Rund 300.000 Euro Schaden nach Dachstuhlbrand - Wohn- und Geschäftsgebäude nicht mehr nutzbar

Brand in Kaufbeuren

Brand Kaufbeuren
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In den Vormittagsstunden bekämpfte die Feuerwehr noch einzelne Glutnester.

Kaufbeuren – Schon wieder hat es in Kaufbeuren gebrannt. Glücklicherweise ist niemand verletzt worden. Beim Brand eines Wohn- und Geschäftshauses in der Kemptener Straße ist am frühen Freitagmorgen ein Gesamtschaden im sechsstelligen Bereich entstanden. Nach ersten Erkenntnissen ist von 300.000 Euro die Rede. Das Gebäude ist momentan nicht bewohnbar.

Um 3.37 Uhr wurde die Feuerwehr eigentlich zu einem Kaminbrand gerufen. Doch als Einsatzleiter Stefan Waldner und seine Mannschaft anrückten, schlugen schon die Flammen aus dem Dachstuhl empor. Die Alarmstufe musste aufgrund des Dachstuhlbrandes erhöht werden. Die komplette Hauptwache kam hinzu, auch die Wehren aus Oberbeuren und Neugablonz wurden angefordert. Mit zwei Drehleitern bekämpften die 80 Floriansjünger das Feuer, das mittlerweile auf das gesamte Dachgeschoss übergriff. „Der erste Trupp durchsuchte die Wohnung. Lange Zeit war noch unklar, ob sich Personen im Haus befinden“, berichtete Waldner dem Kreisboten. Gott sein Dank habe sich zu einem späteren Verlauf herausgestellt, dass sich keine Menschen im Gebäude befanden. „Wir hatten natürlich Löschschaum verwendet, um den Wasserschaden zu minimieren und auch einen besseren Löscheffekt zu haben“, so Waldner. Man sei aber um einen großen Wassereinsatz nicht herumgekommen. Das Gebäude kann vorerst nicht mehr genutzt und bewohnt werden.

Noch in den Vormittagsstunden bekämpfte die Feuerwehr letzte Glutnester, die unter der Dachschalung oder im Bereich von Verschneidungen und Dachgauben zu finden waren. Anders als beim Brand der Hasenfärbe muss diesmal das Dach nicht abgetragen werden. Wie Waldner betonte, habe es kaum einen Funkenflug gegeben, sodass andere Gebäude nicht in Gefahr waren. „Wir konnten rechtzeitig unsere Löschmaßnahmen einleiten, da wir frühzeitig am Einsatzort waren.“

In den frühen Morgenstunden musste Ulrich Wiedemann, Inhaber der Bäckerei Löwenbeck, die Tragödie mit anschauen. Seine Mitarbeiterin informierte ihn zuvor über den Brand. Insgesamt war er dreimal am Unglücksort, ehe er am Vormittag einen schnellen kurzen Blick ins Innere seiner Filiale werfen durfte. „Durch die Löscharbeiten ist sämtliches Inventar kaputt“, verweist er auf den aufgequollenen Boden. Selbst die Decke stürzte teilweise ein, weil sie den Druck des Wassers nicht mehr Stand hielt. „Ich werde wohl alles entsorgen müssen“, fand Wiedemann doch ein Bild der Verwüstung vor. Auch er kann momentan diese Filiale nicht mehr nutzen. Das ist jetzt ein Fall für die Versicherung.

Der Brand am Freitagmorgen führte auch zu einer Sperrung, sodass die Kemptener Straße, eine wichtige Zufahrtstraße in die Innenstadt, nicht befahren werden konnte. Autofahrer mussten daher einen größeren Umweg in Kauf nehmen. Gegen Mittag war der Bereich in beiden Fahrtrichtungen aber wieder frei befahrbar.

Unterdessen hat nun die Kriminalpolizei ihre Arbeit aufgenommen. Laut Holger Stabik von der Pressestelle der Polizei werde die Brandursache wohl erst in den kommenden Tagen feststehen. Dass ein möglicher Feuerteufel in Kaufbeuren sein Unwesen treibt, kann derzeit nicht bestätigt werden. Laut Stabik gebe es momentan dafür keine konkreten Anhaltspunkte. Allerdings bittet die Kripo Kaufbeuren um Zeugenhinweise: Wer hat im Zeitraum zwischen 3.15 und 3.45 Uhr Personen oder Fahrzeuge in der Kemptener Straße oder den anliegenden Straßen wahrgenommen? Hinweise nimmt die Polizei Kaufbeuren unter der Telefonnummer 08341/933-0 entgegen.

Für die Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren war es binnen zehn Wochen die vierte Katastrophe, zu der sie gerufen wurde. Ende Januar zerstörte ein Feuer die Dachkonstruktion der Hasenfärbe am Nackten Mann. Mitte Februar standen eine landwirtschaftliche Lagerhalle und ein angrenzendes Wohnhaus im Ortsteil Großkemnat (Weiler Gutwillen) in Flammen. Nicht zu vergessen die Explosion wenige Tage später in Oberbeuren, als der ortsansässige Turn- und Sportverein von jetzt auf gleich sein komplettes Zuhause verlor.

von Stefan Günter

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