Nein zur Solarfreifläche

Kaufbeurer Bauausschuss lehnt Antrag eines Investors ab

Grafik: Stadt KF
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Hier war die Solarfreiflächenanlage eines Investors auf 3,5 Hektar vorgesehen.

Kaufbeuren – Nach längerer Debatte hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung den Antrag der Südwerk Projektgesellschaft mbH aus Burgkunstadt zur Einleitung eines Bauleitplanverfahrens für den Bau einer Solarfreifläche mehrheitlich abgelehnt. Die Anlage sollte neben der Bahnlinie am Petersruhweg zwischen dem Kaufbeurer Norden und Leinau entstehen. Stadtplaner Werner Fehr stellte die geplante Anlage in ihren Grundzügen vor und empfahl dem Ausschuss, trotz einer im Landesentwicklungsplan (LEP) „verstärkten Erschließung und Nutzung alternativer Energien“ von der Einleitung eines Bauleitverfahrens abzusehen.

Die rund 3,5 Hektar große landwirtschaftliche Fläche sollte für eine Betriebsdauer von zehn Jahren festgeschrieben werden. Die Kosten für die Solaranlage würden 2,4 Millionen Euro betragen. Bei einer Leistung von vier Millionen Kilowattstunden wären die Versorgung von über 90 Personen möglich gewesen und jährlich 2400 Tonnen CO2 eingespart worden. Doch die Verwaltung lehnt das Vorhaben aus mehreren Gründen ab. Das Landschafts- und Siedlungsbild sowie die Beanspruchung der Natur und Landschaft müsse berücksichtigt werden. Das Vorhaben befinde sich zudem in „solitärer und exponierter Lage“ außerhalb möglicher Erweiterungsflächen. Auch ein „städtebaulicher Zusammenhang zu angrenzenden Bauflächen“ sei nicht zu erkennen.

Pro und Contra

Während große Teile dem Vorschlag der Verwaltung folgten, gab es auch Stimmen, die eine solche Freifläche befürworteten. Bernadette Glückmann (FW) wollte „keine Flächen vergeuden“ und forderte für die Solarnutzung „mehr Flächen auf Gebäuden“ wie auch Johannes Espermüller (FDP). Das sah Ulrike Seifert (Grüne) ähnlich, obwohl sie das Vorhaben grundsätzlich als Baustein für die Erreichung der Klimaziele betrachtete. Sie wolle keine Flächen nutzen, die für Nahrungsmittel dienen. Ernst Schönhaar (CSU) wiederum wollte die Fläche nicht nur einem Zweck zuführen, sondern sagte, dass sich im Kaufbeurer Norden „eine Entwicklung abzeichne“.

Diese Argumente wollten Robert Klauer (KI), Tobias Würfel (GenKF) und Catrin Riedl (SPD) so nicht gelten lassen. „Wir haben die Zeit nicht für die Pflicht auf Dächer, wo Denkmal- und Brandschutz Hürden bilden“, plädierte Klauer, „wir verbauen uns da nichts.“ Unterstützung bekam er von Würfel, der „keine hohe spezifische Attraktivität der Fläche und keine Einschränkung im Ökosystem“ sah. Er wünschte sich die „Förderung alternativer Energien“ und man könne nach zehn Jahren ja bedarfsweise neu entscheiden. Riedl schloss sich dem an, da der LEP auch von kommunaler Seite unterstützt werden müsse und die Gelegenheit genutzt werden solle.

Baureferent Helge Carl erklärte, dass der Kaufbeurer Norden schon seit langer Zeit „als Entwicklungsfläche“ betrachtet werde und mit der Freiflächensolaranlage Möglichkeiten beschnitten würden. Nun hat der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung das letzte Wort.

Wolfgang Becker

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