Schokoladenstadt Kaufbeuren?

Kaufbeuren: „Schokoladen-Erlebniswelt“ auf Areal des alten Eisstadions geplant

Oliver Schill Kaufbeurens OB Stefan Bosse mit Masken
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Bosse und die Schokoladenfabrik: Karl Heinz Einhäuser (Mitte), der geschäftsführende Gesellschafter des Thüringer Unternehmens Viba Sweets, stellte im Beisein von Oberbürgermeister Stefan Bosse (re.) und Bürgermeister Oliver Schill die Projektidee vor.

Kaufbeuren – Was mit den freiwerdenden Flächen des alten Eisstadions passieren könnte, beschäftigt den Kaufbeurer Stadtrat und die Stadtgesellschaft schon seit Jahren. Bis Ende des Jahres soll das baufällige Gebäude laut OB Bosse verschwunden sein. Und es gibt bereits süße Pläne, was dann auf dem Areal entstehen könnte: Der Unterallgäuer Pralinenhersteller Heilemann plant dort nämlich eine Schokoerlebniswelt mit Gastronomie, Veranstaltungsbereich und eventuell sogar einem Hotel mit Wellnessbereich. Laut Bosse stieß die Projektidee in einer ersten Vorstellung im Stadtrat auf helle Begeisterung.

Verführerische Aussichten

Der OB sprach von einem „faszinierenden Projekt“, das zumindest schon mal bei den Stadträten für süße Träume sorgt. Jetzt gelte es zu sehen, ob sich auch die Bürger von der Idee einer Schokoerlebniswelt in Kaufbeuren verführen lassen. Andere Projektvorschläge wie die Errichtung eines Studentenwohnheims oder Seniorenheims konnten dagegen nicht wirklich mithalten. Laut der Vision von Karl Heinz Einhäuser als geschäftsführender Gesellschafter der Thüringer Firma Viba Sweets, der Muttergesellschaft der Confiserie Heilemann, soll die Schokowelt auf rund 1.000 Quadratmetern einen Shop, eine Ausstellung, einen Kursbereich sowie ein Restaurant bieten. In den Kursen können sich die Teilnehmer selber an der Herstellung von Pralinen versuchen. Ein Hotel mit Wellnessbereich würde weitere 1.000 Quadratmeter beanspruchen. Das Projektvolumen liegt bei etwa 15 Millionen Euro und im Falle einer Realisierung entstehen etwa 60, mit Hotel insgesamt 70 Arbeitsplätze. Sollte der Stadtrat grünes Licht für das Projekt geben, wird im nächsten Schritt ein Architekturwettbewerb durchgeführt. Die Fertigstellung ist bereits für 2022 angestrebt.


Magnet für Schokoladenfans

Eigentlich wollte Einhäuser ursprünglich einen Schokoladen-Shop in der Altstadt eröffnen, im Gespräch mit dem OB kam man dann auf das Eisstadion und das freiwerdende Areal zu sprechen. Bei einem Besuch am Firmensitz in Schmalkalden konnte sich Kaufbeurens Oberbürgermeister selbst vor Ort von den Möglichkeiten überzeugen, denn dort gibt es eine ähnliche Erlebniswelt. Einhäuser sieht in dem Vorhaben ein „Leuchtturmprojekt“ für Kaufbeuren, das mit seiner „touristischen Strahlkraft“ bestenfalls Schokoladenfreunde aus nah und fern in die Stadt locken werde. „Wir wollen Lebensfreude und Genuss für die Einwohner und Touristen inszenieren. Dazu gehört auch die Wertschätzung hochwertiger Schokolade“, so Einhäuser. Auch Bürgermeister Oliver Schill begrüßte das Vorhaben, denn mit dem „emotionalen Thema Schokolade“ könne man die Menschen anziehen, was idealerweise auch zu einer Belebung der Innenstadt führe. 


Attraktiver Begegnungsort

Auch der Jordanpark könne so erlebbarer gestaltet werden. Denn die Steigerung der Park-Attraktivität ist ebenfalls vorgesehen: So soll im Grünbereich ein Biergarten entstehen, die Kindergartenplätze neu gestaltet werden und eine Bühne für musikalische Darbietungen integriert werden. Der bestehende Biergarten soll in diesem Zuge aufgelöst werden. Ohnehin ist angestrebt, den Jordanpark wieder in seinen denkmalgeschützten Zustand zu versetzen. Die Anbindung an die Innenstadt soll idealerweise mit einem durchgängigen Grünzug bis zur Johannes-Haag-Straße und darüber hinaus entlang des Mühlbachs an die Innenstadt erfolgen. 


Bürger haben Mitspracherecht

Mit den Plänen setzt sich der Stadtrat in den nächsten Wochen auseinander. Auch eine Bürgerbeteiligung ist geplant, denn um das Projekt umsetzen zu können, brauche es auch die Zustimmung in der Stadtbevölkerung: „Letzten Endes muss es vor allem auch die Menschen begeistern“, so Bosse.

von Mahi Kola

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