Im Gedenken an einen besonderen Menschen

Kaufbeuren trauert um Hans Schwangart

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Die Freiwillige Feuerwehr Kauf­beuren trauert um ihren Ehrenvorstand Hans Schwangart. Er engagierte sich zeitlebens auch in vielen weiteren Vereinen.

Kaufbeuren – Albert Schweitzer soll gesagt haben „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht im Herzen seiner Mitmenschen.“ Zweifellos gehört Hans (Johannes) Schwangart zu den Persönlichkeiten, denen ein solches Denkmal in sehr vielen Herzen errichtet wurde. Nicht ganz 79 Jahre alt ist er geworden, als er am 23. Juli 2020 für immer die Augen schloss, und er hat sich zeitlebens ehrenamtlich engagiert.

Als „echtes Kaufbeurer Urgestein mit einem großen Herz für unsere Heimatstadt“ hat Hubert Weikmann, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren, den langjährigen Ehrenvorstand bezeichnet. In die Freiwillige Feuerwehr eingetreten ist Hans Schwangart am 1. Juni 1970 und war somit genau 50 Jahre Mitglied. Für seine ausgeprägten Verdienste im Verein wurde er bereits 1978 mit dem Silbernen und 1988 mit dem Goldenen Ehrenzeichen ausgezeichnet. Von April 1986 bis März 1998 war er Vereinsvorsitzender. Ende 1992 zählte er zu den Begründern des Feuerwehr-Museums. Nach seiner Vorstandstätigkeit übte er noch von 2001 bis 2008 das Amt des Fahnenwartes aus. Er hat den Verein maßgeblich geprägt, er verkörperte und entwickelte „seine große Feuerwehrfamilie“. Mit seiner unverwechselbaren Art und seiner liebenswerten Menschlichkeit drückte er zahlreichen Veranstaltungen seinen Stempel auf. Er hat – lange Zeit mit seinem Bruder Winni (Winfried) – ein gutes Stück Geschichte im Feuerwehr-Verein geschrieben, der ihm äußerst dankbar ist für seinen unermüdlichen Einsatz, so Weikmann.

Nicht zuletzt auf Initiative von Hans und Winni Schwangart sind die Landsknechtstrommler und das Lagerleben entstanden. Lebensfreude war Hans Schwangart immer ein Anliegen. Er war 1985 Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins Faschings-Express e. V. und 1986 Mitbegründer von Aufbruch-Umbruch.

Iris Schweinberger, seine Nachfolgerin im Aufbruch-Umbruch-Vorstand, erzählt: „Hans Schwangart war immer die gute Seele, auf und hinter der Bühne. Er schlüpfte in viele verschiedene Rollen, die er stets mit Leib und Seele ausgefüllt hat. Der eine oder andere wird sich vielleicht noch mit einem Schmunzeln an seine Lieblingsrolle als Pfarrer erinnern. Mit seiner Herzlichkeit hat Hans alle angesteckt.“ Ab 2012 diente Hans Schwangart dem Verein mehrere Jahre als Vorstand und war dabei maßgeblich für den Erhalt und die Neuausrichtung von Aufbruch-Umbruch verantwortlich. Für seine Verdienste um den Verein wurde er, nachdem er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Vorstand zur Wahl gestellt hatte, 2018 hier ebenfalls zum Ehrenvorstand ernannt.“

Auch im Tänzelfestverein hinterlässt Hans Schwangart eine spürbare Lücke: Er war dort über 50 Jahre aktiv und somit Ehrenmitglied. Er war Mitbegründer des Lagerlebens und hat sich viele Jahre bis zu seiner Erkrankung um die gesamte Pressearbeit und das Programmheft gekümmert. Er war zuständig für alle Veröffentlichungen, Plakatentwürfe und die Werbung. Mit seinen Ideen war er ein wertvolles Mitglied im Festausschuss.

Für deutlich mehr als 30 Jahre vielfältiger ehrenamtlicher Tätigkeit erhielt Hans Schwangart 2016 die Kaufbeuren-aktiv-Medaille in Gold. Im Namen der Stadt Kaufbeuren erinnerte sich OB Stefan Bosse nicht nur dankbar der langjährigen vertrauensvollen Zusammenarbeit während der zwei Legislaturperioden von 1996 bis 2008, als Hans Schwangart für die KI im Stadtrat saß: „In zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen hat sich Hans Schwangart zudem mit außerordentlichem und vorbildlichem Engagement für die Belange der Stadt Kaufbeuren und ihrer Bürgerinnen und Bürger eingesetzt. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Man darf wohl mit Fug und Recht sagen: Hans Schwangart war ein Mensch, den man nicht vergisst und der darüber hinaus vielerorts schmerzlich vermisst werden wird. Die Urnenbeisetzung fand/findet auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Familienkreis statt.

von Ingrid Zasche

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