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Stadt Kaufbeuren will Müllentsorgung auf den Prüfstand stellen

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Von: Mahi Kola

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Müllhaufen in Wohnanlage Kaufbeuren
Die Müllentsorgung wird für die Stadt Kaufbeuren immer teurer. Strengere Regeln bei der Sperrmüllabholung sollen unter anderem Abhilfe schaffen. © Kola

Kaufbeuren – Die Stadt Kaufbeuren hat mit immer weiter steigenden Kosten für die Müllentsorgung zu kämpfen. Wie die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses mitteilte, sind die Aufwendungen für die Entsorgung in den letzten vier Jahren um circa 34 Prozent gestiegen. Das Abfallsystem soll deshalb nun komplett auf den Prüfstand gestellt werden.

Die Ursachen für die Kostensteigerungen liegen unter anderem in gesetzlichen Anforderungen an die Umweltverträglichkeit von Entsorgungstechnologien sowie Teuerungen für Energie und Logistik. „Gegen diese Entwicklung müssen wir etwas machen“, betonte Christoph Mayer als städtischer Abteilungsleiter für Entsorgung.

Abfallsystem unter der Lupe

Um die Müllgebühren in Zukunft stabil zu halten und gegen überproportionale Abfallmengen vorzugehen, soll nun eine Arbeitsgruppe aus Stadtratsmitgliedern, Verwaltung und einem externen Institut gebildet werden. Das Institut für technischen Umweltschutz soll nach eingehender Analyse aufdecken, wo noch Verbesserungspotenzial in puncto Entsorgung besteht. Bürgermeister Oliver Schill (Grüne) begrüßte das Vorhaben.

Er hielt es für eine gute Idee, „das gesamte Entsorgungssystem auf den Prüfstand zu stellen“, zumal sich schließlich auch das Konsumverhalten der Menschen verändert habe. Auch Holger Jankovsky (Grüne) vertrat die Meinung, dass der Gedanke „genau zum richtigen Zeitpunkt“ kommt – nicht zuletzt im Hinblick auf den geplanten neuen Wertstoffhof auf dem Gelände der Kläranlage. Es sei an der Zeit, „Abfallentsorgung neu zu denken“, so Jankovsky.

Catrin Riedl (SPD) und Markus Holste (CSU) befürworteten das Vorhaben ebenfalls. Holste lenkte das Augenmerk insbesondere darauf, zu evaluieren, von wo der Müll angeliefert wird. Er äußerte damit die altbekannte Sorge, dass mitunter auch Bürger außerhalb Kaufbeurens ihren Abfall in den hiesigen Wertstoffhöfen „fremd“ entsorgen. Klarheit könnte auch hier das Gutachten bringen.

Strengere Regeln bei Sperrmüllabholung

Die Sperrmüllabholung stellt die Stadt vor ähnliche Schwierigkeiten, denn teilweise würden „ganze Hausentrümpelungen“ auf der Straße landen, die auch zulasten der Gebührenzahler gehen. Unkalkulierbare Sperrmüllmengen, eine unklare Sperrmülldefinition und der Aufwand, der für die Abholung betrieben wird, trügen laut Mayer ihren Teil zur Problematik bei.

Um hier Verbesserungen zu erzielen, sollen strengere Entsorgungsregeln eingeführt und die Sperrmülldefinition in einer Satzungsänderung konkretisiert werden. Sperrige Abfälle, die mit dem Gebäude/Grundstück verbunden waren (zum Beispiel Türstöcke oder Zäune), sollen künftig nicht mehr abgeholt werden. Das gelte auch für Elektroschrott – dieser könne kostenlos am Wertstoffhof abgegeben werden.

Mengenbegrenzung und digitaler Antrag

Auch eine Begrenzung der Sperrmüll-Menge auf drei Kubikmeter ist vorgesehen. Auf diese Weise erhofft sich die Verwaltung, die Abholung ganzer Hausentrümpelungen zu verhindern. Auch, dass manche dazu verleitet werden, ihren Müll spontan beim Nachbarn dazuzustellen, könnte dadurch eingedämmt werden.

„Eine solche Begrenzung ist schon lange notwendig“, meinte dazu Ernst Schönhaar (CSU). Michael Martin (FW) befürchtete allerdings, dass „drei Kubikmeter zu wenig“ seien. Ein neu gestalteter digitaler Sperrmüllantrag soll den Bürgern bei der Mengenberechnung helfen. Der Antrag kann über die bestehende Abfall-App oder auf der Website der Stadt erfolgen. Der Ausschuss stimmte einstimmig dafür, dem Stadtrat die Satzungsänderungen zu empfehlen.

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