Kein Vorsatz für Tat

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Kaufbeuren – Ein Kaufbeurer musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Kaufbeuren wegen mutmaßlicher Vergewaltigung verantworten. Der Mann wurde freigesprochen, da „Mängel im subjektiven Tatbestand“ bestünden.

Der aus Kaufbeuren stammende verheiratete angeklagte Berufskraftfahrer war in einer längeren Beziehung mit dem Opfer, die vor allem durch ihre gewalttätige Vorgeschichte hervorstach. Er war laut Verlesung des Anklagesatzes durch den Staatsanwalt „berüchtigt dafür“, dem Alkohol oft zuzusagen und in diesem Zustand soll er seine Partnerin geschlagen haben.

In der Nacht des Tathergangs soll der betrunkene Angeklagte die Frau zu Hause aufgesucht haben. Dann soll er versucht haben, dass Opfer zu entkleiden. Die Frau habe dies aber vehement abgelehnt, so dass er zunächst von ihr abgelassen haben soll.

Laut Staatsanwalt versuchte es der Angeklagte nach einiger Zeit aber erneut, und betonte, „er nehme sich was er wolle“. Er soll ihre Hose ausgezogen und sie um ihren Oberkörper gewickelt haben, wodurch das Opfer in Atemnot geriet und ihn mit Schlägen abzuwehren versuchte. Sie habe sich aber nicht zu härteren Abwehrmaßnahmen getraut, da sie vor dem körperlich überlegenen Angeklagten Angst hatte. Letztlich sei es zum Beischlaf gekommen. Die Verteidigung forderte zum Schutz der Intim- und Privats­phäre des Opfers, das in der Verhandlung als Zeugin aussagte, den Ausschluss der Öffentlichkeit.

Kurz vor Urteilsverkündung dufte die Öffentlichkeit den Gerichtssaal wieder betreten. Nach der Begründung des Gerichts musste der Angeklagte letztlich freigesprochen werden, da „Mängel im subjektiven Tatbestand“ bestünden. Das Opfer habe nicht klar genug zu verstehen gegeben, dass es den Beischlaf nicht wolle, so das Gericht. Besonders die gewalttätige Vorgeschichte innerhalb der Beziehung, gegen die das Opfer keine konkrete Maßnahmen unternommen habe, habe für diese Sichtweise eine Rolle gespielt. Daher sei der Vorsatz des Angeklagten zur Tat nicht feststellbar gewesen, so das Gericht. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Rechtsmittel gegen diese Entscheidung.

von Nicolas Capitano

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