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Zukunfts-Festival UTOPI.KA zum Anschauen, Mitmachen und Genießen

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Von: Ingrid Zasche

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Supertecture-Pavillon bei Utopi.Ka 2022
Supertecture-Pavillon zum Ideenwettbewerb „2084“ aus Waschmaschinen vom Wertstoffhof bei Nacht. © Zasche

Kaufbeuren – Es war überwältigend und nicht einmal an beiden Öffnungsnachmittagen vergangenen Freitag und Samstag zu schaffen, alle Stände zu besuchen, allen Bands und Comedians zu lauschen, alle Vorträge anzuhören oder gar an allen Mitmach-Aktionen und Workshops des neuen Kaufbeurer Festivals UTOPI.KA teilzunehmen. Aber dank der guten medialen Information im Vorfeld konnte man, egal ob alt oder jung, ob an Folklore oder Jazz interessiert, ob „Ureinwohner“ oder Neubürger, ob Männlein oder Weiblein oder queer, ob hungrig oder durstig, die gewünschten Stände, Bühnen und Themeninseln gezielt ansteuern.

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Gleich beim Betreten des Geländes lief man auf die drei Pavillons mit den ersten 84 Ideen aus dem Ideen-Wettbewerb „2084“ zu. Jede dieser Ideen war von einem anderen Kaufbeurer Künstler zunächst einmal optisch in Szene gesetzt worden. Mit Cents konnten die Besucher abstimmen, welche Ideen ihnen besonders gut gefielen. Dieser Publikumspreis wurde zusammen mit dem Jurypreis am Samstagabend überreicht.Den Jurypreis von 6.000 Euro als Umsetzungs-Budget erhielten die Ideen „Schönere Mülleimer“, „Menschen-Hamsterrad zur Stromerzeugung“ und „Alle-Zusammen-Haus“. Der Publikumspreis von weiteren 6.000 Euro ging an „Viele Kuschels“, an „Zebrastreifen der Vielfalt vor der Kulturwerkstatt“ und an „Wertachstrand“.

Sehr angetan waren besonders die jungen Festivalbesucher von der Möglichkeit, die faszinierenden „Spielzeuge“ auf der Energie- und Umwelt- sowie der Digitalisierungs-Insel einmal selbst auszuprobieren und fernzusteuern. Da gab es bei Hawe einen Raupen-Roboter oder ein riesiges Kugel-Labyrinth und ein Exoskelett für militärische Zwecke zur Erleichterung des Tragens schwerer Lasten. Bayern-Lab dagegen zeigte einfachere Exoskelette für den Pflegebereich. Für die Schlange stehenden Kinder waren jedoch die Virtual-Reality-Brillen viel interessanter. Die vhs lud zum Experimentieren mit Flüssigkeiten ein und demonstrierte jüngeren Mensch mit einem Altersanzug, wie sich ältere Menschen mit schweren Gliedern, bewegungseingeschränkten Gelenken, Gehör- und Sicht-Defiziten fühlen.

Gut frequentiert war auch der Stand vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die in Zusammenarbeit mit der TU München vier Bäume in vier unterschiedlichen Regionen verkabelt hatten, um Wachstum, Saftfluss, Boden-, Luft- und Blatttemperatur zu überwachen und zu erforschen. Im Bereich Ernährung gab es praktische Tipps für den Alltag. In Kooperation mit der Technikerschule Kaufbeuren hatte man Konzepte erarbeitet, wie der Privatmensch der zunehmenden Lebensmittelverschwendung gegensteuern könne. Pro Person und Jahr landen derzeit aus Privathaushalten 75 Kilogramm Lebensmittel in der Tonne. Apropos Tonne: Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein wurden auf dem UTOPI.KA-Gelände nicht nur an den Ständen unbedingt ernst genommen: Selbst die Abfalleimer waren bereits für Mülltrennung ausgelegt.

Die Gesundheits-Insel bot im Halbstunden-Rhythmus Schnupperkurse für Aikido, Augenschule, Gedächtnistraining, Dance Fitness, Yoga oder Rückenfit an. Im Zelt der Offenen Gesellschaft tagte mit OB Stefan Bosse der Kaufbeurer Beirat für Offene Gesellschaft und Integration. Junge Afghaninnen in ihren wunderschönen Trachten setzten nicht nur Farbakzente in der Menschenmenge, sondern hatten zuvor auch mit ihrem Tanz­auftritt begeistert.

Veranstalter Alfred Riermeier, Jugend- und Familienreferent der Stadt Kaufbeuren, meinte zufrieden, er glaube schon, dass das neue Format gut angekommen sei. Alle Stände und Zelte seien trotz des samstäglichen Schmuddelwetters an beiden Tagen mit geschätzten 3000 interessierten Besuchern gut besucht gewesen. Die Beteiligung bei den Mitmachaktionen sei ebenfalls höchst erfreulich gewesen, und schließlich hänge Utopie ja hauptsächlich von den Menschen und vom Mitmachen ab. „Das ist genau wie bei der Demokratie“, ergänzte Michael Matzke vom Bundesfamilienministerium vergnügt. „Jedenfalls war für alle etwas dabei, und ich werde dem Stadtrat gerne eine Wiederholung empfehlen“, fasste Riermeier zusammen.

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