Gemeinsames Miteinander

Kaufbeurer Gustav-Leutelt-Schule und Kinderhaus Mosaik teilen sich Räumlichkeiten

Deutschklasse im Container
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Bis zum Ende der Bauphase bleibt die Deutschklasse der Gustav-Leutelt-Schule im Container. Im Bild sind Klassenleiter Tomas Musil (links) und Rektor Frank Hortig zu sehen.

Kaufbeuren – Die Baumaßnahmen an der Gustav-Leutelt-Schule in Neugablonz schreiten voran. Bauabschnitt Nummer eins steht derzeit im Vordergrund. Auch das Wetter spielt den Beteiligten in die Karten. Die seit einiger Zeit aufgestellten Container im Bereich des Sportplatzes werden bereits genutzt. Nicht nur das städtische Kinderhaus ­Mosaik nutzen die neuen Räumlichkeiten, sondern auch die Gustav-Leutelt-Schule.

Der direkte Weg vom Haupttrakt des Gebäudes hinüber zu den Containern ist hergerichtet. Der Zaun wurde entfernt, sodass die Schülerinnen und Schüler ohne Probleme diesen Bereich erreichen können. Über die gesamte Länge der Containerlandschaft wurde bereits ein weitgespanntes Fußballfangnetz errichtet, damit die Fensterscheiben nicht zu Bruch gehen. Für die Leutelt-Schule stehen in dem langen Trakt derzeit vier Räume zur Verfügung, die allesamt schon bezugsfertig sind. Ihr neues Zuhause hat bereits die Deutschklasse bezogen. Dort wird den Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Herkunftsländern Deutsch beigebracht. Klassenleiter Tomas Musil kümmert sich hier sehr rührig und mit viel Feingefühl um die Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis neun. „Sie kennen nur das Staatssystem Schule. In ihren Ländern wird es zum Teil mehr von Hierarchie geprägt. Bei uns steht die Pädagogik im Vordergrund“, so Schulleiter Frank Hortig. Vorrangiges Ziel sei es, die Schülerinnen und Schüler fit für den Regelunterricht zu machen.

Den Großteil der Containerlandschaft nutzt aber das städtische Kinderhaus ­Mosaik. Nicht nur der Hort ist untergebracht, sondern auch der Schulkindergarten. Der dazugehörige Waldkindergarten ist hinter dem Neugablonzer Freibad beheimatet. „Für uns ist es eine Vergrößerung. Wir haben nun räumlich viel mehr Platz“, freut sich Einrichtungsleiter Alexander Patzelt. Anders als noch im alten Trakt müssen die Kinder nun nicht mehr die Schultoiletten benutzen. „Gerade in Corona-Zeiten erleichtert uns das sehr.“ Die Zusammenarbeit zwischen der Leutelt-Schule und dem Kinderhaus Mosaik klappe hervorragend. „Wir können nachmittags sogar zwei Klassenzimmer für die Hausaufgabenbetreuung benutzen“, ergänzt Patzelt. Den Kindern fehlt es in ihrem neuen Zuhause an nichts. Im Intensiv-Raum halten die Kinder dort ihre Lernspielzeit und Kreise ab. Jede Menge Lernmaterialien stehen ihnen zur Verfügung. Die Räume sind so gestaltet, dass jederzeit eine zusätzliche Zwischenteilwand integriert werden kann. Ein Hobbybereich, wo die Kinder toben können, steht genauso zur Verfügung wie ein eigener Kreativ-Raum. Hier können die Kinder nicht nur basteln, sondern auch mit Werkzeugen hantieren. Der Schulkindergarten beginnt mit fünfeinhalb Jahren. Kinder, die in ihrer Entwicklung noch etwas brauchen bis sie eingeschult werden, erhalten eine einjährige Intensivbetreuung. Im Mosaik werden Kinder aus dem gesamten Stadtkern von Kaufbeuren betreut.

Die wohl spannendste Frage konnte Alexander Patzelt noch nicht beantworten: „Bleiben wir in den Containern oder kommen wir sogar woanders hin? Ich persönlich würde es sehr bedauern, wenn wir von hier weg müssten. Wir alle fühlen uns hier sehr wohl“. Und da stört auch die improvisierte Containerlandschaft nicht.

von Stefan Günter

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