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Im Austausch mit Politikerin

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Von: Mahi Kola

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Staatssekretärin Ekin Deligöz
Ask me anything: Im Eckpunkt stellten sich Staatssekretärin Ekin Deligöz und Landtagsabgeordneter Maximilian Deisenhofer den Fragen der Jugendlichen. © Mahi Kola

Kaufbeuren – Gemeinsam mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Maximilian Deisenhofer kam am vergangenen Freitag Staatssekretärin Ekin Deligöz nach Kaufbeuren, um mit den Jugendlichen der Stadt ins Gespräch zu kommen. Im Eckpunkt stellte sich die Grünen-Politikerin in lockerer Runde den Fragen, die die Jugend aktuell beschäftigt. Um Hass im Netz ging es dabei ebenso wie um junges politisches Engagement und die Zukunft des 9-Euro-Tickets.

Seit 2021 ist Deligöz parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium. Sie ermutigte die jungen Menschen vor Ort, sich unabhängig von der Parteizugehörigkeit zivilgesellschaftlich zu engagieren. Die Jugendlichen, die sich im Eckpunkt des Stadtjugendrings eingefunden hatten, fragten auch nach dem Alltag der Politikerin. Deligöz erzählte von ihrer Arbeit, die von schönen Momenten genauso wie von Rückschlägen geprägt ist, und teilte die ein oder andere lustige Anekdote oder emotionale Erlebnisse.

Gegenwind im Bundestag

Immer wieder habe man als Politikerin – vor allem dann, wenn man nicht zur Mehrheitsgesellschaft gehört – mit Gegenwind zu kämpfen. So seien schon mal Zwischenrufe oder „animalische Geräusche“ von „rechts außen“ zu hören, wenn Politikerinnen im Bundestag eine Rede halten. Dafür brauche es Durchhaltevermögen, ein dickes Fell – und den Mut, seine Meinung zu äußern, auch wenn diese der Mehrheit entgegengesetzt ist. Selbst unter Polizeischutz habe Deligöz bereits gestanden, habe sogar Morddrohungen erhalten. „Es ist nicht immer lustig oder cool“, sagte Deisenhofer über seine politische Tätigkeit. „Aber es gibt immer wieder Momente, in denen man merkt, warum man das macht“, so Deisenhofer über seine Motivation. „Es hilft auch, wenn man jemanden zum Vollquatschen hat, mit dem man auch mal lästern kann“, ergänzte Deligöz schmunzelnd.

Was das politische Engagement der Jugendlichen vor Ort angeht, zeigten sich Till Nißle und Kilian Herbschleb vom Stadtjugendring beeindruckt: Eine Vielzahl an Gruppen versammle sich beispielsweise regelmäßig im Eckpunkt, um sich für ihre Belange stark zu machen. Dem stimmte auch Holger Jankovsky als Jugendbeauftragter des Kaufbeurer Stadtrats zu: „Die jungen Menschen gehen für die Themen, für die sie brennen, auf die Straße“, so Jankovsky.

Solidarisch gegen Hass im Netz

Hass und Hetze im Internet war ein brennendes Thema, das in diesem Zusammenhang zur Sprache kam. „Hass und Hetze betrifft uns alle“, machte Deligöz eindringlich klar. Viele der anwesenden Jugendlichen hätten schon Erfahrungen damit gemacht – von Hassnachrichten bis hin zu Cyber-Stalking. „Es ist wichtig, hier nicht still zu sein, sich zu solidarisieren, den Hass durch Liebesbotschaften zu übertünchen“, appellierte die Politikerin. „Nur so kann man zeigen: Das macht was mit uns, und gleichzeitig signalisieren: ‚Wir sehen dich, du bist nicht allein‘“.

Ein Nachfolger fürs 9-Euro-Ticket?

Ein weiteres Anliegen, das die Jugendlichen im wahrsten Sinne des Wortes bewegte, war das 9-Euro-Ticket. Vor allem von jungen Menschen wurde das unkomplizierte Angebot in den letzten Monaten gerne genutzt. Viele hätten laut Deisenhofer eine Art „Interrail quer durch Deutschland“ gemacht. Die Reiselust sei ein „Befreiungsschlag nach Corona“. Ein positiver Effekt sei auch, dass viele durch das 9-Euro-Ticket das Auto stehen gelassen haben. Nachdem das Angebot nun ausgelaufen sei, sei eine gewisse Erwartungshaltung da – eine Nachfolgeregelung müsse her. Wie diese aussehen könnte, sei Deisenhofer zufolge aber noch unklar. Für die Jugendlichen stand fest, dass ein solches Angebot nicht nur ganz im Sinne des ökologischen Aspekts sei, sondern auch den vielgeäußerten Wunsch nach günstigen Optionen im ÖPNV stille.

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