Hoher Sachschaden

Neugablonzer Fieselstadion: Kann die Politik das Streethockey vor dem Aus retten?

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Das war kein Sturm, sondern pure Gewalt. Unbekannte zerstörten mutwillig ganze Teile des Neugablonzer Fieselstadions. Der Schaden ist immens.

Kaufbeuren – Die Coronakrise zwingt viele Verein in die Knie. Doch dem Verein Street­hockey Kaufbeuren ist nicht nur deshalb das Lachen vergangen. Unbekannte haben durch mutwilliges Zerstören in der Spielstätte des Fieselstadions in Neugablonz einen Schaden von weit über 10.000 Euro verursacht.

Für das Streethockey in Kaufbeuren und das Umland kann dies das Aus bedeuten.

Das war kein Sturm, sondern pure Gewalt. Unbekannte zerstörten mutwillig ganze Teile des Neugablonzer Fieselstadions. Der Schaden ist immens.

Vorstand Sebastian Settele hat in seiner langen Zeit an der Spitze des Vereins vieles durchgemacht und erlebt: Von Schuttabladen im Bereich der Spielstätte, jährliches Müllaufsammeln und der Einbruch in einen der Container. Doch der jüngste Fall des Vandalismus sorgt bei ihm nur noch für Unverständnis und Kopfschütteln. Settele brachte den bisher größten Schaden der Vereinsgeschichte bereits zur Anzeige. Doch die Erfolgsaussichten den Schaden überhaupt ersetzt zu bekommen, sieht er gänzlich bei null. Das Ausmaß ist fatal: Die Torfangnetze wurden zerstört, Stangen umgebogen, Teile der Bande herausgerissen, auch das Dach des Spielerbereichs wurde nicht verschont. 

Müllberg

Mit den herausgerissenen Latten wollten die Unbekannten sogar die Container aufhebeln, was ihnen aber nicht gelang. Hinzu kommt noch ein großer Berg an Müll, der hinterlassen wurde. „Ich bin fassungslos“, zeigt sich Settele konsterniert. Er malt sich für den Verein und den Streethockey-Sport in Kaufbeuren ein düsteres Szenario aus. „Wenn wir es nicht schaffen, über Eigeninitiativen und finanzielle Unterstützung das Stadion zu reparieren, dann ist es leider aus und vorbei.“ Zwar habe der Verein einige Rücklagen, doch das reiche bei Weitem nicht aus. Eine Möglichkeit wäre auch, das Training der Mannschaften und den Spielbetrieb im Eisstadion durchzuführen. Doch die Kosten seien hier enorm, so Settele, der mit rund 6000 Euro pro Saison rechnet. Hier sind noch nicht einmal die Trainingszeiten des Nachwuchses mit eingerechnet. Das käme noch zusätzlich obendrauf.

Fass ohne Boden

Die Renovierungsarbeiten setzt Sebastian Settele mit einer Art Fass ohne Boden gleich. Das Areal liegt auf Germaringer Grund, ist von der Straße aus nicht sofort einsehbar. Es ist ein perfekter Ort für Partymacher und Umweltsünder. Der Weg zum Stadion wird auch von vielen Spaziergängern und Hundebesitzern genutzt, die höllisch aufpassen müssen, nicht in Glasscherben zu treten.

Seit über 30 Jahren wird auf diesem Gelände Streethockey gespielt. Die Green Monsters Kaufbeuren holten sich in spannenden Matches vor großem Publikum Deutsche Meisterschaftstitel. Auch die Asmotec-Streethockey-Liga zog die vergangenen Jahre immer wieder Interessierte nach Neugablonz.

Der Kreisbote hat mit Pascal Lechler, Sportbeauftragter der Stadt Kaufbeuren, über den Vorfall gesprochen. Der Kommunalpolitiker der SPD sei beim Anblick erschrocken gewesen, als er sich vor Ort die Schäden anschaute. „Wir müssen auf lange Sicht darüber nachdenken, ob es nicht möglich ist, für eine Beleuchtung zu sorgen.“ Lechler schlug einen gemeinsamen Termin mit der Stadt Kaufbeuren, der Gemeinde Germaringen und dem Verein selbst vor. „Wir versuchen das in irgendeiner Form in Ordnung zu bringen und hoffen hier auf eine gemeinsame Lösung“, so Lechler abschließend.

Schon vor dem Vandalismus hatten die Verantwortlichen des SHK entschieden, die Saison – corona­bedingt – abzusagen.


Stefan Günter

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