Vieldiskutiertes Bauvorhaben

Kaufbeurer Stadtrat ebnet Weg für geplantes Gewerbegebiet im Hart

Google Maps Kaufbeuren Im Hart
+
Die Stadt will an der Apfeltranger Straße weitere fünf Hektar Gewerbeflächen ausweisen (gelbe Fläche). Für die Landwirtschaft bleiben drei Hektar erhalten (grüne Fläche).

Kaufbeuren-Oberbeuren – Die Pläne der Stadt Kaufbeuren, im Hart ein acht Hektar großes Gewerbegebiet zu schaffen, spalten die Gemüter. Durch das Vorhaben sollen Ansiedlungsmöglichkeiten eröffnet und Arbeitsplätze geschaffen werden, vor allem bei den Landwirten stößt das Projekt aber auf wenig Gegenliebe. In der jüngsten Sitzung des Kaufbeurer Bauausschusses lautete nun die Empfehlung an den Stadtrat, den Bebauungsplan zwar aufzustellen, allerdings nur für die fünf Hektar große Fläche, die der Stadt gehört.

Zwei Unternehmen haben Bauabsichten

Das circa drei Hektar große private Areal, das daran angrenzt, bleibt vom Bauvorhaben vorerst unberührt und kann damit weiter bewirtschaftet werden. Die Stadträte interessierte auch, welche Unternehmen sich dort ansiedeln wollen und welche Einflussmöglichkeiten die Stadtratsmitglieder auf die Gestaltung des Projekts haben. Zwei Firmen haben laut Oberbürgermeister Stefan Bosse Erweiterungsabsichten, „ob diese aber auch wirklich bauen, kann ich jetzt noch nicht versprechen“.

Eines der Unternehmen ist CareMed Products, das am momentanen Standort im Momm-Gewerbepark mit Platzmangel zu kämpfen hat. Um welches Unternehmen es sich bei dem zweiten Interessenten handelt, bleibt zunächst unter Verschluss, da die Firma nicht öffentlich genannt werden möchte. Bosse machte aber auch klar, dass „letztlich der Stadtrat entscheidet, wer die Grundstücke bekommt“.

Platzsparend bauen

Tobias Würfel (Generation KF) erkundigte sich nach Möglichkeiten, Richtlinien für die spätere Bebauungsdichte des Wohngebiets festzulegen und äußerte den Wunsch nach einer platzsparenden und nachhaltigen Bauweise. Bosse schlug vor, flächensparendes Bauen als einen Punkt in die Vergabekriterien für die Grundstücke aufzunehmen. Die Vergabekriterien sah der OB als wertvolles Mittel, die Wünsche der Stadträte mit einfließen zu lassen.

CSU-Stadtrat Ernst Schönhaar begrüßte das Bauvorhaben und sprach sich für einen Vorrat an Gewerbeflächen aus, um im Sinne einer Neuansiedlung Angebote für die Zukunft schaffen zu können. Ulrike Seifert (Grüne) wünschte sich, das Gewerbegebiet so gut wie möglich mit Umweltbelangen in Einklang zu bringen. Baureferent Helge Carl sah darin durchaus keinen Widerspruch, sei der geplante 50 Meter breite Grünzug doch ein „guter Kompromiss“. Generell vertraute Johannes Böckler (CSU) darauf, dass die Unternehmen „sinnvoll bauen“ und riet davon ab, diese mit „zu vielen Vorgaben abzuschrecken“.

Schallschutz für Anwohner

Erst wenn der Kaufbeurer Stadtrat am kommenden Dienstag, 22. September über die Aufstellung des Bebauungsplans entschieden hat, geht es im nächsten Zug um die Planungen. Dann wird es um Fragen wie die Verkehrsanbindung, die artenschutzrechtliche Prüfung, sowie den Natur- und Immissionsschutz gehen. Ein Zwischen­ergebnis der schalltechnischen Untersuchung liegt bereits vor. Es sieht eine sechs Meter hohe Schallschutzeinrichtung am nördlichen Rand des Gebiets vor, um die angrenzenden Wohngebiete vor Lärm aus dem Gewerbegebiet zu schützen.

von Mahi Kola

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kaufbeuren: Zwei Einbrüche in einer Nacht – Täter entwenden mehrere tausend Euro
Kaufbeuren: Zwei Einbrüche in einer Nacht – Täter entwenden mehrere tausend Euro
Kaufbeurer Corona-Testzentrum jetzt im Gablonzer Haus
Kaufbeurer Corona-Testzentrum jetzt im Gablonzer Haus

Kommentare