"Kaufbeuren und das Ostallgäu!"

Die Freien Wählergemeinschaft Kaufbeuren (FWG) hat auf der jüngsten Jahreshauptversammlung sowohl im kommunalen als auch im landespolitischen Bereich Bilanz gezogen. Kritik gab es unter anderem zu den anvisierten Kürzungen im Bildungsbereich. Auch bestehe im Bereich der Außenvermarktung Kaufbeurens dringender Handlungsbedarf.

Als besonderen Gast konnte der 1. Vorsitzende der FWG und MdL Bernhard Pohl den Vorsitzenden des Innenausschusses im Bayerischen Landtag Joachim Hanisch (MdL) begrüßen. In dieser Funktion hatte er zuvor die Polizeiinspektion Kaufbeuren besichtigt, um sich ein Bild über die geplante Erweiterung der Infrastruktur durch Sanierung oder Neubau zu machen. (der Kreisbote berichtete) Weitere Gäste waren Bezirksrätin Agnes Schragl (FW) und der 1. Vorsitzende der Freien Wähler Ostallgäu, Herbert Heisler. In einem Grußwort warb Heisler um überregionale Zusammenarbeit an der Basis und um Kontaktpflege zu Unternehmen und Politik. Bezirksrätin Schragl berichtete ausführlich über die sozialen Schwerpunkte im Bezirksrat und insbesondere über die neue Richtlinie des Bezirkes Schwaben für den Fahrdienst mit negativen Folgen für schwerbehinderte Menschen. Für einen großen Teil der Betroffenen würde dann der bisher gewährte Zuschuss wegfallen. Allerdings sei noch eine leichte Korrektur vorgesehen. Breiten Raum nahmen die Einblicke von Hanisch und Pohl zu den derzeit im Landtag diskutierten Problemfeldern und die Arbeit des Innenausschusses ein. Beide wandten sich entschieden gegen Kürzungen im Bildungsbereich, nachdem man für Managementfehler im Bankenbereich fast 14 Milliarden Euro gezahlt habe und meinte, „da könnte man woanders sparen!“ Beispielhaft wurde der umstrittene Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen genannt, bei dem bereits 35 Prozent der Baukosten für Gutachten ausgegeben wurden und abermals ein neues Gutachten in zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen sei. Im Hinblick auf die geplanten Veränderungen im Bereich der Hauptschulen meinte Pohl: „Wir brauchen keine neuen Konzepte, sondern kleinere Klassen und mehr Lehrer.“ Durch fortschreitende Technisierung und veränderte familiäre Situationen sowie einen höheren Migrantenanteil müssten die Kernkompetenzen gestützt werden. Enttäuscht zeigte sich Pohl über die Entscheidung gegen Kaufbeuren hinsichtlich der Stationierung eines Rettungshubschraubers am Klinikum. Nach wie vor sei festzustellen, dass Kaufbeuren objektiv die besseren Voraussetzungen gegenüber den Mitbewerbern Augsburg und Donauwörth habe. Auf das Ziel „Kaufbeuren beleben“ angesprochen, sagte Pohl: „Wir haben das Potential, Kaufbeuren als attraktiven Lebensmittelpunkt so zu gestalten, dass wir unserem Ziel 50000 Einwohner näher kommen können.“ Kaufbeuren sei eine ungewöhnlich weltoffene Stadt, die nach dem Krieg die Integration von vielen Menschen ohne Verlust ihrer Kultur bewältigt habe. Auch die heute ansässigen ausländischen Mitbürger fühlten sich hier wohl und seien eine Bereicherung für die Stadt. Im Bereich der Außenvermarktung sah der Vorsitzende dringenden Handlungsbedarf. Er halte jedoch eine „eigene Marke“ für wichtig, da „Dachmarken“ lediglich einer Veredelung dienen könnten. Sein Motto daher: „Kaufbeuren und das Ostallgäu!“ wb

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