Kaufbeurer Autor Charly Essenwanger liest aus Debütroman "First to Find"

Unterhaltender Regionalkrimi

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Charly Essenwanger trägt in der Stadtbücherei Neugablonz mit seiner Frau im Dialog eine Szene aus seinem Erstlingswerk „First to Find“ vor.

Kaufbeuren-Neugablonz – Der Kaufbeurer Autor Charly Essenwanger las zum bundesweiten „Tag des Vorlesens“ in der Stadtbücherei Neugablonz aus seinem Erstlingswerk „First to Find“. Das unterhaltsame Kriminaldrama, das mit viel Lokalkolorit aufwartet und an witzigen Elementen nicht spart, spielt in Geocacher-Kreisen und gibt kritische Einblicke in die Immobilien-Szene.

Essenwanger, seines Zeichens begeisterter Leser von Fantasy, Thrillern und (Regional-) Krimis, habe sich nach eigener Aussage schon immer gewünscht, Schriftsteller zu werden. Dann fing er an, Autoren wie zum Beispiel Sebastian Fitzek anzuschreiben – eine Beschäftigung, an der er sich „einen Narren gefressen“ hatte – und diese ermutigten ihn, den Schritt zu wagen.

So brachte er als Selfpublisher 2017 seinen Debütroman „First to Find“ heraus: Sein Protagonist Siegfried, den Essenwanger als „netten Familienmensch und Mörder“ bezeichnet, geht, wie sein Schöpfer auch, leidenschaftlich gern dem Hobby des Geo-cachens, einer Art Schnitzeljagd mittels GPS, nach. Dabei trifft er auf seinen Widersacher Jakob, der ihn damals in den finanziellen Ruin getrieben hat. Gefühle des Zorns keimen bei Siegfried auf, bis er Jakob schließlich in eine Falle lockt und brutal ermordet.

So sei das „Whodunnit“, die klassische Tätersuche, in dem Roman nicht von zentraler Bedeutung, wie auch Eva-Maria Waldmann, die an diesem Abend durch die Lesung führte, bemerkte. Nichtsdestotrotz verfolge man Siegfrieds Geschichte, die einen nicht selten zum Schmunzeln bringe, mit Spannung. Kaum erwartet wird von den Gästen denn auch die Mordszene, die der Autor heiter-lässig mit dem angekündigten dunklen Twist vorträgt: Siegfried erschlägt Jakob, den reichen Schnösel mit den buschigen Augenbrauen, mit einem Fleischklopfer, das Blut fließt in Strömen und das Ganze wird fröhlich mit inflationär gebrauchten Fluchwörtern ausgeschmückt.

Nach dem Mord an Jakob gibt es einen Schurken weniger, der Menschen um ihr Geld betrügt. So greift der Autor das Thema der „Schrott-Immobilien“ um dubiose Händler auf, die den Leuten durch leere Versprechungen rücksichtslos das Geld aus der Tasche ziehen.

Aber der vegane Hauptkommissar Vincent ist Siegfried schon auf den Fersen. Dazu gab es auch eine Dialoglesung zwischen dem Autor und seiner Frau Ruth Essenwanger, in der eine Szene mit Vincent und der Bäckereifachverkäuferin, die ihn mit „veganen Brezeln“ versorgt, wiedergegeben wurde.

Doch damit ist die schriftstellerische Ambition Essenwangers noch lange nicht zu Ende: Im zweiten Roman des Autors, „Asylwut“, der zu Weihnachten dieses Jahres erscheinen soll, geht es um einen Brand­anschlag auf eine Asylunterkunft in Neugablonz und die Erpressung der Stadt. Auch ein Oberbürgermeister mit rundlicher Statur wird darin seinen Auftritt haben...

Sein drittes Werk, das sich schon in Planung befindet, wird sich als Mysterythriller rund um das Tänzelfest drehen.

Wer jetzt schon neugierig auf „First to Find“ geworden ist, kann den Roman über www.bod.de/buchshop, www.amazon.de oder in den lokalen Buchhandlungen erwerben.

von Mahi Kola

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