Stadt mit Optionen am Kaiserweiher

Kaufbeuren wächst weiter: Investor für Apfeltranger Straße

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Nach den Plänen des neuen Eigentümers werden auf dieser Teilfläche (eine zweite liegt hinter den Wohnblöcken) bedarfsgerechte Reihenhäuser für Familien gebaut.

Kaufbeuren – In Kaufbeuren entsteht weiterer Wohnraum. Das Unternehmen Brutschin-Conductor Allgäu GmbH aus Ludwigsburg als neuer Eigentümer der noch unbebauten Flächen im Wohngebiet östlich der Apfeltranger Straße will dort 71 Reihenhäuser errichten. Die Stadt selbst möchte die noch zu erwerbenden Flächen für den Bauabschnitt III am Kaiserweiher entwickeln und für eine mögliche Bebauung Optionen offen halten. Diese Punkte wurden in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses vorberaten und werden dem Stadtrat zur Entscheidung in seiner nächsten Sitzung vorliegen.

Das Gesamtgebiet östlich der Apfeltranger Straße umfasst eine Fläche von 3,65 Hektar, von der etwa ein Drittel noch nicht bebaut ist und in den letzten Jahren teilweise als Parkraumersatz und Abstellmöglichkeit für die umliegenden Anwohner genutzt wurde. Von ursprünglich 162 Wohneinheiten wurden bisher 87 errichtet. Wie Stadtplaner Werner Fehr mitteilte, hat der neue Eigentümer eine Änderung des bestehenden Bebauungs- und Grünordnungsplanes beantragt, die als wesentliche Elemente sowohl eine Reduzierung der Wohneinheiten als auch eine Erhöhung des Stellplatzschlüssels auf zwei Stellplätze (bisher 1,5) pro Haus sowie Besucherparkplätze vorsieht. Insgesamt sollen voll unterkellerte 71 zweigeschossige Reihenhäuser mit einem zusätzlichen Staffelgeschoss und Dachterrasse errichtet werden. Das Unternehmen hat als Zielgruppe insbesondere junge Familien im Blick, die aus drei standardisierten Haustypen auswählen können. Die Mitglieder begrüßten die Pläne und gaben eine einstimmige Empfehlung.

Optionen für Kaiserweiher

Die Stadt Kaufbeuren hatte aufgrund der demografischen Entwicklung 2012 die Notwendigkeit für die Ausweisung von zusätzlichen Baulandflächen erkannt, um insbesondere junge Familien in Kaufbeuren zu halten oder anzusiedeln. In der Folge wurden Flächen nördlich der Kemnater Straße vom Bezirk Schwaben erworben und mit den Bauabschnitten I und II am Kaiserweiher bereits fast fertig umgesetzt. Nunmehr möchte die Stadt weitere etwa 28.000 Quadratmeter südwestlich der Kemnater Straße vom Bezirk und dem Crescentiakloster erwerben, wobei hier bereits Zustimmung signalisiert worden ist. Für diesen dritten Bauabschnitt, der unmittelbar nördlich an die bestehende Finanzhochschule anschließt, gibt es derzeit zwei Optionen. Oberbürgermeister Stefan Bosse versicherte, dass die Hochschule dauerhaft verbleibt. Daher wurde zunächst in Erwägung gezogen, auf diesem Gelände den Campus mit Wohnraum für die Hochschule zu realisieren. Sollte dies jedoch nicht möglich sein, könnte dort Wohnbebauung entstehen, da der OB sich eine Trennung von Studium und Wohnen vorstellen könnte und die Studierenden dann in der Altstadt ansiedeln möchte.

Nördlich der Hochschule könnte nicht weit von der Stadt in dieser sanften Hügellandschaft ein Campus entstehen.

Aufgrund einer lediglich noch bis Jahresende geltenden Baurichtlinie im Städtebaurecht muss nunmehr die Aufstellung für den Bebauungs- und Grünordnungsplan „Wohnen am Kaiserweiher – Bauabschnitt III“ beschlossen werden, um sich die Option für eine „Wohnnutzung auf Außenbereichsflächen“ zu sichern. Mögliche Varianten für erforderliche Amphibienleiteinrichtungen kamen in diesem Zusammenhang ebenfalls zur Sprache. Baureferent Helge Carl sagte dafür ein entsprechendes Monitoring zu. Mit einer Gegenstimme wurde das Vorhaben gebilligt.

von Wolfgang Becker

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