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Tödlicher Unfall an der Benediktenwand: Eine 51-jährige Kaufbeurerin stürzt 80 Meter vom Gipfel in den Abgrund

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Von: Christiane Mühlbauer, Veronika Ahn-Tauchnitz

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Bei Kletterern beliebt ist die Nordwand der Benediktenwand – hier im Vordergrund die Hausstattalm. Im Winter sind die Routen, wenn überhaupt, aber nur für Könner zu empfehlen.
Zu einem tödlichen Unfall kam es am Dienstag an der Benediktenwand. © Patrick Staar

Kaufbuern/Benediktbeuern - Ein tödlicher Bergunfall hat sich an der Benediktenwand ereignet. Eine 51-jährige Kaufbeurerin stürzte am Dienstag etwa 80 Meter über felsiges Gelände ab. Nach Angaben der Polizei war die Wanderin zusammen mit ihrer Schwester von Gschwendt (Gemeinde Benediktbeuern) aus in Richtung der Tutzinger Hütte aufgestiegen. Noch vor dem Erreichen der Hütte trennten sich die beiden Frauen allerdings.

Schwestern wollten sich wieder auf der Tutzinger Hütte treffen

Während der einen Schwester der Zustieg zur Hütte reichte, wollte die andere Schwester, die als fit und geübt beschrieben wird, alleine den Aufstieg zum Gipfel der Benediktenwand in Angriff nehmen. Später wollten sich die beiden wieder auf der Tutzinger Hütte treffen. Dort kam die 51-Jährige aber nie an. Ihre Schwester wählte darauf hin den Notruf. Ein großangelegter Sucheinsatz durch Bergwacht und Polizei begann.

Vier Bergwachten und die Polizei an Suche beteiligt

An der Suche waren die Bergwachten Lenggries, Bad Tölz, Wolfratshausen und Benediktbeuren beteiligt. Aus dem Klosterdorf waren es acht Ehrenamtliche, berichtet Bereitschaftsleiter Manuel Guglhör. „Es war ein schwieriger Einsatz.“ Die Polizei war mit einem Hubschrauber und Beamten der alpinen Einsatzgruppe vor Ort. Noch in der Nacht wurde die Vermisste im Bereich der Benediktenwand tot aufgefunden.

Bergung der Toten erst am nächsten Morgen möglich

Aufgrund der Dunkelheit und der Ausgesetztheit des Geländes konnten die Einsatzkräfte aber erst am nächsten Morgen mit der Bergung beginnen. „Wir hätten uns sonst in erhebliche Gefahr begeben“, sagt Guglhör. Deshalb wollte man bis zum Tagesanbruch warten. Die Bergung der Verunglückten erfolgte dann durch die alpine Einsatzgruppe der Polizei und einem Polizeihubschrauber in guter Zusammenarbeit mit der Bergwacht Benediktbeuern.

Frau wollte auf einem ausgesetzten Steig absteigen

Die Frau wollte nach bisherigen Erkenntnissen einen ausgesetzten Steig unterhalb des Gipfels hinabsteigen, der ab und zu durch Ortskundige mit entsprechender Ausrüstung begangen wird. Es handelt sich um keinen offiziellen Weg, vielmehr führt dieser sogenannte Maximiliansteig durch hochalpines Gelände, berichtet die Polizei im Pressebericht. Ob sich die Kaufbeurerin verstiegen oder sich an einer Tourenbeschreibung aus dem Internet orientiert hat, kann nicht abschließend geklärt werden. „Genauso wird es mangels Zeugen keine Antwort auf die Frage geben, aus welchem Grund die 51-Jährige zu Sturz kam und schließlich über steiles, felsiges Gelände etwa 70 bis 80 Meter abstürzte“, so die Polizei.

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