Kaufbeurer Verein zur Pflege der Städtepartnerschaften bleibt in freundschaftlicher Tradition

Verein, der Partner schafft

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Gut aufgestellt für die Pflege der Partnerschaften sind Protokollführer Alexander Fichtl (v. li.), Geschäftsführer László Kasztner, stellvertretende Vorsitzende Susanne Schiller, 1. Vorsitzender Ernst Holy, stellvertretende Geschäftsführerin Birgit Müller und Schatzmeister Johann Sirch.

Kaufbeuren – Rudi Krause – die meisten kennen diesen Namen noch, denn Krause war Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren von 1968 bis 1992. „Er ist der Vater der Städtepartnerschaft mit Ferrara (1991) und Szombathely (1992)“, betonte Ernst Holy in seinem Grußwort in der 27. Vollversammlung des Städtepartnervereins.

Mit einem kleinen Präsent verabschiedete der 1. Vorsitzende des Vereins und 3. Bürgermeister der Stadt nun den Altbürgermeister, der aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt als aktives Mitglied des Beirats ausscheidet.

Die dritte Partnerstadt blieb selbstredend nicht unerwähnt: Gerade wegen der historischen Verbindung mit Neugablonz werden auch die intensiven Beziehungen zur dritten Partnerstadt Jablonec seit 2009 in intensiver Weise gepflegt.

Sowohl Ernst Holy als auch Oberbürgermeister Stefan Bosse sprachen in ihren Grußworten von wichtigen völkerverbindenden Partnerschaften auf politisch-administrativer aber auch auf verbandlicher Ebene. Wichtig seien jedoch auch die persönlichen Verbindungen, die „Völkerverständigung von unten, von der Basis aus“, wie es Holy treffend ausdrückte.

Es habe seine Vorteile, wie der Oberbürgermeister bemerkte, wenn im Gegensatz zu manch anderen Städten die Beziehungen über einen von der Stadt unterstützten Verein mit Leben gefüllt werden kann. Bewusst repräsentieren die Mitglieder die Kirchen, Schulen, Einrichtungen, Verbände und Vereine der Stadt, sodass ein reger und lebendiger Austausch auf diesen unterschiedlichsten Ebenen überhaupt erst gewährleistet ist.

Wie intensiv die Beziehungen gepflegt werden, beweist der über sechs Seiten gehende Jahresrückblick. So fanden in jedem Monat des vergangenen Jahres viele wechselseitige Besuche statt. Der Austausch war so intensiv, dass Geschäftsführer László Kasztner nur eine sehr gekürzte Version der Aktionen geben konnte.

Gerade junge Menschen werden aktiv einbezogen. So finden immer wieder Schüleraustauschprogramme statt. Da gibt es beispielsweise eine feste Schulpartnerschaft zwischen der Gustav-Leutelt-Schule und der Zakladni Skola Liberecká, einer Schule in Gablonz. Rektor Frank Hortig betonte auf Nachfrage, wie wichtig es gerade im historischen Kontext für Neugablonz sei, dass Schüler die konkreten Lebensumstände und kulturellen Wurzeln in Tschechien kennenlernten.

Eine der aktuellen Schwerpunkte war die Seligsprechung des Märtyrer-Priesters János Brenner, die am 1. Mai dieses Jahres von der Diözese Szombathely gefeiert wurde. OB Bosse und einige Vorstandmitgliedern vertraten offiziell Kaufbeuren.

Gepflegt werden auch wichtige Freundschaften auf politischer Ebene, der „kommunalen Außenpolitik“ wie Bosse augenzwinkernd sagte. Umso schmerzlicher, wenn eine langjährig aufgebaute Beziehung zu Ende geht. So wird Petr Beitl, Oberbürgermeister von Gablonz, sich im Herbst nicht mehr zur kommunalen Wiederwahl zur Verfügung stellen. Er übernimmt als Abgeordneter Aufgaben im tschechischen Parlament.

Interessant aber auch die Auswirkungen für den Fremdenverkehr unter den Partnerstädten. So erklärte Birgit Müller, stellvertretende Geschäftsführerin, dass die Personenbewegungen von 584 in 2016 auf beachtliche 668 Personen in 2017 angestiegen seien.

Bei so vielen Ereignissen durften die vereinsinternen Angelegenheiten nicht untergehen. Nach Auskunft des Schatzmeisters Johann Sirch wurden 2017 rund 35.000 Euro eingenommen, wovon der Hauptanteil von 30.000 Euro aus öffentlichen Mitteln der Stadt stammt. Ausgegeben wurden für Gablonz circa 7000 Euro, für Ferrara etwa 12.000 Euro und für Szombathely rund 14.000 Euro. Mit den verwaltungstechnischen Aufwendungen ergaben sich Gesamtausgaben von etwa 37.000 Euro. Nur noch Formsache, dass die bewährten Vorstandsmitglieder in ihrem Amt einstimmig bestätigt wurden.

von Peter Suska-Zerbes

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