Um die Kaufbeurer Altstadt attraktiver zu machen, werden Förderungen erweitert

Ein Strauß an Möglichkeiten

+
Die Stadt möchte vor allem auch Anreize schaffen, um leerstehende Wohnungen wieder bewohnbar zu machen.

Kaufbeuren – Die Stadt Kaufbeuren will ihre Altstadt wieder so richtig attraktiv machen. Ein erster Schritt war die Sanierung der Fußgängerzone, doch weitere Maßnahmen sollen folgen. Das erklärte Baureferatsleiter Helge Carl im Redaktionsgespräch mit dem Kreisbote. Unter anderem soll unter Bürgerbeteiligung ein Rahmenplan für die Altstadt entwickelt und Förderprogramme zur Attraktivierung ergänzt und erweitert werden.

Laut Carl ist im kommenden Jahr geplant, einen Rahmenplan aufzustellen mit Ideen, wie die Altstadt weiterentwickelt werden kann. „Es sollen neue Schwerpunkte für die Innenstadt gesetzt werden. Dabei wollen wir die Bürger unter anderem über Workshops mit ins Boot nehmen. Ähnlich wie beim ISEK (Innenstadt-Entwicklungskonzept, Anm. d. Red.), eben nur etwas kleiner“, betont Carl.

Ein weiterer Baustein hin zu einer attraktiven Altstadt stelle laut Carl die neue Werbeanlagensatzung dar, die ebenfalls im kommenden Jahr überarbeitet werden soll. Dabei gehe es unter anderem darum, welche Schilder, Aufsteller oder Beschriftungen zukünftig erlaubt seien. Ziel sei es, ein „zurückhaltendes, stimmiges Bild“ zu erhalten. Das Gestaltungshandbuch solle jedoch nur einen „empfehlenden Charakter“ haben und einen vernünftigen Rahmen geben. Auch der Einzelhandel sehe dies laut Baureferatsleiter so, denn letztlich würde sich dies auch positiv auf die Umsätze auswirken.

Förderung von leerstehendem Wohnraum

Die dritte Säule auf dem Weg zu einer attraktiven Altstadt stellen die Förderprogramme der Stadt dar. Einige gab es bereits, werden jetzt aber ergänzt und neue kommen hinzu. Neu ist die Förderung von leerstehenden Mietwohnungen. Dessen Anzahl sei laut Carl sehr hoch. Dies liege zum einen auch an dem Zustand vieler Wohnungen, die eine Vermietung oft unmöglich machen. Eine Modernisierung könne hier Abhilfe schaffen. Aus diesem Grund bietet die Stadt ab dem 1. Januar 2018 ein zinsloses Darlehen an. Gefördert werden 50 Prozent der Modernisierungskosten bei einem Mindestinvestitionsaufwand von 20.000 Euro. Die maximale Förderung liegt bei 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bis zu einer Grenze von 50.000 Euro. Bedingungen sind: Die Wohnung muss mindestens zwei Jahre leer gestanden haben. Dies gilt auch für Gewerbeeinheiten, die zu Wohnraum umgenutzt werden. Das notwendige Eigenkapital liegt bei 20 Prozent. Rund 200.000 Euro stellt die Stadt jährlich für diese Förderung bereit.

Eigenwohnraumförderung

Auch wenn sie im vergangenen Jahr kein einziges Mal genutzt wurde, sieht Carl in der Eigenwohnraumförderung großes Potential. Aus diesem Grund wird die Einkommensgrenze zum 1. Januar 2018 von ursprünglich 60.000 Euro auf 80.000 Euro angehoben. So solle ein größerer Personenkreis in den Genuss der Förderung kommen, erklärt Carl. Damit könnten nicht mehr nur Familien, sondern auch ältere Menschen ein zinsloses Darlehen bekommen. Wichtig sei, dass die Wohnung selbst genutzt wird. Die Förderhöhe liegt bei 50 Prozent der Modernisierungskosten, 20 Prozent der Modernisierungskosten müssen als Eigenkapital vorhanden sein. Die maximale Förderung liegt bei 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Voruntersuchung an Baudenkmälern

Auch die Voruntersuchung an Baudenkmälern wird im kommenden Jahr wieder gefördert. Jedoch wurde die Maximalförderung von ursprünglich 15.000 Euro auf jetzt 25.000 Euro je Baudenkmal angehoben. Gefördert werden 50 Prozent der anerkannten Untersuchungskosten. Auch der Zuschuss für denkmalpflegerischen Mehraufwand bei Einzeldenkmälern (zum Beispiel bei Fassaden) wurde von fünf auf zehn Prozent angehoben.

Städtebauförderung

Auch die Städtebauförderung besteht schon länger. So seien 30 Prozent der förderfähigen Kosten bei Dach, Fassade, Schau- und Fensterrahmen (maximal 10.000 Euro) und 20 Prozent der förderfähigen Kosten bei Hofaufwertungen (maximal 3000 Euro) möglich. Neu ist ab dem 1. Januar 2018 aber, dass auch 30 Prozent der förderfähigen Kosten bei der Aufwertung von Geschäftsflächen gefördert werden. Maximal können so 10.000 Euro Zuschuss fließen. Laut Carl könnten rund 140 Objekte in der Altstadt in den Genuss der Städtebauförderung kommen. Dies habe eine Zählung ergeben. Rund 1,7 Millionen Euro stünden dafür bereit. Der Anteil der Stadt beträgt davon 40 Prozent.

All dies zusammengenommen sei ein „Strauß an Möglichkeiten“ für eine attraktivere Altstadt, betont Carl. Ziel sei es, die Altstadt zukunftsfähig zu machen. Der städtische Raum müsse attraktiv sein, nicht nur des Einkaufens wegen, sondern auch mit Blick auf den Erlebnisfaktor. „Vieles können und wollen wir von Seiten der Stadt machen, aber auch die private Seite muss was tun“, fordert der Baureferatsleiter. Wohnen, arbeiten, einkaufen, die Qualität einer Innenstadt hänge an einer gemischten Nutzung. „Altstadt ist Miteinander“, betont Carl und „wir brauchen ein starkes Wir-Gefühl“.

Info: Die kompletten Förderangebote sowie die dazugehörigen Richtlinien und Voraussetzungen finden Sie auf der Homepage der Stadt unter: www.kaufbeuren.de/nav/buergerservice/bauflaechen-foerderung.aspx.

von Kai Lorenz

Auch interessant

Meistgelesen

Vorsicht vor unseriösen Schlüsseldiensten
Vorsicht vor unseriösen Schlüsseldiensten
„Miteinander First“ ist angesagt
„Miteinander First“ ist angesagt
Innovatives Trailer Spray System sorgt für Sicherheit
Innovatives Trailer Spray System sorgt für Sicherheit
Verkehr im Vordergrund
Verkehr im Vordergrund

Kommentare