Kaufbeurer Bergwachtler Wulf Beer ausgezeichnet

Besondere Ehrung

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Der Kaufbeurer Bergwachtler Wulf Beer.

Kaufbeuren – Sie eilen zu Fuß, auf Skiern, mit Geländewagen oder dem Hubschrauber an die Unglücksstelle und helfen Menschen, die in eine Notsituation geraten: Die Bergretter sind 365 Tage im Jahr, Tag und Nacht, selbstlos und ehrenamtlich für ihre Mitmenschen im Einsatz.

Dabei setzen sie auch selbst in gefährlichen Situationen ihr eigenes Leben aufs Spiel. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat jüngst zahlreiche Bergwachtler in München für ihre besonderen Verdienste um die Bergwacht Bayern ausgezeichnet. Unter den Geehrten waren auch vier Allgäuer: Dr. Herbert Forster (Bergwacht Hinterstein), Manfred Kleinhand (Bergwacht Wertach), Manfred Keller (Bergwacht Füssen) und Wulf Beer. Der Kaufbeurer erhielt die Leistungsauszeichnung in Silber.

„Diese Ehrung ist schon etwas Besonderes. Nach 50 Jahren hat man so etwas schon verdient“, sagt Beer bescheiden. Erst kürzlich feierte er sein rundes Jubiläum als aktives Mitglied in der Bergwacht. An seine Anfänge könne er sich noch genau erinnern. Schon damals faszinierten ihn die Berge. Beer ist gelernter Krankenhelfer. „Ich hatte schon früh ein Helfersyndrom“, erzählt der mittlerweile 70-Jährige. Die hohe Schule der Bergwacht durchlief er in Sont­hofen. Mitte der 1980er war er in Kaufbeuren zwölf Jahre lang Bereitschaftsleiter. In dieser Zeit leistete er neben den Sommer- und Winterdiensten auch zahlreiche Einsätze am Tegelberg und beim Loipendienst in Kaufbeuren. Es sei nicht immer einfach gewesen, seinen Dienst bei der Bergwacht und die Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Es war keine Seltenheit, dass er von Samstagfrüh bis Sonntagabend unterwegs war, um Menschen zu helfen. „Sicherlich gab es Einsätze, die man nicht vergisst“, erzählt Wulf Beer. So musste er junge Leute bergen, die beim Gleitschirm- oder Drachenfliegen abgestürzt und dabei tödlich verunglückt sind. Dankbar war ihm einmal eine Frau, als er ihr zur Hilfe eilte, weil sie sich den Knöchel brach. „So etwas vergisst man nie.“

Intensive Ausbildung

Pro Jahr werden zwei Anwärter mit ihrer Ausbildung fertig. Erst dann können sie in den aktiven Dienst gehen. Die Anforderungen an die Bergwachtanwärter seien sehr hoch, betont Wulf Beer. Neben Klettern wird auch das Skifahren zur Bedingung gestellt. Hinzu kommt, dass die Anwärter noch in Notfallmedizin ausgebildet und geschult werden. Eignungstests und Lehrgänge runden diese intensive Ausbildung ab. So müssen Lehrgänge sowohl im Sommer als auch im Winter vollzogen werden. „Für die Ausbildung braucht man schon fast drei Jahre“, so Beer.

In den vergangenen Jahren machte er noch den Fachausbilder für Luftrettung und begleitete in dieser Funktion das Simulationstraining auf Bereitschafts-, Regions- und Landesebene.

von Stefan Günter

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