1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kaufbeuren

Neugablonzer bemängeln in Bürgerversammlung rücksichtslose Radfahrer 

Erstellt:

Von: Mahi Kola

Kommentare

neugablonzer zentrum
Für Unmut sorgen die nicht einheitlichen Parkzeiten im Neugablonzer Zentrum. Die Stadt verspricht baldige Verbesserungen. © Kola

Kaufbeuren-Neugablonz – Bei der Bürgerversammlung am vergangenen Donnerstag im Gablonzer Haus sorgten vor allem beschädigte Straßen und rowdyhafte Radfahrer für Unmut bei den Neugablonzern. Moniert wurden unter anderem auch die Parkzeiten im Neugablonzer Zentrum sowie zu schnell fahrende Autos in Tempo-30-Zonen.

Die Bürger machten ihrem Ärger über den mangelhaften Zustand mancher Straßen Luft: Vor allem in der Hüttenstraße wünschten sie sich eine zeitnahe Behebung der Mängel. „Wir wissen um den Zustand jeder Straße“, sagte dazu Oberbürgermeister Stefan Bosse in der Versammlung. Personell und finanziell bedingt müsse man aber abwägen, welche Straßen zuerst gemacht werden. „Wir versuchen, zunächst die gröbsten Geschichten anzugehen“, so Bosse. Im Falle der Hüttenstraße habe es auch durch Corona Verzögerungen gegeben. Baureferent Helge Carl sicherte hier zu, dass die Hüttenstraße 2023 hergerichtet werde. Auch die Jägerstraße soll dann saniert werden. Eine Bürgerin regte an, entsprechende Verbesserungen auch in der Neuen Zeile anzuvisieren.

Rüpel-Radler in der Kritik

Sorge bereitete den Neugablonzern außerdem das zunehmend rücksichtslose Verhalten der Radfahrer. Sie fielen etwa durch eine chaotische Fahrweise auf, seien mitunter entgegen der Fahrtrichtung oder ohne Licht unterwegs. Mit dem „Streichelkurs“ sei es bald vorbei, wie der anwesende Verkehrssachbearbeiter der Polizei, Stefan Horend, ankündigte. Die Polizei setze auf die Fahrradstreife, um dem Fehlverhalten künftig noch stärker entgegenzusteuern. „So können wir auch mehr auf Augenhöhe mit den Radfahrern sprechen“, sagte Horend. Dabei seien es nicht nur jüngere, sondern auch ältere Menschen, die sich nicht an die Verkehrsregeln hielten. Neben rüpelhaften Radlern machten den Bürgern auch zu schmale Radwege zu schaffen. Der Berg von Kauf­beuren nach Neugablonz hoch sei eine „Katastrophe“, merkte etwa eine Bürgerin an. Sie fühlte sich auch von zu schnell fahrenden E-Bikes bedrängt. Dass der Radweg „nicht mehr zeitgemäß“ sei, räumte Bosse ein, bat aber gleichzeitig um Verständnis für die (momentanen) Unzulänglichkeiten – Verbesserung solle in den nächsten Jahren nach und nach das Radwegekonzept bringen.

Raser und Parkprobleme

Zu schnell unterwegs seien Autofahrer oft auch in den Tempo-30-Zonen, wie ein Bürger bemängelte. Es gebe Raser, die in solchen Bereichen mit bis zu 100 km/h durch die Straße brettern, so beispielsweise im Rehgrund. Auch in der Proschwitzer Straße, wo insbesondere durch den Kindergarten erhöhte Vorsicht geboten sei, werde zu schnell gefahren. Die Bürger wünschten sich daher mehr Geschwindigkeitskontrollen in Tempo-30-Zonen. Laut Werner Wilhelm von der städtischen Verkehrsüberwachung werden bereits Messungen im gesamten Gebiet durchgeführt. Ärger bereiteten den Neugablonzern zudem in Wohngebieten abgestellte Lkw. Wie Wilhelm erläuterte, sei hier die Schwierigkeit, den Fahrern nachzuweisen, dass sie ihren Lkw dauerhaft, also über mehrere Tage im Wohngebiet geparkt haben. Parkprobleme anderer Art sah eine Bürgerin am Neuen Markt: Sie störte sich an der begrenzten Parkdauer, nicht einheitlichen Regelungen und mangelnder Beschilderung. Eine Lösung ist hier laut Ordnungsamtsleiter Bruno Dangel in Sicht. Ende des Jahres sei ein Stadtentwicklungsgutachten mit Parkraumanalyse in Planung. „Wir haben auch Interesse daran, das zu harmonisieren“, so Dangel.

Von Müllabfuhr bis Frauenschwimmen

Die Versammlung bot Raum für verschiedenste kleinere Anliegen, Anregungen, aber auch Lob. Während eine Bürgerin vorschlug, die Restmülltonne in Neugablonz statt wöchentlich nur alle 14 Tage zu leeren, störte sich ein anderer Bürger am Angebot des Frauenschwimmens im Hallenbad, das den Frauen für drei Stunden ungestörtes Schwimmen ermöglicht. Er bedauerte, dass das Bad in dieser Zeit nicht für alle Besucher, die zum Teil von weit her angereist seien, zugänglich sei. „Wir sind ein kommunales Bad und damit für alle da“, bat der OB um Toleranz für das Angebot. Über wuchernde Hecken, die in den Gehweg ragen, wurde an anderer Stelle geklagt.

Verbesserungsbedarf sahen die Bürger auch, was den Zustand der Friedhöfe angeht. Statt morscher Bänke auf dem Waldfriedhof wünschte sich eine Bürgerin etwa robustere Sitzgelegenheiten. OB Bosse zufolge habe die Stadt auch in diesem Bereich mit Personalnot zu kämpfen. Reichlich Lob gab es indes für jene Bürger der Stadt, die sich mit unermüdlichem persönlichen Einsatz ehrenamtlich engagieren. „Solche Menschen, die sich mit Herzblut für das Gemeinwohl einbringen, halten die Gemeinschaft zusammen“, äußerte Bosse seine Bewunderung.

Auch interessant

Kommentare