"Warum will man uns nicht?"

Kaufbeuren – Das „Bündnis für Flüchtlinge“ in Kaufbeuren reagiert auf die von der Mehrheit beschlossen Kaufbeurer Resolution zur „Asylpolitik“ verärgert.

Zumal das Bündnis im Vorfeld zur Abstimmung sowohl Oberbürgermeister Stefan Bosse als auch den Stadträten ein Positionspapier vorgelegt hatte, aus dem hervorging, dass die von der CSU eingebrachte Resolution zur Asylpolitik „in zentralen Punkten“ der „Kaufbeurer Erklärung“ des Bündnisses für Flüchtlinge, „die für Weltoffenheit und Gastfreundlichkeit stehe“, widerspreche. 

Wie berichtet, haben sich im „Bündnis für Flüchtlinge“ Personen und Institutionen aus Stadt und Region zusammengeschlossen, die für eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik eintreten. Auch die meisten religiösen Gemeinschaften der Stadt haben sich dem Bündnis bereits angeschlossen. 

Aus Sicht des Bündnisses seien „Abschottung und Abschiebung keine Lösung, sonder verschlimmern die Flüchtlingsproblematik insgesamt“. Meist würden die Flüchtlinge dadurch erneut traumatisiert. Die vordringlichste Aufgabe von Oberbürgermeister, Stadtrat, Parteien und Verwaltung müsse es sein, die Versorgung der Flüchtlinge in der Stadt zu gewährleisten. 

„Wir bedauern zutiefst, dass unsere Position von der Mehrheit des Stadtrats nicht berücksichtigt wurde. Die ‘Resolution zur Asylpolitik’ droht, die Bereitschaft der Kaufbeurer Bevölkerung zu ehrenamtlichen Engagement in der Flüchtlingsarbeit in Frage zu stellen. Sie widerspricht einer Kultur der Akzeptanz sowie der offenen und der menschlichen Begegnungen“, heißt es in der Erklärung des Bündnisses. 

Wie die Stadtratssitzung und die dortige Diskussion über die Resolution bei den Flüchtlingen ankam, schilderte Michael Rösch vom Bündnis, der einige Asylsuchende begleitet hatte: „Die Flüchtlinge hatten nach der Stadtratsentscheidung fast Tränen in den Augen und fragten ,Warum wollen uns einige Leute nicht?’“ Einer habe sogar gefragt, ob er jetzt sofort ausgewiesen werde, so Rösch. Daher sei es wichtig zu sagen, dass viele Menschen für sie da sind und sich über ihre Anwesenheit freuen, so Rösch abschließend.

von Kai Lorenz

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