Schönstes Erlebnis: Standorterhalt

Kaufbeuren: Oberst Dirk Niedermeier übergibt Kommando zum Jahresanfang

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Für Oberst Dirk Niedermeier war Kaufbeuren einer der schönsten Standorte der Luftwaffe und für ihn mit einer „Traumverwendung“ verbunden.

Kaufbeuren – Der Kommandeur der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe, Oberst Dirk Niedermeier, übergibt am 20. Januar 2020 die Befehlsgewalt an seinen Nachfolger, Oberstleutnant Martin Langer. Nach gut zwei Jahren am hiesigen Standort wechselt der gleichzeitig als Standortältester für die beiden Standorte Kaufbeuren und Lechfeld fungierende Oberst nach Köln.

„Bei meinem Dienstantritt in Kaufbeuren habe ich von einer Wunschverwendung gesprochen. Daraus hat sich rückblickend eine Traumverwendung entwickelt“, sagte der Oberst im Gespräch mit dem Kreisbote.

In der Rückschau sieht sich der Kommandeur auch in einem anderen Punkt in seiner Einstellung bestätigt: „Die Ausbildung ist das A und O in den Streitkräften. Mit der Ausbildung in der Luftfahrzeugtechnik und Radar­technik leisten wir eine sehr gute Arbeit.“ Es klingt fast unglaublich, doch die Antwort auf die Frage: „Hätten Sie beim damaligen Amtsantritt eine Änderung des Schließungsbeschlusses für möglich gehalten?“ kam ohne zu zögern oder einen Anflug von Zweifel: „Ja, das habe ich für möglich gehalten!“ Diese Gewissheit manifestiert sich anschließend in einem Satz: „Mir war klar, dass wir durch Leistung überzeugen müssen und auch können!“ Dass dies gelungen ist, freue ihn natürlich ganz besonders und es sei eine echte Teamleistung des gesamten Ausbildungszentrums.

Ausbildung weiter im Fokus

Niedermeier verhehlt nicht, dass er gerne länger geblieben wäre: „Natürlich macht man in einer Traumverwendung gerne länger, aber andere Aufgaben sind ja durchaus auch reizvoll.“ Hinzu komme, dass Kaufbeuren der vermutlich schönste Standort der Luftwaffe sei, wo er zunächst seinen Wohnsitz noch behalte. Denn auch in seiner neuen Verwendung im Luftwaffenkommando in Köln wird er der Ausbildung verbunden bleiben und seine Erfahrungen weiter verwerten können: als Referatsleiter mit der Zuständigkeit für die Einsatzlogistik der Luftwaffe und die Luftfahrzeugtechnische Ausbildung – für die Luftwaffe und ihn selbst ein Glücksfall. Der Aufenthalt am Standort Köln wird allerdings nur kurz andauern, denn zum April 2021 erfolgt die Verlegung der Dienststelle nach Berlin.

Zukunft der Ausbildung

Für die Zukunft der jetzigen luftfahrzeugtechnischen Ausbildung sind die Weichen nach den Worten des scheidenden Kommandeurs zum Teil gestellt. Die Tornado-Ausbildung verbleibt auf jeden Fall bis 2028, wenn das Flugzeug 2030 außer Dienst gestellt werden sollte. Die Untersuchungen für die einst vorgesehene Verlagerung der Eurofighter-Ausbildung aufgrund des nun nicht mehr bestehenden Schließungsbeschlusses laufe noch, die Standortentscheidung könnte eventuell Einfluss darauf haben und wird 2020 erwartet. Das gilt auch für ein mögliches Nachfolgemodell des Tornado. „Die größte Herausforderung war anfangs, die Menschen aufgrund des Schließungsbeschlusses mitzunehmen und die Motivation so hoch zu halten, wie sie war“, so Niedermeier. „Doch die Entscheidung für den Standorterhalt durch den Generalinspekteur war das schönste Erlebnis!“ Es gibt auch noch offene Themen, die der Kommandeur zwar anstoßen, aber nicht vollenden konnte. „Mit der Ausstattung der Unterkünfte mit Internetanschlüssen und WLAN sind wir zwar deutlich weiter, aber noch nicht fertig, was ich mir gewünscht hätte.“ Das gelte auch für die Sanierung der Unterkünfte in den nächsten Jahren, wobei hier durch den Einsatz von Steuergeldern nur die wirtschaftlichste Lösung zum Tragen komme. „Das war hier eine sehr schöne Zeit und eine hervorragende Aufgabe. Am meisten aber haben mich die Menschen vor Ort beeindruckt, mit denen ich zusammenarbeiten durfte“, schloss der scheidende Kommandeur.

von Wolfgang Becker

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