Damit die Reise gut startet

Nach langer Zeit gibt es wieder einen Kiosk am Kaufbeurer Bahnhof

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Der neue Kiosk am Kaufbeurer Bahnhof.

Kaufbeuren – Reisende und Pendler werden seit kurzem von frischem Kaffee und Backwarenduft am Kaufbeurer Bahnhof empfangen. Damit ist die lange Zeit dunkler und verwaister Wartehallen-Atmosphäre endlich vorbei. Die Wintergerst & Höhn GmbH & Co. KG betreibt seit vergangenen Freitag einen Kiosk.

„Unsere Kunden sind so dankbar, dass sie endlich wieder auf dem Weg zum Zug einen frischen Kaffee, Zeitung und Backwaren mitnehmen können“, beschreibt Verkäuferin Bernadette Schmidt die ersten Tage. „Viele vergessen daheim beispielsweise ihr Frühstück und können es jetzt hier kaufen, das hebt die Stimmung und der Tag startet gleich viel besser“, weiß Schmidt zu berichten.

Damit sind die Tage einer verwaisten Wartehalle endlich vorbei. Denn über mehrere Jahre gab es keinen Kiosk mehr. „Wir schaffen damit ein Happy Feeling, geben dem Bahnhof seine eigentliche Atmosphäre zurück“, weiß Samuel Wintergerst, Geschäftsleiter der Wintergerst & Höhn GmbH & Co. KG. Ein Kiosk gehöre einfach zum Reisen dazu, sonst fehle ein Stück Lebens- und Reisequalität.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Augsburg und betreibt unter der Marke „Weltpresse“ insgesamt 14 Filialen. Dort wird jedoch nicht nur eine große Auswahl an Zeitschriften, Journalen und Zeitungen vertrieben, sondern eben auch frische Backwaren, Getränke und Zigaretten. Der Kaffee stammt von „Seattle‘s Best Coffee“, einer Tochter von Starbucks. Ebenfalls im Angebot ist alles rund um die E-Zigarette. Zudem denkt die Unternehmensführung kundenorientiert. So wird versucht, auch auf Wünsche, wie etwa eine ganz spezielle Zeitschrift oder Tabaksorte, einzugehen, so Wintergerst.

Die Planungen und der Umbau haben ein gutes viertel Jahr gedauert. Der Kiosk ist montags bis freitags von 5 bis 20 Uhr geöffnet, am Samstag von 6 bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 7 bis 20 Uhr.

Stadt soll Bahnhof kaufen

„Ich freue mich, dass unsere Pendler nun endlich wieder direkt im Bahnhof eine gute Grundversorgung finden, ganz so, wie es sich für einen Bahnhof einer Stadt mit 45.000 Einwohnern gehört. Ich hoffe, dass das wirtschaftliche Engagement der neuen Pächter belohnt wird, indem das Angebot allseits gut angenommen wird und damit der Fortbestand des Kiosks dauerhaft gesichert bleibt. Die umfangreichen Öffnungszeiten sind eine gute Voraussetzung dafür“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kaufbeurer Stadtrat, Oliver Schill. Wie berichtet, hatte sich Schill immer wieder für eine Ertüchtigung des Kaufbeurer Bahnhofs stark gemacht.

Entsprechend sei für ihn die langersehnte Wiedereröffnung des Kiosks „ein Lichtblick“. Gleichwohl ist Schill weiterhin der Meinung, „dass wir als Stadtrat in der Pflicht stehen, am Bahnhof endlich tätig zu werden“. Ziel müsse es sein, den Bahnhof zu kaufen und „endlich zu unserer Sache zu machen“. Denn ein Bahnhof gehöre zur öffentlichen Infrastruktur, so Schill. „Natürlich, der Bahnhof gehört der Bahn. Doch die Bahn ist in Eigentum des Bundes, gehört damit uns allen. Unsere Abgeordneten, egal welcher Partei, sollten deshalb endlich alles daran setzen, dass wir als Stadt Kaufbeuren das Gelände erwerben können und zwar zu einem fairen Vorzugspreis. Nach einem Kauf hätten wir es in unserer Hand, dem Trauerspiel Bahnhof ein Ende zu setzen. Ich bin überzeugt, dass wir dann auch in Sachen Barrierefreiheit einen entscheidenden Schritt weiterkämen. Unser Ziel muss sein: Wir wollen einen neuen Bahnhof!“, betont Schill.

von Kai Lorenz

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