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Kaufbeurer Feuerwehr baut: Feuerwehrball 2019 unter dem Motto „Baustelle“

Feuerwehrball: Nicht nur Blaumänner und Schutzhelme

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Hier wird gesägt – ohne Schuhe, aber mit Gehörschutz, Konzentration und Spaß.
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Im Foyer empfing die Ballgäste ein Sandkasten mit Minibaustelle und Spielzeugfuhrpark.
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Vorprogramm: ...mit hohlen Hämmern ist schlecht nageln...
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Als Saaldekoration hatte Stefan Geyrhalter mit seinem Team Großfotos von der Feuerwehrbaustelle aufgehängt.

Kaufbeuren – Man könnte meinen, die Kaufbeurer Feuerwehr sucht mit Fleiß nach Ballthemen, die schwierig umzusetzen sind. Bei dem Thema „Baustelle“ haben selbst die Macher nicht allzu viel an phantasievollen Kostümen erwartet und in erster Linie mit „Blaumännern“ und Schutzhelmen gerechnet. Aber auf dem Feuerwehrball 2019 am vergangenen Samstag im Stadtsaal bewiesen über 300 kreativ Kostümierte das Gegenteil.

Zwar herrschten tatsächlich Blaumänner und Schutzhelme vor und Kilometer von weiß-roten und gelb-schwarzen Absperrbändern waren verarbeitet worden. Aber die Latzhosen gab es in allen möglichen Farben – blau, gelb, weiß, rot, lila und dunkelgrün bis mint - und etliche der gelben, weißen, blauen, roten und sogar rosa Helme waren mit witzigen Extras dekoriert: Baukräne, Schnecken, Blinklichter, Bierdosen. Sogar ein Dachstuhl mit Richtfestbäumchen war auf einen der Helme montiert, den eine Dame zum Kleid mit Ziegelmuster trug. Einige Ballgäste hatten das Motto als Paar dargestellt: zum Beispiel ein Zimmermann mit seiner Frau als Holzklotz oder die berüchtigten Baustellen „Stuttgart 21“ und „Flughafen Berlin“. OB Stefan Bosse und Katja Brauner kamen im Original-Forstarbeiter-Outfit, natürlich faschingsmäßig aufgepeppt. Es gab Maler mit dem beliebten Zeitungspapier-Hut, Rohrleger, Schweißer, eine „Dixi“ mit Papierrolle und Bürste, Pylone, Putzfrauen (meist männlichen Geschlechts), Architekten, Mitglieder der Bau- und Zollbehörde, Schwarzarbeiter oder Naturschützer („Rettet die Gelbbauch-Kröte!“). Etliche trugen die traditionelle Kluft der Zimmerleute oder Maurer. Wo das Kostüm nicht aussagekräftig genug war, wurde mit humorvollen Sprüchen gearbeitet.

Die freiwilligen Helfer unter Stefan Geyrhalter hatten sich mit der Dekoration im Stadtsaal wieder selbst übertroffen: entlang der Wände fanden sich Großfotos vom Bau des neuen Feuerwehrhauses, über die Bühne ragte ein Kranausleger mit einer Disco-Kugel und an mehreren Stellen konnte man karikierte Sicherheitsvorschriften nachlesen. Bereits vor dem Stadtsaal waren Baumaschinen und Bauzäune aufgestellt und im Foyer wurden die Ballgäste an einem Sandkasten mit Minibaustelle und Spielzeugfuhrpark vorbei geschleust. Erst dann durfte man im Vorprogramm zu zweit ein Stück von einem zehn Zentimeter dicken Balken absägen, mit einem hohlen Hammer versuchen, einen Nagel einzuschlagen oder ein Schubkarrenrennen veranstalten.

Hubert Weikmann, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, bedauerte zunächst, dass man heutzutage nicht mehr verstehe, was die ganzen „ausländischen“ Bauarbeiter sagen. Einer davon (Robert Warnack) hatte über die von ihm zu tragende schwere Kiste gestöhnt – auf Paurisch. Dann begrüßte Weikmann ausländische Ehrengäste: „Donald Trump“ (Michael Weikmann) wollte dem OB die „alte Stadt“ abkaufen und um das Feuerwehrhaus ein neues Stadtzentrum anlegen: „I will make Kaufbeuren great again!“. Uraltplayboy „Richard Lugner“ (Michael Vogt) kam mit Rollator und einer rothaarigen „Fuchsi“ und brachte Viagra mit, „damit der Beton schneller hart wird“. Und der „Baulöwe Schenderle“ (Alexander Schwangarth) aus Kleinkemnat legte als Symbol für StrABS und StrEBS eine schwarze Strumpfhose in die Baukiste.

Absolutes Highlight des Abends war das Gastspiel von Peter Vogt, seit 2018 Dirigent der Musikvereinigung Neugablonz, der mit drei Musikerkollegen auf unterschiedlich „gestimmten“ Leitern mit Malerpinseln eine fulminante Percussion-Nummer hinlegte. Die enthusiastisch geforderte Zugabe brachte weitere temperamentvolle Trommelwirbel.

In der letzten Einlage zeigte – eingeleitet mit einem kurzen kommunalpolitischen Rundumschlag von Daniela Dempfle als „Huberta Schmied-Geiger“ und Alexander Friedrich als Bau-Capo – eine Gruppe junger Feuerwehrler zu „Joe Cockers „You can leave your hat on“ gekonnt einen komisch-erotischen Männerstrip. Kurz bevor die letzten Hüllen fielen, schritt der Bau-Capo ein und schickte die Jungs zurück an die Arbeit auf dem Bau, wohin sie unter tosendem Applaus abgingen. Damit war aber natürlich der Ball noch lange nicht zu Ende. Die „Hebauf-Band“ Flashdance-live – ebenfalls in traditioneller Zimmermannskluft – spielte bis in die frühen Morgenstunden weiterhin gut tanzbare, beliebte Evergreens, die meistens begeistert mitgesungen und -geklatscht wurden.

von Ingrid Zasche

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