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Bundesverband der Gablonzer Industrie stellt Entwicklungen vor

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Von: Klaus-Dieter Körber

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Bundesverbandes der Gablonzer Industrie Verabschiedung Vorstandsvorsitzender Thomas Hübner (Mitte) mit  Peter Seibt (links) und Wolfgang Schnabel
Im Rahmen der Generalversammlung des Bundesverbandes der Gablonzer Industrie wurde der langjährige Vorstandsvorsitzende Thomas Hübner (Mitte) von seinen Kollegen Peter Seibt (links) und Wolfgang Schnabel verabschiedet. © Bundesverband der Gablonzer Industrie

Neugablonz – Es ist mittlerweile Tradition, dass der Unternehmerverband der Gablonzer Industrie nach seiner Generalversammlung zu einem Pressegespräch ins Haus der Industrie einlädt. Die Vorstandsvorsitzenden Peter Seibt und Wolfgang Schnabel sowie Verbandsgeschäftsführer Thomas Nölle stellten die neuesten Zahlen und Ergebnisse aus dem „Noch-Coronajahr“ 2021 vor. Diese fielen übereinstimmend besser als erwartet aus, wobei allerdings gewisse wirtschaftliche Folgen aus der Pandemiezeit und neuerliche Probleme hinsichtlich explodierender Preise in den Bereichen Energieversorgung und Materialkosten nicht zu übersehen sind.

Zwischenzeitlich sei die Anzahl der kleinen und mittelständischen Unternehmen der Gablonzer Industrie auf rund 80 Betriebe zurückgegangen, davon seien 56 Firmen Mitglied im Bundesverband, so Nölle. Zurückzuführen sei dies auf Fusionen, Geschäftsübernahmen und -aufgaben, wobei vereinzelte Neumitglieder hinzugekommen seien. Als Hauptgeschäftsfelder nannte der Geschäftsführer, speziell im Neugablonzer Raum, den Modeschmuck aus Glas, Metall und Kunststoff sowie technische Artikel und komplette Baugruppen. Ebenso würden Dienstleistungen wie Oberflächenveredelung und der Werkzeug- und Formenbau dazu gehören. Zahlreiche Betriebe würden erfolgreich „zweigleisig fahren“. Durch einen konsequenten Ausbau der vorhandenen Kompetenzen und der Nutzung neuer Technologien entwickle sich dieser Industriezweig recht erfolgreich, wobei gerade die vorhandene Flexibilität und Vielseitigkeit als wichtiger Erfolgsfaktor anzusehen seien. In diesem Zusammenhang wies Nölle darauf hin, dass die Stärke der Gablonzer Industrie schon immer darin bestanden habe, sich rechtzeitig zu verändern und auf aktuelle Situationen und neue Märkte einzustellen.

Auch Vorstandsvorsitzender Schnabel ging auf dieses Thema ein und bezeichnete Neugablonz als ein riesiges Kompetenzzentrum, in dem vor allem die Kreativität eine Hauptsäule des Erfolges sei.

Im aktuellen Geschäftsbericht stellte Nölle die zahlreichen, mit Erfolg bewältigten Kernaufgaben des Verbandes vor und nannte die für Verbandsmitglieder so wichtigen Fachinformationen aus erster Hand, die wertvolle Öffentlichkeitsarbeit mit Ausstellungen und Sonderschauen, sowie die Vertretung der Branche in der Tarifpolitik, wobei die Interessen der Arbeitgeber unmittelbar in die Tarifergebnisse einfließen können.

Seibt erläuterte anschließend die Ergebnisse der Betriebserhebung aus dem Geschäftsjahr 2021. Sichtlich erfreut stellte Seibt dabei fest, dass das Umsatzplus von 4,9 Prozent wesentlich besser als erwartet ausgefallen sei. Allerdings musste er darauf hinweisen, dass die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise und die jüngste Preisexplosion beim Material bei einigen Unternehmen doch tiefe Spuren hinterlassen haben, die alle noch nicht völlig überwunden und ausgestanden sind. Dies zeige sich in der Streuung des Umsatz-Mittelwertes.

So gingen diese Zahlen teilweise weit auseinander. Es gebe Firmen, denen es recht gut gehe mit Umsatzsteigerungen bis zu 52 Prozent. Andere Unternehmen konnten die Coronafolgen und auch andere Herausforderungen nicht so ohne weiteres abstreifen und befänden sich im Minusbereich in einer unerfreulich schlechteren Lage.

Wie Seibt weiter erklärte, würden stark gestiegene Energie- und Arbeitskosten in Verbindung mit hohen Rohstoff- und Materialpreisen Betriebe dazu zwingen, die Verkaufspreise ihrer Produkte und Leistungen deutlich zu erhöhen. Auf den von hoher Inflation belasteten Märkten würden diese dann auf eine schmelzende Auftragslage und Käufer-Zurückhaltung stoßen.

In der tags zuvor stattgefundenen Generalversammlung gab es auch Neuwahlen. Schnabel und Seibt wurden dabei als Vorstandsvorsitzende bestätigt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Silke Gubo, Renate Schäfer und Alfred Scholze jun. Dem Aufsichtsrat gehören an: Ruth Huyer, Birgit Mikolasch (neu), Anne Menzel, Andreas Lang, Andrea Schaurich und Norbert Schier (neu). Nach 20-jähriger Mitgliedschaft in der Vorstandschaft, darunter 14 Jahre als Vorstandsvorsitzender, wurde Thomas Hübner verabschiedet und die Firma Schöffel & Kujan GmbH für 60 Jahre Mitgliedschaft im Bundesverband mit einer Ehrenurkunde gewürdigt.

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