"Kein Schnicki-Schnacki"

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OB Stefan Bosse (2. v. re.) und Prof. Bü Prechter (MItte), Landschaftsarchitektin aus München, gaben die Gewinner des Wettbewerbs zur Fußgängerzone bekannt: Klaus D. Neumann (v. li.) und Wolf D. Auch vom Büro realgrün, München, sowie Angelina Georgieva vom zweiplatzierten Büro [f ] landschaftsarchitektur Bonn.

Kaufbeuren – In einer öffentlichen Feierstunde hat die Stadt Kaufbeuren in der vergangenen Woche die Preisträger des Wettbewerbs zur Neugestaltung der Fußgängerzone bekannt gegeben. Zwei Entwürfe stehen nun zur engeren Auswahl, alle Entwürfe können noch bis zum 4. März im Foyer des Sitzungssaals im Rathaus-Neubau besichtigt werden.

Bei der Bewertung hat das Preisgericht, bestehend aus Vertretern der Stadt, Landschaftsarchitekten, Stadtplanern und Architekten laut Oberbürgermeister Stefan Bosse auf „Attraktivität, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit“ geachtet. Oder anders ausgedrückt: „Die neue Fußgängerzone, von vielen als die ,Gute Stube‘ Kaufbeurens bezeichnet, wird nicht durch Schnicki-Schnacki, sondern durch klare Strukturen und wohldurchdachte Aufenthaltsmöglichkeiten bestechen“. 

Stellvertretend für das Preisgericht erläuterte Prof. Bü Prechter, selbst Landschaftsarchitektin, wie man zu der Entscheidung gelangt sei. „Kaufbeuren verfügt über eine mittelalterliche Altstadt vom Feinsten. In einem solch vorgegebenen Raum Neues zu gestalten, und heutigen Ansprüchen gerecht zu werden, ist nicht einfach“. Da müsse man sich zuerst die Frage stellen, was Stadt und Bürger von der Fußgängerzone erwarten. „Viele wünschen sich, dass die Fußgängerzone lebendiger wird. Doch das geschieht nicht durch ein modisches Muster im Bodenbelag oder eine Wasserfontäne mehr oder weniger, sondern richtet sich vielmehr danach, wie die Fußgängerzone bespielt wird“, brachte es Prechter in ihrer Rede auf den Punkt. 

Wichtig seien dafür eine offen wirkende Raumgestaltung, Platz für Aktivitäten und eine ansprechende Gestaltung von Aufenthaltsflächen. „Der Obstmarkt ist hier definitiv das Herzstück“, so Prechter. Auch das Material des Bodenbelags und die Entwässerung seien entscheidende Punkte, auf die man bei der Wahl der Preisträger geachtet habe. „Barrierefreiheit und gute Begehbarkeit ist da zukünftig ein Muss“, ging die Landschaftsarchitektin auf einen Hauptkritikpunkt an der aktuellen Gestaltung der Fußgängerzone ein. 

Von den 20 Wettbewerbs­einreichungen haben zwei die Jury besonders überzeugt. Der Entwurf des ersten Preisträgers, der Landschaftsarchitekten „realgrün“ aus München, sieht eine durchgehend einheitliche Pflasterung mit gelb-grauen Granitsteinen vor. Diese wird im Entwurf durch ein Rinnenelement gegliedert. Am Obstmarkt ist eine Bepflanzung vorgesehen, welche „die besondere Situation mit Sichtbeziehung auf Kloster und Stadtmauer betont“. 

Baureferent Helge Carl dazu: „In meinen Augen hat der Entwurf von ,realgrün‘ großes Potenzial, er sieht viele Freiräume vor, die uns Spielraum für eine vielfältige Nutzung der Innenstadt geben.“ Der zweitplatzierte Entwurf von [f ] Landschaftsarchitekten aus Bonn dagegen würde ein Grobsteinpflaster vorziehen, wobei durch unterschiedliche Oberflächenbehandlung in „Gebäudevorzonen“ und Mittelbereich unterschieden würde. Neben den Preisvergaben wurden auch Anerkennungen an weitere Wettbewerbsteilnehmer ausgesprochen. 

Noch ist eine abschließende Entscheidung jedoch nicht getroffen. „Wir werden jetzt mit beiden Büros in Verhandlungen für die weitere Detailplanung gehen, bislang handelt es sich nur um Vorentwürfe“, erklärte Carl das weitere Vorgehen. Bei den beschriebenen Bodenbelägen soll es aber bleiben. 

Bis Ende April soll dies abgeschlossen sein, danach wird der entstandene Entwurf weiter ausgearbeitet und kann voraussichtlich im Herbst den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt werden. „Bei den weiteren Planungen wollen wir auf jeden Fall eng mit den Betroffenen vor Ort zusammen arbeiten“, so Carl weiter. Der tatsächliche Baubeginn wird, wie schon berichtet, auf 2017 anvisiert.

von Michaela Frisch

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