Kaufbeuren wünscht sich was

Kulturring übergibt Ergebnis der Aktion „Zwischen_Raum“ an OB Bosse

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Die Wunschwand.

Kaufbeuren – Sorgfältig nach Themen sortiert und von Lea Pfeifer grafisch gestaltet und zusammengefasst war die bunte Wunschliste der Kaufbeurer. Daniel Herrmann, Manfred Knoll und Ralf Sobolla vom Kulturring e. V. haben kürzlich im historischen Sitzungssaal des Rathauses das Ergebnis der Aktion „Zwischen_Raum“ an Oberbürgermeister Stefan Bosse übergeben – selbstverständlich unter strenger Wahrung der aktuellen Abstandsvorgaben.

Die zehnseitige Wünschedokumentation ist das Gesamtergebnis des vom Kulturring zwischen dem 25. Mai und dem 31. Oktober 2019 durchgeführten Projekts „Zwischen_Raum“ in vielen der in der Altstadt leer stehenden Ladenlokalen. In dreimal sieben Wochen gab es wechselnde Kunstwerke in der „Stadtgalerie“ zu sehen. Parallel dazu luden Workshops, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen sowie Sonderaktionen zu einem kreativ-aktiven Stadterlebnis und zum Mitmachen ein. Dazu gab es Postkarten mit dem Titel „Zwische-Träume“, auf denen Bürgerinnen und Bürger ihre ganz individuellen Vorstellungen von einer für sie lebens- und liebenswerten Stadt notieren und in die ebenfalls aufgestellten Wunschbriefkästen werfen konnten.

Eva Krusche mit Daniel Herrmann vom Kulturring-Vorstand.

Im Rahmen dieses Projekts fand auch die Aktion von Eva Krusche „Leere Räume versus volle Bilder“ statt. An drei Nachmittagen hatte die Künstlerin in einem Leerstand am Obstmarkt die aktuell im Wunschbriefkasten eingegangenen Wunschkarten vor Publikum in drei ihrer typischen überbordenden Gemälde umgesetzt. Außerdem hatte der „Kreativist“ Ralf Sobolla gegen Ende des Projekts noch ein Wunschzimmer in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses eingerichtet, worin die Kaufbeu­rer Bürger zwei Tage lang mit ihren Wünschen und Zukunfts­träumen eine ganz Wand füllen konnten.

Parallel zum Kulturring-Projekt hatten die Besucher der von Mitte Mai bis Mitte August 2019 stattfindenden Mitmach-Ausstellung „Macht & Millionen“ über das Funktionieren einer städtischen Verwaltung ebenfalls die Möglichkeit, unter dem Titel „Mein Projekt“ ihre eigenen Ideen und Wunschprojekte zu formulieren und auf farbigen Zetteln niederzuschreiben. Diese wurden dem Stadtoberhaupt bereits Anfang November übergeben.

Viele Wünsche der Ausstellungsbesucher wiederholten sich nun auf dem Kulturring-„Wunschzettel“. So fand sich unter den Wünschen der Ruf nach einer autofreien Innenstadt, nach mehr Radwegen und kostenlosem oder günstigerem ÖPNV. Andere Bedürfnisse waren kleine, feine Einzelhandelsgeschäfte und gemütliche Cafés ebenso wie eine Sauna, eine Disco oder ein Restaurant, „wo man auch nach 14 Uhr gutes Essen bekommt“. Es wurden Proberäume für Künstler, ein Haus für Gruppen und Vereinstreffen und eine Universität gewünscht, mehr Sitzbänke und Spielplätze in der Fußgängerzone, mehr Begrünung und sprudelnde Brunnen oder mehr Sicherheit durch Überwachung. Auch eher bizarre Anliegen wie eine Freiheitsstatue für Kaufbeuren oder ein Hyperloop zur schnellen Überwindung von großen Entfernungen waren aufgeführt.

OB Stefan Bosse bedankte sich für die Vorsortierung und stellte beim Überfliegen der Themen fest, dass viele hervorragende, jedoch für ihn kaum neue Ideen dabei waren. Eine Reihe von Projekten sei bereits früher an den Kosten gescheitert, andere daran, dass keine geeigneten Plätze zur Verfügung standen oder die Zustimmung von Eigentümern fehlte. Bei einigen Wünschen konstatierte der OB verwundert, dass sie längst erfüllt seien, wie zum Beispiel die Möglichkeit der Befreiung von KiTa-Gebühren.

Dennoch versprach das Stadt­oberhaupt, alle diese Themen in den neuen Stadtrat einzubringen und ihre Machbarkeit diskutieren zu lassen.

von Ingrid Zasche

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