann Marschall
Bei der Aushändigungsfeier im Rathaus überreichte OB Bosse den goldenen Ehrenring an Johann Marschall im Beisein von Familie, Freunden und seiner Frau Lydia. © Kola

Kaufbeuren – In Anerkennung seiner hohen Verdienste um das Gemeinwohl wurde Johann Marschall jüngst der Ehrenring der Stadt Kaufbeuren verliehen. Im historischen Sitzungssaal des Rathauses fanden sich neben Familie, Freunden und Wegbegleitern des Ehrenringträgers auch Stadträte und viele weitere Gäste ein. Marschall, der für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement in einer Vielzahl von Bereichen ausgezeichnet wurde, hob insbesondere die Bedeutung gemeinnützigen Handelns für die Gesellschaft hervor.

Über 45 Jahre war Johann Marschall in der Sparkassenorganisation tätig, davon ab 1995 als Vorstandsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren, und hat in dieser Zeit laut Oberbürgermeister Stefan Bosse durch sein „großartiges Engagement den Weg der Sparkasse gestaltet“. Seit 2002 war Marschall als Obmann des Sparkassenverbandes Schwaben tätig. Dass sich sein Engagement aber weit über die Sparkassenorganisation hinaus erstreckt, zeigte sich an den zahlreichen Ehrenämtern, die Marschall über viele Jahre hinweg ausübte – sei es im wirtschaftlichen, sozialen oder gesellschaftlichen Bereich: Sein Einsatz für die IHK Schwaben, Volkshochschule, Stadtmuseum, DLRG, Rotary-Club, SKM, oder als Gründungsmitglied beim Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, der Aktionsgemeinschaft Attraktives Kaufbeuren, der Stiftung Kunsthaus und den Bürgerstiftungen waren nur einige Beispiele, die der Oberbürgermeister bei der Aushändigungsfeier aufzählte. Zu den Auszeichnungen, die der Ehrenringträger bereits erhalten hat, zählt auch das Verdienstkreuz am Bande. „Bis heute engagieren Sie sich mit größtem persönlichen Einsatz für die Region“, galt der Dank des Stadtoberhaupts dem neuen Ringträger. Bosse hob besonders Marschalls Einsatz für die Bürgerstiftung hervor, der als bisheriger Vorsitzender das Zepter kürzlich an Winfried Nusser weitergab (wir berichteten). Als unabhängige Institution soll die Bürgerstiftung Menschen zusammenführen, die sich für eine sozial friedliche, umweltgerechte und kulturell vielfältige Kommune einsetzen.

Suche nach bleibenden Werten

OB Bosse griff in seiner Laudatio die Frage nach selbstlosem Handeln für die Gemeinschaft auf. Zu selten werde die Frage gestellt, was der Einzelne für seine Mitmenschen tun kann. Immer wieder aber gebe es Menschen, die eben dies „zur Richtschnur ihres Handels machen“, so Bosse. Die Verleihung des Ehrenrings sei eine Erinnerung an solch beispielhaftes Verhalten. Denn gerade in der heutigen Zeit suchten viele, insbesondere junge Menschen „nach Halt, nach bleibenden Werten und Beispielen anerkannten Handelns“. Umso wichtiger sei eine Verständigung über jene Werte und Maßstäbe des Handelns – damit nicht nur „die großen Krisen und Rettungsaktionen gesehen werden, sondern auch die unspektakulären, vermeintlich kleinen Taten ins Bewusstsein der Menschen rücken und die Anerkennung erhalten, die sie verdienen“.

„Menschlich viel zurückbekommen.“

Der Träger des Ehrenrings an diesem Abend zeigte sich angesichts der Auszeichnung ebenso überrascht wie dankbar: „Es tut einfach gut, wenn man spürt, dass jahrelanges Engagement auf diese Weise anerkannt wird.“ Seinen Dank richtete er an seine Lebensgefährtin sowie seine Mitstreiter und Wegbegleiter, denn „ich allein hätte nichts bewegen können“, so Marschall. In der Zeit seines Wirkens sei er mit vielen Missständen in Berührung gekommen; habe sich oft gefragt, wie man Dinge zum Besseren wenden könnte. Wichtig sei ihm die Nahtstelle zwischen Wirtschaft und Schule, aber auch die Bürgerstiftung sei ein besonders großes Anliegen, das er auch künftig in guten Händen sah. Für das Herzblut, die Zeit und Energie, die er in diesen Jahren investierte, habe er „persönlich und menschlich viel zurückbekommen“. So habe sich für ihn der Glaubenssatz „Geben ist seliger als Nehmen“ bewahrheitet. Auch in Kauf­beuren gebe es viele Menschen, die sich engagieren. Marschall hoffte, für den ein oder anderen in diesem Rahmen den Anstoß zu geben, es ihnen nachzutun: „Es kommt viel mehr zurück, als man gibt.“

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