Religionsfreiheit als hohes Gut

Christen geben Erklärung ab

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Kaufbeuren – „Wir Christen befürworten, dass es für Muslime in Kaufbeuren geeignete Orte des Gebetes gibt beziehungsweise solche geschaffen werden.“ Diese Erklärung haben die kirchlichen Einrichtungen in Kaufbeuren, die evangelisch-lutherische Dreifaltigkeitskirche, die evangelisch-lutherische Christuskirche, die römisch-katholische Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren und die altkatholische Christi Himmelfahrtskirche in einer gemeinsamen Stellungnahme vergangene Woche abgegeben. Damit reagieren sie auch auf die massive Kritik aus der Bevölkerung, die einen anvisierten Neubau einer neuen Moschee mit Minarett in der „Unteren Au“ ablehnt.

Daher richten sich jetzt die christlichen Einrichtungen Kaufbeurens an die Bürger. So sei Religionsfreiheit ein hohes Gut in unserem Land. Jeder habe das Recht, im Rahmen unserer demokratischen Grundwerte zu seiner religiösen Überzeugung zu stehen und sie zu praktizieren; sei es allein oder mit anderen. Religionsfreiheit bedeute auch, Menschen in ihrer jeweiligen religiösen Überzeugung zu achten. „Für uns Christen in Kaufbeuren ist es selbstverständlich, dass wir in einem wertschätzenden Austausch mit anderen Religionen stehen, so auch mit unseren muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Daher befürworten wir Christen, dass es für Muslime in Kaufbeu­ren geeignete Orte des Gebetes gibt beziehungsweise solche geschaffen werden.“ Unterzeichnet ist das Schreiben von Pfarrerin Britta Gamradt (evang.-luth. Dreifaltigkeitskirche), Pfarrer Pfr. Sebastian Stahl (evang.-luth. Christuskirche), Pfarrer Bernhard Waltner mit Pastoralteam (röm.-kath. Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren) und Diakon Markus Stutzenberger (altkath. Christi Himmelfahrtskirche).

Wie berichtet, möchte die türkisch-islamische Gemeinde im neuen Gewerbegebiet „Untere Au“ eine neue Moschee mit Minarett und Veranstaltungshalle für etwa 200 Besucher errichten, weil die Räumlichkeiten in der Danziger Straße inzwischen zu beengt seien. Ein gültiger Bauantrag liege aber derzeit noch nicht vor und das besagte 6000 Quadratmeter große Grundstück neben dem bestehenden Wohnmobilstellplatz sei laut OB Stefan Bosse noch nicht verkauft.

Nach Bekanntwerden des Vorhabens gab es sowohl auf sozialen Netzwerken, als auch öffentlich Kritik an dem Vorhaben. So auch bei der jüngsten Kaufbeu­rer Bürgerversammlung (wir berichteten).

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