SPD wird "weiblicher und jünger"

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Der alte und neue Vorsitzende des SPD-Ortsvereines Kaufbeuren und Neugablonz und zudem SPD-Bundestagskandidat Pascal Lechler vor der neuen SPD-Geschäftsstelle „Am Breiten Bach 8“.

Kaufbeuren-Neugablonz – Vorstandswahlen und Ehrungen standen im SPD-Ortsverein Kaufbeuren und Neugablonz an und dafür nutzten die Sozialdemokraten gleich die neue SPD-Geschäftsstelle „Am Breiten Bach 8“. Einige Genossen blicken auf mehrere Jahrzehnte SPD-Mitgliedschaft zurück und wurden geehrt. Bei turnusmäßigen Neuwahlen wurde der Vorstand verjüngt.

In einem kurzen Jahresrückblick, erinnerte Ortsvorsitzender und Bundestagskandidat Pascal Lechler an die vollbesetzten Veranstaltungen am Aschermittwoch mit Paul Wengert und den Vortrag vom Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Mali im April dieses Jahres. Selbstkritisch nannte er auch die Veranstaltung „Stimme für Vernunft – gegen Rassismus im Fußball“ Mitte März im Gablonzer Haus, die etwas schwach besucht gewesen sei, freute sich aber dennoch darüber, dass dabei der Kontakt zum Bayerischen Fußballverband zustande gekommen sei.

In Vertretung von Stadträtin Helga Ilgenfritz informierte Lechler über Themen aus dem Kaufbeu­rer Stadtrat, unter anderem auch über den Fortschritt der Arbeiten in der Fußgängerzone. Er zitierte Ilgenfritz, dass immer mehr Kosten um das neue Eissportstadion entstehen würden, wie beispielsweise die Zugänge und Zufahrten zum Stadion. Diese würden aber nicht dem Eisstadion zugerechnet, sondern im Haushalt der Stadt verankert.

Auch zum Fachmarktzentrum am Forettle sei bisher neben der Firma REWE kein anderer Mieter bekannt und man befürchte Abwanderungen aus der Innenstadt ins Fachmarktzentrum.

Die CSU und Kaufbeurer Initiative (KI) weise immer neue Gewerbegebiete zur Ansiedlung von Unternehmen aus, viele Unternehmen würden aber gar keine oder nur geringe Gewerbesteuern bezahlen. Ebenso fehlten in Kaufbeuren Wohnungen auf sozialverträglichem Niveau, sozialer Wohnungsbau sei so gut wie gar nicht geplant. Lediglich Hospitalstiftung und Gablonzer Siedlungswerk seien aktiv und zukunftsweisend. Als „vorbildlich“ bestätigte Ilgenfritz‘ Vertreter die Arbeit im Stadtrat für die Jugend und die Integration.

Auch Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth, die seit Anfang des Jahres in den Bayerischen Landtag nachgerückt war, bestätigte grundsätzlich fehlenden Planungen zur Wohnungssituation: „Wohnen muss man langfristig planen“. In Kempten seien etwa 40 Prozent der Wohnungen in der Hand der stadteigenen Firma, sodass man dort auch mehr Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen könne.

Aus dem Landtag schilderte sie Arbeiten an einem Vergabegesetz, bei dem bei Ausschreibungen von Kommunen, bei der Vertragsvergabe an Firmen dann auch deren Tariftreue für die Arbeitnehmerentlohnung mit geprüft werden solle.

In einer anschließenden kurzen Diskussion brandete spontaner Beifall unter den Zuhörern auf, als aus deren Kreis zum Thema Rente die Forderung formuliert wurde: „Als Sozialdemokraten müssen wir darauf hin arbeiten, dass alle Kinkerlitzchen wie Riester und so weiter wegfallen und nur in die eine, ordentliche Rentenversicherung eingezahlt wird“.

Ehrungen

Für ihre langjährigen Partei-Mitgliedschaften wurden Peer Zander für 20 Jahre, Bernhard Scharf für 40 Jahre, Osterzells Altbürgermeister Josef Fleschutz für 50 Jahre und Joachim Westphal sogar für 60 Jahre geehrt. Vier Neumitglieder, allesamt Frauen, erhielten zudem ihr neues Parteibuch. Angesichts von 16.000 SPD-Neumitgliedern in Deutschland waren sogar kurzzeitig die Parteibücher ausgegangen.

Neuwahlen

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Pascal Lechler wieder zum Vorsitzenden gewählt, die Stellvertretung übernimmt Hans Grapenthin, der auch als Kassier bestätigt wurde. Eine sichtbare Verjüngung ergab sich durch die Wahl von Esther Mantel zur weiteren stellvertretenden Vorsitzenden und Doris Thiel-Schunk zur Schriftführerin. Als Beisitzer wurde Helmut Holzmüller bestätigt. Neu hinzu kamen Stefanie Pfeiffer und Dr. Ing. Hans Ulrich Schurig.

Lechler kommentierte das Ergebnis positiv: „Wir werden weiblicher und jünger in der SPD.“

von Wolfgang Krusche

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