Der Spatenstich rückt näher

Kaufbeurens Polizeigebäude nimmt wichtige Hürde beim Bayerischen Landtag

Grafik Neubau Staatl. Bauamt Kempten
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Das neue Polizeigebäude soll die Polizeiinspektion und die Kriminalpolizei Kaufbeurens aufwerten. Hohe Ansprüche an eine hochwertige Gestaltung werden an den Neubau gestellt. Die Fassaden-Bekleidung soll unter anderem aus einer vertikalen, vorbehandelten Holzverschalung bestehen.

Kaufbeuren/München – In seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch stimmte der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags für den Neubau des Polizeigebäudes. Das 20 Millionen schwere Projekt soll nachhaltig, barrierefrei und mehr, als ein reiner Funktionsbau werden. Dafür setzte sich Bernhard Pohl (Freie Wähler) seit über zehn Jahren ein und verkündete nun erfreut den Fortschritt in dieser Angelegenheit. Auch der örtliche Stimmkreisabgeordnete, Staatsminister a. D. Franz Josef Pschierer (CSU), freut sich über diese Entscheidung - stellt sie doch einen weiteren wichtigen Schritt zur Verwirklichung dieser Maßnahme dar.

Seit über einem Jahrzehnt kämpft der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Pohl (FW) für den Neubau eines Polizeigebäudes in Kaufbeuren. Obwohl das Haus, in dem die Polizeiinspektion und die Kriminalpolizeistation derzeit untergebracht sind, räumlich beengt und für die Besucher nicht barrierefrei zugänglich ist, sah es lange Jahre so aus, als ob dem Neubau eine Generalsanierung vorgezogen würde. „Wir mussten lange Jahre intensive und mühsame Überzeugungsarbeit leisten, letztlich haben wir aber mit unseren guten Argumenten für einen Neubau überzeugt. Ich freue mich sehr, dass wir im Haushaltsausschuss heute ein einstimmiges Votum für den Neubau des Polizeigebäudes erreicht haben“, stellt Pohl zufrieden fest. Das sei mit der Zustimmung zu der vom Bauministerium vorgelegten Projektunterlage gelungen. Damit seien die Weichen für eine Investition in Höhe von 20 Millionen Euro gestellt worden, so Pohl. Als Haushaltspolitischer Sprecher seiner Fraktion warb er im vergangenen Jahr beim Innen- und beim Bauministerium intensiv dafür, dass sich trotz finanzieller Zwänge aufgrund der Corona-Pandemie nichts an dem vorgegebenen Zeitplan ändert.

Auch für Pschierer sei die Entscheidung für einen Neubau der richtige Weg. „Es war richtig, dass sich letztendlich die Stadt und alle politisch Beteiligten für einen Neubau stark gemacht haben. Diese Entscheidung, so Pschierer weiter, war nicht leicht durchzusetzen. Besonderer Dank gelte deshalb in diesem Zusammenhang dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann und seinem Staatssekretär Gerhard Eck.

Pohl weist darauf hin, dass der Neubau nicht nur mit dem erheblichen Sanierungsbedarf des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes begründet wird. Auch der am jetzigen Standort nicht zu deckende Raumfehlbedarf macht einen Neubau notwendig. „Damit stehen die Zeichen auch mittelfristig auf eine Aufwertung der Polizeiinspektion und der Kriminalpolizeistation Kaufbeuren. Wir haben so die Chance, zusätzliche Aufgaben und insbesondere auch mehr Dienstposten zugewiesen zu bekommen“, betont der Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FW im Bayerischen Landtag.

Das Vorhaben, das vom Staatlichen Bauamt Kempten geleitet wird, soll auf einer Bruttogrundfläche von beinahe 4700 Quadratmetern verwirklicht werden und aus einem Hauptgebäude mit Büro-, Besprechungs- und Sozialräumen für beide Dienststellen und einem baulich verbundenen Nebengebäude mit Garagen bestehen. Das dreistöckige Hauptgebäude ist dann für Besucher und Bedienstete über die Moosmangstraße zugänglich und verfügt unter anderem auch über vier Gewahrsamszellen. Die Kripo ist als eigenständige Dienststelle baulich von der Polizeiinspektion getrennt.

Einsparung von rund 38 Tonnen CO2

Die Fassade des Hauptgebäudes soll aus einer vorgehängten carbonatisierten Holzverschalung bestehen, die tragenden Wandelemente im Inneren werden in Sichtbeton ausgebildet. Die Dächer von Haupt- und Nebengebäude werden großflächig begrünt und das Umfeld soll naturnah gestaltet werden. Die auf dem Dach angebrachte Fotovoltaik-Anlage erzeugt Strom für den Eigenverbrauch der Dienststelle. Für Dienstfahrzeuge mit elektrischem oder hybridem Antrieb werden zwei Ladesäulen errichtet. Im Energiebereich soll eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine Fotovoltaikanlage zur Deckung des Energiebedarfs beitragen. Damit soll jährlich eine Einsparung von etwa 38 Tonnen CO2 erreicht werden.

Besucherfreundlich und barrierefrei soll der Neubau werden. „Zehn Besucherstellplätze, davon zwei barrierefrei, stellen die jederzeitige unkomplizierte Erreichbarkeit sicher. Das Gebäude verfügt unter anderem durch einen großen Personenaufzug“, erklärt Pohl. Ein Kostenanteil von knapp 1,5 Millionen Euro für die Außenanlagen und 172.000 Euro für Ausstattung und Kunstwerke zeige dabei, dass nicht nur ein Funktionalbau entsteht, sondern ambitionierte Ansprüche an eine hochwertige Gestaltung gestellt werden.

Drei Jahre Bauzeit errechnet

Auf der Grundlage der Projektunterlage wird nun die Projektplanung erstellt. Bernhard Pohl geht davon aus, dass der Ausschuss damit Anfang 2022 befasst wird. „Mit der Genehmigung der Projektplanung Anfang nächsten Jahres kann dann der Startschuss für die bauliche Realisierung gegeben werden. Ziel ist es, im Herbst 2022 mit dem Bau zu beginnen.“ Das Bauministerium mit dem Staatlichen Bauamt Kempten, das die Baumaßnahme federführend betreut, rechne mit einer Bauzeit von insgesamt drei Jahren. Die Kemptener Behörde unter der Bereichsleitung Hochbau von Direktorin Cornelia Bodenstab sei sowohl hinsichtlich der prognostizierten Kosten als auch des Zeitplans sehr zuverlässig, so Pohl. Das Gebäude soll der errechneten Bauzeit nach 2025 bezugsfertig sein.

kb

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