Wahl des Zweiten Bürgermeisters und der Dritten Bürgermeisterin

Kaufbeuren: Oliver Schill (Grüne) und Dr. Erika Rössler (CSU) sind neue Vertreter von Oberbürgermeister Stefan Bosse

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Oliver Schill und Dr. Erika Rössler werden vereidigt.

Kaufbeuren – Der neue Kaufbeurer Stadtrat hat in seiner konstituierenden Sitzung gestern Nachmittag mehrheitlich Grünen-Fraktionssprecher Oliver Schill zum Zweiten Bürgermeister und CSU-Stadträtin Dr. Erika Rössler zur Dritten Bürgermeisterin gewählt. 

Schon vor der Kommunalwahl im März war bekannt gewesen, dass die bisherigen langjährigen Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) – er trat auch nicht mehr zur Stadtratswahl an – und Ernst Holy (KI) ihre Ämter nicht mehr bekleiden möchten. Vergangene Woche hatte das neue Bündnis aus CSU und Grünen bereits angekündigt, Schill und Rössler als Kandidaten vorzuschlagen.

Abstand im Stadtsaal.

Die Sitzung fand im Stadtsaal statt, um den vorgeschriebenen Mindestabstand einhalten zu können. Aus Infektionsschutzgründen war außerdem nur eine begrenzte Zahl an Besuchern, genau genommen 28, zugelassen, einige mussten abgewiesen werden. Vor Beginn der Stadtratssitzung sprachen die Pfarrer Alexander Röhm (evangelisch- lutherische Gemeinde Kaufbeuren und Neugablonz), Bernhard Waltner (Pfarreiengemeinschaft KF) und Holger Laske (altkatholische Gemeinde Kaufbeuren-Neugablonz) ein ökumenisches Gebet und erteilten gemeinsam ihren Segen.

Den ökumenischen Segen erteilten die Pfarrer Alexander Röhm (evang.-lutherische Gemeinde), Bernhard Waltner (Pfarreiengemeinschaft KF) und Holger Laske (altkath. Gemeinde KF-Neugablonz).

Buchers Nachfolger

Oliver Schill war in der Sitzung der einzige Vorschlag für den Posten des Zweiten Bürgermeisters. CSU-Ortsvorsitzender Stephan Stracke warb bei den Stadträten für den Vorsitzenden der Grünen-Fraktion und beschrieb ihn als „äußerst engagiert“. Schill sei stets der Sache verpflichtet und die hohe Anzahl an Wählerstimmen bei der Kommunalwahl (10.107) spräche für sich. Schill nahm anschließend die Gelegenheit wahr, um sich selbst vor allem den neuen Ratsmitgliedern vorzustellen. In die Fußstapfen von Gerhard Bucher, der 24 Jahre lang Zweiter Bürgermeister von Kaufbeuren war, wäre für den 47-Jährigen „eine große Aufgabe“, sagte er.

41 Wahlberechtigte – die 40 Stadträte und Oberbürgermeister Stefan Bosse – gaben ihre Stimmen in geheimer Wahl ab. Wegen der Corona-Pandemie und dem gebotenen Sicherheitsabstand wurde aus der Stimmabgabe eine regelrechte Choreografie. Zuvor waren Ernst Schönhaar (CSU) und Julia Bosse (Generation KF) in den Wahlausschuss berufen worden. Sie waren für die Auszählung der abgegebenen Stimmzettel verantwortlich. Die Verkündung des Ergebnisses oblag dem OB. Vier Stimmen waren ungültig, 37 entfielen auf Schill, der damit gewählt war. Der neue Zweite Bürgermeister, der bei der Kommunalwahl ursprünglich gegen Bosse als Oberbürgermeisterkandidat angetreten war, bedankte sich beim Gremium für das entgegengebrachte Vertrauen und drückte seine Freude darüber aus, dieses Amt jetzt für seine Heimatstadt ausüben zu dürfen.

Zwei Frauen vorgeschlagen

Zur Wahl des Dritten Bürgermeisters wurden aus dem Reihen der Stadträte zwei Frauen vorgeschlagen: Dr. Erika Rössler (CSU) und Dr. Ulrike Höhne-Wachter (Freie Wähler). Rössler zu wählen, empfahl die Ortsvorsitzende der Grünen, Ulrike Seifert, dem Gremium. Über 7000 Wähler stünden hinter der langjährigen Stadträtin Rössler, die sehr mit Kaufbeuren und besonders mit Neugablonz verbunden sei. Als Vertreterin des OB sei eine „gestandene Frau“ die richtige Wahl, denn sie könne den „weiblichen, kreativen Blick“ einbringen. Rössler, die dem Stadtparlament seit 1996 angehört, betonte ihre Erfahrung als Stadträtin. Die Oberärztin am Klinikum Kaufbeuren wolle sich zum Wohle der Stadt weiter engagieren.

Mit Höhne-Wachter schlug Bernhard Pohl, Fraktionssprecher der Freien Wähler, eine Gegenkandidatin vor. Die vor sechs Jahren ins Gremium gewählte Apothekerin engagiere sich mit viel Herzblut für ihre Heimatstadt. Pohl war zudem der Ansicht, dass das Amt von einem Mitglied der drittstärksten Fraktion im Stadtrat ausgeübt werden solle. In dieselbe Kerbe schlug auch Höhne-Wachter, denn mit ihrer Wahl würde man dem Wählerwillen Folge leisten. Auch sie wolle zum Wohlergehen der Stadt beitragen und hob ihre „Begeisterung und Liebe zu Kaufbeuren“ hervor.

Der Ablauf der Wahl war derselbe wie im vorherigen Wahlgang. Rössler erhielt 29 der 41 abgegeben Stimmen, zehn entfielen auf Höhne-Wachter und zwei Stimmen waren ungültig. Damit hat seit dem Jahr 2002 erstmals wieder eine Frau dieses Amt inne. Sie freue sich auf die kommenden sechs Jahre und stehe für eine uneingeschränkte Zusammenarbeit, sagte Rössler im Anschluss.

Oberbürgermeister Stefan Bosse (v. li.) mit seinen neu gewählten Vertretern Dr. Erika Rössler und Oliver Schill.

Nachdem sie ihre Wahl angenommen hatten, wurden Schill und Rössler vereidigt.

von Martina Staudinger

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