Forschung und Entwicklung im Allgäu werden künftig stärker gefördert

Bald geht es richtig los

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Das im Kaufbeurer Innova Park ansässige Unternehmen pro-micron wird das neue TTZ beherbergen, ab 2020 bereits im neuen Gebäude in der Gottlieb-Daimler-Straße hinter dem Dehner-Gartencenter.

München/Kaufbeuren – Landtagsvizepräsident Alexander Hold (Kempten) und Bernhard Pohl, der Kaufbeurer Abgeordnete und haushaltspolitische Sprecher der Freien Wähler Landtagsfraktion kündigten auf einer Pressekonferenz in Kaufbeuren an, dass ihre Fraktion gemeinsam mit der CSU Haushaltsanträge zu den Technologietransferzentren (TTZ) in Kaufbeuren, Memmingen und Sonthofen eingebracht haben.

„Trotz Rekordausgaben tilgen wir Schulden und setzen kräftige Akzente in den bayerischen Regionen“, freute sich Hold, denn „es ist gelungen, die Finanzierung und somit die schnelle Realisierung eines neuen Technologiezentrums der Industrie 4.0 der Hochschule Kempten am Standort Sonthofen zu sichern. Memmingen erhält ebenfalls ein neues TTZ als Einrichtung der Hochschule Kempten, und das TTZ in Kaufbeuren wird neu ausgerichtet. Bernhard Pohl ergänzte: „Die Oberbürgermeister von Kempten, Kaufbeuren, Memmingen und Sonthofen, die heimische Wirtschaft und auch die Menschen in unserer Hightech-Region können sich also berechtigte Hoffnungen machen, schon bald von der Technologie-Förderung zu profitieren.“

Die TTZ Kempten, Kaufbeuren, Sonthofen und Memmingen sind eingebettet in das bereits 2011 gegründete und vom Freistaat Bayern finanzierte TNA Technologie Netzwerk Allgäu. Ziel dieser Kooperation ist es, die heimische Wirtschaft technologisch zu unterstützen, Arbeitsplätze zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Allgäuer Unternehmen zu verbessern.

In Kaufbeuren wird das bereits bestehende TTZ als Kompetenzzentrum für digitale Zerspanung neu ausgerichtet. Im dortigen TTZ für prozessdaten-optimierte spanende Fertigung finden sich regionale Firmen zusammen, die gemeinsam mit Global Playern und großen Anbietern aus der IT-Branche an konkreten Problemlösungen und Innovationen zur ganzheitlichen Betrachtung von der Werkzeugmaschine-Herstellung bis zur Fertigung auf diesen Maschinen arbeiten werden.

Die spanende Fertigung erbringt einen erheblichen Anteil an der Wirtschaftsleistung in Bayern, in Schwaben und im Allgäu und ist in der Region um Kaufbeuren durch Weltmarktführer vertreten, darunter die Werkzeugmaschinenbauer Grob und Deckel Maho, die Aerospace- Spezialisten MT Aerospace und Liebherr, die Automobil-und Maschinenbauzulieferer Hirschvogel und Alois Berger, der Werkzeughersteller Gühring KG, die A. Berger Hydraulic Components und HAWE-Hydraulik sowie die Firma pro-micro als Hersteller von drahtlosen Sensorsystemlösungen.

Dieses Unternehmen hat in den nunmehr 20 Jahren seines Bestehens wichtige Forschungs- und Aufbauarbeit im Bereich der Mikrosystemtechnik geleistet. Es ist damit in dem für das TTZ vorgesehenen Themenfeld bereits erfolgreich tätig und erzielt derzeit einen Jahresumsatz von 5,5 Millionen Euro mit jährlichem 30-prozentigem Wachstum. Das TTZ kann in dieser Firma bereits bestehende Räumlichkeiten nutzen und mittelfristig in ein sehr gut geeignetes Objekt umziehen, das derzeit in Planung ist. Es wird dann rund ein Viertel der Fläche im neuen Pro-micron-Gebäude einnehmen, dessen Baubeginn für 2019 vorgesehen ist. Somit bildet pro-micron neben der Hochschule Kempten eine tragende Säule des neu ausgerichteten TTZ. Die Stadt Kaufbeuren fördert ebenfalls die Initiative und übernimmt für fünf Jahre die Miete.

Die Anschubfinanzierung für das TTZ Kaufbeuren soll 665.000 Euro betragen, für das Folgejahr werden 925.00 Euro vorgesehen. Insgesamt sollen die Zuschüsse des Landes für die nächsten fünf Jahre bei vier Millionen Euro liegen, für das TTZ Sonthofen werden fünf Millionen Euro benötigt. Weitere Zuschüsse werden von der Industrie kommen.

Pohl ist sich sicher, dass der Landtag diese Mittel in die Planung für 2019/2020 entsprechend dem Antrag der beiden großen Fraktionen aufnehmen wird. Er lobte in diesem Zusammenhang auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen der CSU: „Es ist uns ein gemeinsames Anliegen, den Wirtschafts- und Technologiestandort Allgäu zu stärken. Daher werden sämtliche Anträge zu den Technologietransferzentren von den Fraktionen der Freien Wähler und der CSU gemeinsam getragen. Dies betrifft insbesondere auch die beiden Fraktionschefs und die CSU- Abgeordneten aus der Region“.

Und wenn die Mittel dann zur Verfügung stehen, da ist sich Pohl sicher, „geht es in Kauf­beuren mit der praxisorientierten Forschung und Entwicklung so richtig los.“

Von Ingo Busch

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