Ja, mir san mit’m Radl da

Kaufbeurer Polizei setzt jetzt uniformierte Fahrradstreifen ein

Fahrradstreife Polizei Kaufbeuren
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Polizeihauptmeisterin Andrea Lerpscher und Polizeioberkommissar Sebastian Link vom ersten Kaufbeurer Fahrradstreifen-Team.
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Polizeivizepräsident Guido Limmer (rechts) vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West stellt das Konzept der Fahrradstreife und die neuen Uniformen vor: Polizeihauptmeisterin Andrea Lerpscher und Polizeioberkommissar Sebastian Link.
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Zur kompletten Ausrüstung der Fahrradstreife gehören auch Dienstwaffe und Funkgerät
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Die Beamten sind mit der neuen Radl-Uniform auch von hinten gut als Polizeistreife zu erkennen...
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Polizeihauptmeisterin Andrea Lerpscher und Polizeioberkommissar Sebastian Link vom ersten Kaufbeurer Fahrradstreifen-Team unterwegs.
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Polizeihauptmeisterin Andrea Lerpscher und Polizeioberkommissar Sebastian Link vom ersten Kaufbeurer Fahrradstreifen-Team unterwegs.
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Polizeihauptmeisterin Andrea Lerpscher und Polizeioberkommissar Sebastian Link vom ersten Kaufbeurer Fahrradstreifen-Team unterwegs.

Kaufbeuren – Rechtzeitig zur Eröffnung der Fahrradsaison startet die Kaufbeurer Polizei das Pilotprojekt „Uniformierte Fahrradstreife“. Im Juli letzten Jahres wurde die neue Fahrraduniform für die Bayerische Polizei offiziell vorgestellt. Ab sofort fährt auch die Polizei Kaufbeuren mit der neuen Bekleidung Streife. Damit sind die Kaufbeurer die ersten in Schwaben. Am vergangenen Donnerstag wurde das Konzept der örtlichen Presse vorgestellt „damit die Leute sehen, dass das echte Polizisten sind“, so Stefan Horend, Verkehrs-Sachbearbeiter bei der Polizeiinspektion (PI) Kaufbeu­ren.

In etwa zwei Wochen soll Memmingen folgen. Die Entscheidung für eine Fahrradstreife ist für die einzelnen PIs freiwillig, da es sich unter anderem auch um eine Kostenfrage handelt: Die Dienst-Pedelecs kosten um 3500 Euro, die komplette Fahrraduniform kommt pro Person auf etwa vierhundert Euro. Zu der Ausrüstung gehört zunächst eine Funktionshose mit Sicherheitsreflektoren und Klettband. Per Reißverschluss ist die Umwandlung in eine kurze Hose für den Sommer möglich. Dazu kommen Langarm- und Kurzarm-Trikots, Unterbekleidung, eine Softshelljacke, Helm und Handschuhe. Die Einführung einer Fahrradstreife sei aber auf jeden Fall eine gute Investition im Sinne der präventiven Verkehrssicherheitsarbeit, meinte Polizeihauptkommissar Markus Ziegler, Dienststellenleiter der PI Kaufbeuren. Das Polizeipräsidium hatte erst vor wenigen Wochen einen Anstieg der Unfallzahlen von Rad- und Pedelecfahrern um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gemeldet. Die Anzahl der Schwerverletzten unter den Radfahrern stieg dabei um 31 Prozent, die der schwerverletzten Pedelecfahrer sogar um 42 Prozent im Gegensatz zu 2019.1

Für die funktionelle Bekleidung, die an das Uniformkonzept der Bayerischen Polizei angeglichen ist und der neuen Motorraduniform ähnelt, wurden auffällig leuchtende, im Straßenverkehr gut sichtbare Farben gewählt – royalblau mit neongelber Schulterpartie und neongelbem Helm. Es gibt neun Polizeibeamtinnen und -beamten in Kaufbeuren, die sich freiwillig für den Fahrradstreifen-Dienst „im Nebenamt“ gemeldet haben und künftig mit den zwei royalblauen Dienst-Pedelecs Streife fahren werden. Pedelecs eignen sich als ideales Einsatzmittel besonders in Gegenden, die mit dem Auto schlecht zu erreichen sind, wie Fußgängerzonen, Parks oder Feldwege. Zum Laden der Pedelec-Akkus reicht eine normale Steckdose aus, obwohl es in der Dienststelle auch eine Ladestation für die E-Autos gibt.

Vorbildfunktion auf Augenhöhe

Polizeivizepräsident Guido Limmer vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, selbst ein passionierter Radfahrer, kommentierte die Ausstattung der Beamtinnen und Beamten mit den neuen Raduniformen: „Es ist wichtig, dass die Fahrradstreifen im Straßenverkehr deutlich wahrnehmbar sind. Noch wichtiger ist aber der Schutz der Beamtinnen und Beamten durch Helm und Handschuhe. So können wir den Bürgerinnen und Bürgern auch auf dem Fahrrad als Vorbild und ,auf Augenhöhe‘ begegnen.“

Polizeihauptmeisterin Andrea Lerpscher und Polizeioberkommissar Sebastian Link vom ersten Kaufbeurer Fahrradstreifen-Team sind, wie ihre Kollegen, begeisterte Radler und freuen sich auf die dienstliche Abwechslung an der frischen Luft. Die Belange sowohl der motorisierten als auch der nichtmotorisierten Verkehrs­teilnehmer sind ihnen wohlbekannt. In den nächsten Monaten werden sie vermehrt in der Stadt und an den Radverkehrswegen der Umgebung unterwegs sein und dabei auch das Verhalten der motorisierten Verkehrsteilnehmer kontrollieren. Dass sie beispielsweise durch Parken auf Radwegen behindert werden, können sie dann den „Missetätern“ glaubwürdig vermitteln.

Oberbürgermeister Stefan Bosse, der sich kürzlich ebenfalls als Pedelecfahrer geoutet hat, freute sich, dass nach den größeren Städten jetzt auch Kaufbeuren eine Fahrradstreife erhält. Damit werde man einer immer wieder in den Bürgerversammlungen geäußerten Forderung gerecht, „die Radfahrer besser zu be- und überwachen.“

von Ingrid Zasche

Rubriklistenbild: © Zasche

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