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Kaufbeuren hebt die Zuschüsse für beide Privatschulen deutlich an

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Von: Felix Gattinger

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Marienschule Kaufbeuren
Angesichts der Energiekrise in Europa leiden die Marienschulen wie viele der bayerischen Privatschulen unter einem hohen Defizit bei den Betriebsausgaben. Wie der Landkreis hat jetzt auch die Stadt reagiert und die kommunalen Zuschüsse deutlich angehoben. © Hirschberg

Kaufbeuren – Die Marien-Realschule und das Mariengymnasium bekommen höhere Zuschüsse von der Stadt Kaufbeuren. Die Anhebung wurde in der jüngsten Sitzung des Verwaltungs-, Finanz- und Stiftungsausschusses ohne Gegenstimmen beschlossen. So soll für alle 458 Schülerinnen mit Hauptwohnsitz in Kaufbeuren der Jahreszuschuss pro Kopf rückwirkend ab dem 1. Januar von 200 auf 300 Euro angehoben werden. Träger der Schulen ist jeweils das Schulwerk der Diözese Augsburg.

Bereits im Dezember 2022 hatte der Landkreis Ostallgäu die gleiche Zuschusserhöhung beschlossen (wir berichteten). Für Schulkinder, die nicht in Kaufbeuren und auch nicht im Landkreis Ostallgäu wohnen (derzeit insgesamt 103) bleibt der kommunale Zuschuss von je 100 Euro unverändert. Für die Stadt Kaufbeuren bedeutet das Mehrausgaben von insgesamt rund 148.000 Euro.

Defizit bei den Betriebsausgaben

Hintergrund der Zuschusserhöhung ist ein entsprechender Antrag des Schulwerks der Diözese vom November letzten Jahres, der sich auf ein deutliches und Defizit bei den Betriebskosten der Schulen stützt. Als Ursachen dafür wurden im Antrag besonders die gestiegenen Stromkosten und der teure Bezug von Fernwärme hervorgehoben. Im Antrag wurde das prognostizierte Defizit mit rund 1,1 Millionen Euro beziffert.

Wie Referatsleiter Markus Pferner in der Sitzung darlegte, könnten sich die Zuschussanhebungen aber auch wieder reduzieren, im Falle, dass der Freistaat Bayern sich durchdringt, die Privatschulen in Bayern zu bezuschussen. Im vergangenen Dezember hatten 10.000 Schulangehörige privater bayerischer Schulen bei einer Kundgebung auf dem Münchner Königsplatz eine finanzielle Gleichstellung mit den öffentlichen Schulen gefordert (wir berichteten). Bei dieser Veranstaltung hatte unter anderem der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl die Absicht bekundet, eine Änderung des Schulfinanzierungsgesetzes noch in der laufenden Legislaturperiode herbeiführen zu wollen.

An den Marienschulen ist man hocherfreut über die Anhebung der Sätze: „Die Erhöhung der Zuschüsse für Schülerinnen aus dem Stadtgebiet Kaufbeuren ist für uns eine tolle Sache und zeigt die starke Verwurzelung unserer beiden Schulen in der Stadt Kaufbeuren“, betont die Schulleiterin der Marien-Realschule, Susanne Fedchenheuer. Und ihre Kollegin vom Marien-Gymnasium, Christine Frank, ergänzt: „Wir bedanken uns – auch im Namen unseres Schulträgers – für dieses gar nicht selbstverständliche, freiwillige finanzielle Engagement der Stadt ­Kaufbeuren, die direkt unseren Schülerinnen und Schülern zugutekommt.“

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