Mehr Verletzte, keine Toten

Kaufbeurer Unfallstatistik: Zahlen für 2019 tendenziell rückläufig

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Wenn der Anstieg im Bereich der Kleinunfälle (VUK) nicht gewesen wäre, hätte die Stadt Kaufbeuren aber einen Rückgang bei den Unfallzahlen verzeichnen können.

Kaufbeuren – Die Polizeiinspektion (PI) Kaufbeuren blickt stolz auf mehr gelöste Fälle von Unfallfluchten zurück. Ferner ereigneten sich im vergangenen Jahr deutlich weniger Schulweg­unfälle. Erneut verzeichneten die Ordnungshüter eine Häufung der Unfälle am Donnerstag und Freitag, dabei sind die häufigste Ursachen mangelnder Sicherheits- und Seitenabstand sowie Rückwärtsfahrten.

Diese Mitteilungen und weitere Zahlen gab nun die Kaufbeurer Polizei in ihrer Unfallstatistik 2019 bekannt.

Seit fünf Jahren steigen die Unfallzahlen kontinuierlich auf zuletzt 1.305 Verkehrsunfälle (VU) im Jahr 2019. Wenn der Anstieg im Bereich der Kleinunfälle (VUK) nicht gewesen wäre, hätte die Stadt Kaufbeuren aber einen Rückgang bei den Unfallzahlen verzeichnen können. Die Anzahl der VUK stieg von 596 Fälle im Jahr 2018 auf 692.

Erfreulicherweise kam auch im vergangenen Jahr kein Verkehrs­teilnehmer im Stadtgebiet ums Leben. Obwohl die Zahl der Unfälle mit Verletzten im Vergleich zu den Vorjahren beinahe gleich blieb, wurden 2019 doch mehr Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt. Einen Grund hierfür sieht die Polizei darin, dass im Jahr 2019 überproportional viele Mitfahrer verletzt wurden. Soll heißen: Es passierten mehr Unfälle mit voll- oder fast vollbesetzten Fahrzeugen.

Gleich geblieben sind die Hauptunfallzeiten. Vor dem Mittag und nachmittags zum Feierabend hin häufen sich die Schadensfälle. Dabei passieren die meisten Unfälle donnerstags und freitags.

Die häufigsten Unfallursachen bei allen VU bleiben mangelnder Sicherheits- und Seitenabstand (512), das Rückwärtsfahren sowie Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren (456). Bei den Unfällen mit Verletzten sind es meist Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot und Fehler beim Abbiegen. An 159 VU waren Senioren (im Alter ab 65 Jahre) beteiligt. Einen Anstieg an Wildunfällen gab es im vergangenen Jahr. 42 Unglücke waren es, dass sind 13 mehr als im Vorjahr. Jedoch unterliegen diese Zahlen natürlichen Schwankungen und bewegen sich im Rahmen, erklärte Polizeihauptmeisterin Christine Hoffmann auf Nachfrage.

Ermittlungserfolge

Leichten Rückgang gab es in der Zahl der Unfallfluchten zu verzeichnen. Zudem konnten die Beamten der PI Kaufbeuren mehr Fälle aufklären. Im Jahr 2018 krachte es auf Kaufbeurens Straßen 1.257 mal, davon 333 Unfälle mit Unfallflucht. 220 Unfallfluchten blieben ungeklärt, 113 Fälle konnten aufgeklärt werden. Dahingegen gab es im vergangenen Jahr insgesamt 1.305 Verkehrsunfälle. Bei 328 dieser Schadensfälle lag der Tatbestand einer Fahrerflucht vor. Davon klärten die Beamten 123 Fälle auf. „Dies liegt zum einen daran, dass aufmerksame Zeugen Kennzeichen notierten und somit qualifizierte Aussagen machen konnten. Zum anderen haben wir auf der Dienststelle zwei Unfallfluchtfahnder, die durch akribische Aufklärungsarbeit einige Fälle klären konnten”, so Hoffmann.

Bei den Geschwindigkeitsunfällen ist erfreulicherweise ebenfalls ein Rückgang festzustellen. Mit fünf Verletzten ist in diesem Zusammenhang der niedrigste Wert seit vielen Jahren zu vermerken. Sowohl die Anzahl der Alkohol-, als auch der Drogenunfälle gingen ebenfalls leicht zurück.

Erfreulich ist auch der Rückgang der Schulwegunfälle von zehn (2018) auf drei Unfälle im vergangenen Jahr. Laut Polizei haben die engagierten Schülerlotsen hieran einen großen Anteil. Alle drei verletzten Schüler war im Übrigen mit dem Fahrrad unterwegs. Dabei haben zwei ihre Unfälle selbst, beziehungsweise mit verursacht. Die Problematik mit den sogenannten Helikopter-Eltern und dem massiven Verkehrsaufkommen an Schulen habe sich laut Hoffmann jedoch nicht gebessert.

Die Zahl der Radfahrunfälle insgesamt ist nach einem Anstieg in 2018 wieder zurückgegangen. An den 82 VU mit Fahrradfahrern waren neun Pedelec-Fahrer beteiligt.

Ein Appell an alle

Mit Blick auf die aktuellen Zahlen und Entwicklungen befürwortet und unterstützt die Kauf­beurer Polizei das von der Stadt Kaufbeuren geplante Rad- und Fußwege-Konzept. Darüber hinaus appellieren die Ordnungshüter an die gegenseitige Rücksichtnahme und erinnern daran, dass sich jeder Verkehrsteilnehmer mit voller Aufmerksamkeit auf das immer komplexer werdende Verkehrsgeschehen konzentrieren sollte.

kb

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